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Gaming und die Coronakrise: Game over nicht in Sicht




20.11.20 09:04
DNB Asset Management

Luxemburg (www.aktiencheck.de) - Die Gaming-Branche boomt, so die Experten von DNB Asset Management.

Ein Drittel der Weltbevölkerung spiele mittlerweile Videospiele entweder auf Mobiltelefonen, Konsolen oder PCs. Die Branche erlebe ein Wachstum, das struktureller Natur sei und damit anhaltend sein werde.

Corona habe in einigen Sektoren als Booster gewirkt. Dazu gehöre auch der Home-Entertainment-Bereich, hier insbesondere Videospiele als stärkster Nutznießer. Hohe Steigerungsraten hätten auch die großen Entwickler von Mobile Games verzeichnet. "Vor Ausbruch der Pandemie lag das Ertragswachstum im niedrigen einstelligen Bereich. Im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres stieg es auf 20 bis 25% an", erkläre Erling Haugan Kise, Portfolio Manager im Team des DNB Technology Funds und verantwortlich u.a. für den Gamingbereich.

Ähnlich habe es beim Video-Streaming-Dienst Twitch ausgesehen, den die User in diesem Zeitraum doppelt solange genutzt hätten wie in den entsprechenden Vorjahresquartalen. Gemessen an der aktiven Nutzung der Internet-Vertriebsplattform für Computerspiele Steam hätten auch PC-Spieler mehr Zeit vor dem Bildschirm verbracht: Die Spielzeiten hätten von einer niedrigen einstelligen Zahl vor der Krise im zweiten und dritten Quartal auf fast 50% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen. Die Daten würden darüber hinaus zeigen, dass die Wochenendspitzen weniger stark ausgeprägt seien, da gleichmäßiger über die Woche verteilt gespielt werde.

Vorangetrieben werde die Beschleunigung des Trends durch die Reaktivierung älterer Spieler und die Gewinnung neuer Nutzer. "Wir gehen davon aus, dass das Wachstum aufgrund der Nutzer eher struktureller Natur und nicht aus erhöhten Ausgaben des durchschnittlichen Umsatzwachstums pro Spieler (ARPU) resultiert. Wir dürften nach der Epidemie mit der Wiedereröffnung der Gesellschaft wieder zum langfristigen Trend zurückkehren. Die meisten reaktivierten und neuen aktiven Nutzer werden ihre Verträge auch nach der Wiedereröffnung nicht kündigen. Unter dem Strich haben sich die langfristigen Wachstumsaussichten für die Branche somit verbessert", fasse Kise die Aussichten zusammen.

Dies würden auch große Beratungsinstitute bestätigen, die eine Verbesserung des säkularen Wachstumstrends von 8% auf 14% feststellen würden. Einen Monat nach Ende des vierten Quartals seien die Trends bei PC-, Konsolen- und Handy-Spielen immer noch sehr stark und würden keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigen.

"Mit Blick auf Videospiele befinden wir uns gegenwärtig in einer sehr aufregenden Zeit. Im laufenden Quartal werden Sony und Microsoft ihre Konsolen der nächsten Generation auf den Markt bringen. Nintendo dürfte im kommenden Jahr seine Switch-Konsole aufrüsten. Nicht zuletzt werden wir mit der neuen Generation volle Rückwärtskompatibilität und wohl das Ende der Konsolenzyklen sehen, wie wir sie aus der Vergangenheit kannten", erläutere Kise.

Darüber hinaus gewinne der digitale Vertrieb von Spielen an Fahrt, was den Umsätzen und Gewinnen der Anbieter und Plattformbesitzer zugutekomme. So bleibe der Preis für einen Nutzer gleich, doch würden keine Kosten für Verpackung und physischen Vertrieb anfallen. So würden bei den Herstellern 37 Dollar aus dem digitalen Vertrieb eines Spiels im Wert von 60 Dollar verbleiben - gegenüber nur 27 Dollar für den traditionellen Verkauf in physischer Form.

Im vierten Quartal und im nächsten Jahr werde es eine Reihe von Preiserhöhungen für AAA-Videospiel-Titel von 60 auf 70 US-Dollar geben. Einige Lizenzinhaber seien jetzt so stark, dass sie Preissetzungsmacht hätten, was sich direkt auf die Bruttomarge auswirke. Anlegern empfehle sich vor diesem Hintergrund eine Übergewichtung von Gaming-Aktien im Portfolio. Aussichtsreich erscheinen derzeit neben Sony (ISIN JP3435000009/ WKN 853687) und Nintendo (ISIN JP3756600007/ WKN 864009) auch der Hersteller von Videospielen und Mangas, Square Enix (ISIN JP3164630000/ WKN 887293), das US-amerikanische Videospiel-Entwicklungsunternehmen Glu Mobile (ISIN US3798901068/ WKN A0MLUQ) sowie der Computer- und Videospiel-Konzern Activision Blizzard (ISIN US00507V1098/ WKN A0Q4K4) und Electronic Arts (ISIN US2855121099/ WKN 878372), so die Experten von DNB Asset Management. (20.11.2020/ac/a/m)







 
Finanztrends Video zu Activision Blizzard


 
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