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Geopolitische Risiken flauen ab - Ölpreis gibt wieder etwas nach




17.04.18 13:21
aktiencheck.de

Hannover (www.aktiencheck.de) - Nach dem einwöchigen Rücksetzer der Rohölpreise auf ca. USD 68 pro Barrel Brent legten die globalen Rohölnotierungen im Verlauf der vergangenen Woche deutlich zu und schlossen mit USD 72,58 pro Barrel Brent um 8,2% fester als in der vorangegangenen Woche, so Niklas von Perbandt von der Nord LB.


 


Der Marktfokus sei in diesem Rahmen deutlich vom drohenden Handelskrieg zwischen den USA und China abgewichen und habe sich im Wochenverlauf vor allem auf die Äußerungen US-Präsident Trumps hinsichtlich militärischer Interventionen im Syrienkrieg und die darauf folgenden Reaktionen Russlands konzentriert, woraufhin die Märkte Angstszenarien vor erneuten Destabilisierungen im Nahen und Mittleren Osten einpreisen würden. Auch weiter südöstlich hätten Meldungen abgeschossener jemenitischer Raketen mit dem Ziel Riad ebenso nicht zur Entspannung der Märkte beigetragen.


 


Nach defensiveren Tönen der USA im Nachgang der Bombardements syrischer Militäreinrichtungen sehen wir eingangs dieser Woche jedoch wieder eine zwischenzeitliche leichte Entspannung der Märkte, so die Analysten der Nord LB. In diesem Rahmen würden die Analysten auch künftig eine erhöhte Volatilität der Rohölnotierungen erwarten, wobei die kurzfristigen Impulse eher von geopolitischen Treibern ausgehen würden. Es bleibe abzuwarten, ob Teile der Gewinne durch deeskalierende Signale wieder abgegeben würden oder ob die Rohölpreise durch eine zunehmende Konfrontation weitere Unterstützung erhalten würden. Gleiches gelte im Übrigen für die kommenden Schritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China, sowie für die am 12. Mai anstehende Entscheidung der USA über eine potenziell erneute Sanktionierung des Irans - wobei die Analysten hier von einer hohen Wahrscheinlichkeit für erneute Sanktionen mit dementsprechendem Aufwärtspotenzial für Brent und WTI ausgehen würden.


 


Indes sehen die Analysten der Nord LB auf fundamentaler Seite Unterstützung im Rahmen des monatlichen Oil Market Report der OPEC. Mit knapp über 32 Millionen Barrel pro Tag habe die OPEC im März täglich rund 190 Tsd. Barrel weniger als noch im Vormonat gefördert und damit die geringste Fördermenge seit April 2017 ausgewiesen. Zwar seien hierfür unter anderem auch temporär beschränkte Fördereinbußen in Algerien und Libyen aufgrund von Wartungsarbeiten ursächlich gewesen, jedoch entfalle mit rund 100 Tsd. Barrel pro Tag der Großteil der Förderausfälle auf Venezuela, womit sich der Niedergang der Ölförderung im weltweit erdölreichsten Land mit rasanter Geschwindigkeit fortsetze.


 


Auch künftig erwarten die Analysten der Nord LB in Venezuela weitere deutliche Rückgänge der Erdölförderung, wodurch das Land mittelfristig für einen Großteil der OPEC Fördermengenbeschränkung verantwortlich sein wird. Begründet liege dies neben der veralteten Förderinfrastruktur vor allem in den extremen Liquiditätsengpässen, welche zunehmend verhindern würden, dass das für den Transport dringend benötige Rohbenzin importiert werden könne. Am Freitag dieser Woche tage außerdem der ministerielle Überwachungsausschuss der OPEC, bei dem man von positiven Signalen hinsichtlich einer zeitlichen Ausweitung der Fördermengenbegrenzung und der Kooperation mit Russland ausgehe.


 


Weitere positive Vorzeichen würden von der Kombination der aufkommenden konsumstarken Driving Season in den USA und den Rohöl-Lagerbeständen ausgehen, die gemäß der International Energy Agency auf ein Level nahe ihres 5-jährigen Durchschnitts gesunken seien und damit die Angebotsseite weiter einengen würden.


 


Negative Impulse sehen die Analysten der Nord LB hingegen vonseiten der Nachfrage chinesischer Raffinerien, da derzeit die drei größten chinesischen staatlichen Raffinerien mit einem täglichen Durchsatz von rund 860 Tsd. Barrel zuzüglich vier unabhängiger Raffinerien mit einem Gesamtdurchsatz von 200 Tsd. Barrel pro Tag für eine Dauer von bis zu zwei Monaten in die Wartung gehen und damit die chinesischen Importe - die im vergangenen Quartal um 7% yo- y gewachsen sind - belasten.


 


Zusammengenommen erachten die Analysten der Nord LB im Rahmen der geopolitischen Risikofaktoren und der saisonal starken Nachfrage ein Level schwankend um USD 70 pro Barrel Brent als realistisch, wobei der kurzfristige Fokus neben den politischen Entwicklungen auf der OPEC Sitzung am Freitag den 20. April, sowie auf der am 12. Mai anstehenden Entscheidung der USA über die Iran Sanktionen liegt. Längerfristige Belastungen durch starke Angebotszuwächse würden in der aktuellen Bullenstimmung an den Märkten eher untergewichtet. (Ausgabe vom 16.04.2018) (17.04.2018/ac/a/m)







 
 
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