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Gazprom: Einigung zwischen den USA und Deutschland im Streit um Nord Stream 2 - Aktienanalyse




22.07.21 07:51
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Gazprom-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des weltgrößten Erdgasproduzenten Gazprom OAO (ISIN: US3682872078, WKN: 903276, Ticker-Symbol: GAZ, NASDAQ OTC-Symbol: OGZPY) unter die Lupe.

Der Gazprom-Vorstand könne durchatmen: Die Einigung zwischen den USA und Deutschland im Streit um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 sei in der Ukraine und in Polen auf Kritik gestoßen. Die beiden Länder hätten in einer gemeinsamen Mitteilung ihrer Außenministerien gewarnt, die Vereinbarung im Konflikt um das deutsch-russische Projekt habe eine "politische, militärische und energietechnische Bedrohung für die Ukraine und Mitteleuropa geschaffen".

Zugleich erhöhe sie das Potenzial, dass Russland die Sicherheitslage in Europa weiter destabilisiere. Die bisherigen Vorschläge würden nicht reichen, "um die Bedrohungen durch Nord Stream 2 wirksam einzudämmen".

Im jahrelangen Streit um die deutsch-russische Ostseepipeline hätten Berlin und Washington am Mittwoch einen Durchbruch verkündet. Beide Länder hätten eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der der Ukraine Unterstützung zugesagt werde. Die fast fertiggestellte Ostsee-Pipeline solle russisches Gas nach Deutschland bringen - unter Umgehung der Ukraine, die auf die Einnahmen aus dem Gas-Transit angewiesen sei. Die USA hätten Nord Stream 2 jahrelang massiv kritisiert und seien weiterhin gegen das Projekt, wollten nun jedoch auf weitere Sanktionen verzichten.

In der gemeinsamen Erklärung werde Russland davor gewarnt, Energie als politische "Waffe" einzusetzen oder weitere aggressive Handlungen gegen die Ukraine zu begehen. Andernfalls werde Deutschland auf nationaler Ebene handeln und in der EU auf effektive Maßnahmen einschließlich Sanktionen drängen. Ziel wäre es dann demnach, die russischen Kapazitäten für Exporte nach Europa im Energiesektor, auch bei Gas, zu beschränken - bzw. effektive Maßnahmen auf anderen wirtschaftlich relevanten Gebieten.

Deutschland verpflichte sich u.a. außerdem dazu, alle Einflussmöglichkeiten zu nutzen, um eine Verlängerung des 2024 auslaufenden Gastransitabkommens der Ukraine mit Russland um bis zu zehn Jahre zu ermöglichen. Dafür solle ein Sondergesandter ernannt werden. Die Verhandlungen sollten so bald wie möglich beginnen, spätestens aber am 1. September. Die USA wollten diese Bemühungen uneingeschränkt unterstützen.

Deutschland sage zudem technische Unterstützung beim Anschluss des ukrainischen Stromnetzes an das europäische Stromnetz zu. Die Ukraine solle darin unterstützt werden, unabhängiger von russischem Gas zu werden. Deutschland wolle einen "Grünen Fonds" einrichten und verwalten, mit dem die Energiewende, die Energieeffizienz und die Energiesicherheit der Ukraine gefördert werden solle.

Bundesaußenminister Maas habe sich erleichtert gezeigt, mit den USA eine "konstruktive Lösung" gefunden zu haben. "Wir stehen als transatlantische Partner fest an der Seite der Ukraine", habe Maas erklärt. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, habe am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington gesagt: "Es ist ein guter Tag für die transatlantischen Beziehungen, für die deutsch amerikanische Freundschaft."

Der Durchbruch bei dem größten Konfliktpunkt solle auch helfen, den angestrebten Neustart in den deutsch-amerikanischen Beziehungen nach den schwierigen Jahren unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump zu erleichtern. "Die Einigung zeigt auch, dass Deutschland und die USA wieder eng zusammengerückt sind", habe Bundeswirtschaftsminister Altmaier gesagt.

Lob sei aus Moskau gekommen: "Diese Vereinbarung gibt uns die Möglichkeit, den Bau von Nord Stream 2 in Ruhe abzuschließen und den Betrieb vollständig aufzunehmen", habe Wladimir Dschabarow vom Föderationsrat - dem Oberhaus des russischen Parlaments - der Agentur Interfax gesagt. Zugleich habe er Bedingungen für eine mögliche Verlängerung des Transitvertrags gestellt: Die Ukraine sollte sich als "konstruktiver Partner" unter Beweis stellen. Kremlsprecher Dmitri Peskow habe der Staatsagentur Ria Nowosti gesagt, die Verhandlungen über einen neuen Transitvertrag dürften nur von rein "kommerziellem Charakter" sein.

Wie die Betreiberfirma Mitte Juli erläutert habe, solle die Ostsee-Pipeline in einigen Wochen fertiggestellt sein. "Wir gehen davon aus, dass die Bauarbeiten Ende August beendet sind", habe der Vorstandschef der Nord Stream 2 AG, Matthias Warnig, dem "Handelsblatt" gesagt. Mittlerweile seien 98% der Pipeline fertiggestellt. Ziel sei es, die Erdgas-Pipeline noch in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen.

In den USA gebe es seit Jahren parteiübergreifend Widerstand gegen Nord Stream 2. Die Einigung dürfte im Kongress daher auf starken Widerstand stoßen. Dort würden viele Republikaner das Projekt ablehnen und Sanktionen fordern, genauso wie einige von Bidens Demokraten.

Die Einigung der deutschen und der US-Regierung sei für Gazprom natürlich eine sehr gute Nachricht. Die Perspektiven für den Weltmarktführer im Erdgasgeschäft würden gut bleiben. Da die Bewertung mit einem KGV von 4 und einem KBV von 0,4 immer noch enorm günstig sei, könnten mutige Anleger nach wie vor zugreifen (Stopp: 4,90 Euro), so Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" in einer aktuellen Aktienanalyse. (Analyse vom 22.07.2021)

(Mit Material von dpa-AFX)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Gazprom ADR-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Gazprom ADR-Aktie:
6,485 EUR +3,43% (21.07.2021, 22:26)

XETRA-Aktienkurs Gazprom ADR-Aktie:
6,345 EUR +0,79% (21.07.2021, 17:35)

ISIN Gazprom ADR-Aktie:
US3682872078

WKN Gazprom ADR-Aktie:
903276

Ticker-Symbol Gazprom ADR-Aktie:
GAZ

NASDAQ OTC-Symbol Gazprom ADR-Aktie:
OGZPY

Kurzprofil Gazprom OAO (OAO = Offene Aktiengesellschaft):

Die russische Gazprom OAO (ISIN: US3682872078, WKN: 903276, Ticker-Symbol: GAZ, NASDAQ OTC-Symbol: OGZPY) ist der weltgrößte Erdgasproduzent.

Der russische Staat hält 50 Prozent plus eine Aktie an Gazprom OAO. Unternehmenssitz der Gazprom OAO ist Moskau.

Gazprom OAO ging es dem Branchenministerium für Erdöl- und Gaswirtschaft der UDSSR hervor. Im Zuge der Perestrojka wurde der Geschäftsbereich Gasförder- und Gastransportindustrie 1989 in einen russischen Staatskonzern umgewandelt. 1992 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. (22.07.2021/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
6,57 € 6,58 € -0,01 € -0,15% 30.07./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
US3682872078 903276 6,76 € 3,22 €
Metadaten
Ratingstufe:Ohne
Analysten: Thorsten Küfner
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
6,575 € -0,15%  30.07.21
Hannover 6,585 € +2,33%  30.07.21
Frankfurt 6,575 € +0,38%  30.07.21
Berlin 6,575 € +0,31%  30.07.21
München 6,535 € +0,15%  30.07.21
Düsseldorf 6,54 € -0,15%  30.07.21
Stuttgart 6,55 € -0,15%  30.07.21
Xetra 6,57 € -0,15%  30.07.21
Nasdaq OTC Other 7,80 $ -0,45%  30.07.21
Hamburg 6,52 € -0,53%  30.07.21
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