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Frankreich: Strukturelle Reformen zahlen sich aus




10.07.18 08:40
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten Frankreichs im Mai 2017 fiel in eine Phase des konjunkturellen Aufschwungs, so die Analysten der Helaba.

Das Geschäftsklima sei gestiegen und dürfte auch durch die angekündigten umfangreichen Reformen noch verbessert worden sein. Seit Jahresanfang 2018 sei allerdings eine Trendwende eingetreten. Das Konsumklima hingegen habe sich bereits seit Juli 2017 verringert. Ein positiver "Präsidenteneffekt" sei hier eher nicht festzustellen gewesen. Die zurückgehenden Klimaindices würden sich in schwächeren Wachstumsraten niederschlagen. Nach 2,3% dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2018 um nur noch 1,8% zulegen. Die Verunsicherungen durch den Zollkonflikt mit den USA wirke sich auch in Frankreich negativ aus. Immerhin seien 2017 über 7% der französischen Waren in die USA gegangen. Der deutsche Wert liege mit 8,7% nur etwas darüber. Frankreich weise allerdings im Warenhandel mit den USA ein minimales Defizit auf, während Deutschland im vergangenen Jahr einen Überschuss von gut 50 Mrd. Euro erzielt habe.

Obwohl die französische Beschäftigung wieder kräftiger zulege, habe die Dynamik der Konsumausgaben zuletzt nachgelassen. 2017 hätten sie mit 1,2% deutlich schwächer expandiert als das gesamtwirtschaftliche Wachstum (2,3%). Auch 2018 könne kein höheres Wachstum dieser wichtigsten BIP-Komponente erwartet werden. Die wieder höhere Inflation dämpfe den Anstieg der Realeinkommen. Der Entlastungseffekt durch sinkende Ölpreise sei bereits 2017 entfallen. Die Inflationsrate sei mit 1,2 % um rund einen Prozentpunkt höher ausgefallen als im Jahr zuvor. 2018 dürfte sogar ein Wert von 1,7% erreicht werden.

2017 habe Frankreich mit einer staatlichen Neuverschuldung von 2,3% des BIPs zum ersten Mal seit acht Jahren das Maastricht-Kriterium wieder eingehalten. Trotzdem bleibe die Sanierung der Staatsfinanzen in der aktuellen Phase der Wachstumsabschwächung vordringlich. Immerhin liege die Staatsverschuldung bei knapp 100%. Die Situation verschärfe sich mittelfristig, da der französische Staat in zwei Schritten beginnend ab 2020 die Bahnschulden von 35 Mrd. Euro übernehmen werde. Hinzu komme die Gegenfinanzierung der bisher beschlossenen Steuersenkungen. Der französische Rechnungshof fordere deswegen die Konkretisierung der eigentlich geplanten strukturellen Einschnitte bei den Staatsausgaben. In diesem Umfeld dürften auch die Konsumausgaben des Staates in diesem Jahr mit rund 1,5% erneut nur unterdurchschnittlich zulegen.

2017 sei es der französischen Wirtschaft gelungen, ihre Exporte stärker zu steigern als die Importe; das reale Handelsdefizit verringere sich. Dies dürfte sich bei einem leicht unterbewerteten Euro auch in diesem Jahr fortsetzen. Die Reformen der französischen Regierung wie die Steuersenkungen für Unternehmen und die Arbeitsrechtsreform sowie die bislang positive Konjunktur hätten sich zudem positiv auf die Investitionstätigkeit ausgewirkt. Die Schwäche im ersten Quartal 2018 könnte hier allerdings eine moderatere Schrittfolge ankündigen. Trotzdem dürften 2018 sowohl von den Ausrüstungen als auch von den Bauinvestitionen positive Impulse ausgehen. (10.07.2018/ac/a/m)






 
 
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