GERRY WEBER schnelle Expansionsgeschwindigkeit soll noch erhöht werden


21.11.11 15:09
aktiencheck.de EXKLUSIV

Halle (aktiencheck.de AG) - Die GERRY WEBER AG (ISIN DE0003304101 / WKN 330410) ist ein Unternehmen der Modeindustrie mit Sitz in Halle (Nordrhein-Westfalen). Das wachstumsstarke und sehr solide finanzierte Unternehmen setzt seine Erfolgsgeschichte auch im Geschäftsjahr 2010/11 weiter fort. Der Umsatz soll im Gesamtjahr um 12,5% auf 700 Mio. EUR zulegen und die EBIT-Marge weiter auf über 14% steigen.

aktiencheck.de EXKLUSIV führte ein kurzes Interview mit Herrn Jörg Stüber, dem Leiter Finanzen bei der GERRY WEBER AG.

aktiencheck.de EXKLUSIV: In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2010/11 hat die GERRY WEBER AG mit einer Umsatzsteigerung von fast 13% auf 487 Mio. EUR und einem Gewinn von unterm Strich 36 Mio. EUR erneut Rekordzahlen erzielt. Diese Zahlen sorgen in Ihrem Unternehmen für anhaltenden Optimismus, denn Sie haben den Jahresausblick trotz der Konjunkturabkühlung und unsicheren Aussichten für die kommenden Quartale bestätigt. Basiert Ihre große Zuversicht vor allem auf den Erfahrungen aus dem Krisenjahr 2009, als es der GERRY WEBER AG trotz Rezession gelungen ist, ihren Umsatz und ihr Ergebnis deutlich zu steigern oder spielen diesmal auch unternehmensspezifische Faktoren eine wichtige Rolle in Ihren Annahmen?

GERRY WEBER: Sie haben Recht. Zum einen haben wir im Geschäftsjahr 2008/09 gezeigt, dass wir einem schwachen Marktumfeld trotzen können und unseren Wachstumskurs unbeirrt umsetzen. Aber sowohl in 2008/09 als auch in der momentanen Situation gibt es hierfür natürlich Gründe. Und das sind an allererster Stelle unsere Kollektionen, die bei unseren Kundinnen einfach gut ankommen und die wir aufgrund unserer hervorragenden Marktkenntnis immer weiter perfektionieren. In Kombination mit der Tatsache, dass wir das Konsumverhalten unsere Zielgruppe als überdurchschnittlich krisenresistent erachten, sind wir daher für das Gesamtjahr weiterhin sehr zuversichtlich.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die GERRY WEBER AG erzielt zurzeit rund 40% ihrer Umsätze im Ausland, vor allem im Großhandelsgeschäft. Nun will Ihre Gesellschaft das internationale Filialennetz stark ausbauen. Ein Teil dieser Strategie ist auch die Übernahme der Mietvertragsverhältnisse, Warenlager und Markenrechte von der insolventen DON GIL Textilhandel GmbH, die ermöglicht, die Expansion in Österreich neben den schon bestehenden 23 eigenen GERRY WEBER-Geschäften schneller als geplant umzusetzen. Welche Märkte sind in dieser Hinsicht für Ihr Unternehmen besonders interessant und warum?

GERRY WEBER: Wir sind im Mittleren Osten mit mehr als 20 Häusern vertreten, in Abu Dhabi und haben in Kairo bereits den dritten Store. Wir sind in Russland und Polen und sogar ausgesprochen erfolgreich in Spanien präsent. Im Ausland eröffnen wir unsere Häuser überwiegend mit Partnern. Sie kennen den eigenen Markt. Russland und China sind für uns auch in Zukunft wichtige Märkte. In Russland haben wir schon rund 40 Partnerstores. Nachdem in Polen bereits das erste eigene HOUSE OF GERRY WEBER eröffnet wurde und weitere noch für dieses Kalenderjahr geplant sind, konzentrieren sich die weiteren Aktivitäten neben Polen nun auf Tschechien und die Slowakei. In China wird ebenfalls weiter expandiert. Jetzt starten wir auch auf dem US-Markt und beginnen zunächst bewusst vorsichtig mit wenigen Partnern, um wenig Fehler zu machen. Die Warenhauskette Bloomingdale's hat unsere Kollektion ab dem kommenden Frühjahr im Angebot. Wir fangen allerdings erstmal mit drei Häusern an. Wir wollen im nächsten Jahr den Exportanteil auf über 50 Prozent steigern. Aber auch in Deutschland geht die Expansion mit 65 bis 75 Häusern eigenen Häusern pro Jahr weiter.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Der verstärkte Ausbau des Filialgeschäfts dürfte in den kommenden Jahren vor allem Ihren Margen zugute kommen. Wann erwarten Sie die ersten positiven Effekte der Expansion im Einzelhandel auf Ihr Zahlenwerk? Wie definieren Sie Ihre mittel- und langfristigen Margenziele?

GERRY WEBER: Die positiven Effekte sind bereits heute deutlich erkennbar, schließlich haben wir schon länger eine Retailstrategie. Das erste HOUSE OF GERRY WEBER wurde bereits 1999 eröffnet. Die Expansionsgeschwindigkeit hat sich allerdings in den letzten Jahren beschleunigt und soll beibehalten oder sogar ausgebaut werden. Die Entwicklung der Margen in den letzten Jahren ist zu einem Teil auf das zunehmende Einzelhandelsgeschäft zurückzuführen. Als mittelfristiges Ziel haben wir einen Umsatz von 1 Mrd. EUR bei einer EBIT-Marge von mindestens 15% im Blick.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die GERRY WEBER AG ist grundsolide finanziert: Den Verbindlichkeiten in Höhe von 23 Mio. EUR stehen Barmittel von circa 50 Mio. EUR gegenüber. Auch der Börsenwert Ihres Unternehmens ist zumindest zufriedenstellend. Sind auf absehbare Zeit vielleicht irgendwelche Maßnahmen geplant, die diese ausgezeichnete Position Ihrer Gesellschaft nachhaltig sichern bzw. noch weiter stärken sollten?

GERRY WEBER: Die von Ihnen genannten Zahlen werden sich allein aus dem operativen Geschäft voraussichtlich weiter zugunsten eines Liquiditätsüberschusses entwickeln. Das gibt uns alle Freiheiten, unsere ehrgeizigen Wachstumspläne aus dem operativen Cash Flow bzw. eigenen finanziellen Mitteln uneingeschränkt umzusetzen. Dabei haben wir neben organischem Wachstum immer auch Akquisitionsmöglichkeiten wie bei DON GIL als zusätzliche Option der Mittelverwendung.

aktiencheck.de EXKLUSIV bedankt sich für dieses Interview und wünscht der GERRY WEBER AG weiterhin viel geschäftlichen Erfolg. (21.11.2011/ac/e/i)






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