Erweiterte Funktionen


Franklin Gallup Economics of Recovery Studie: Konsumverhalten der Amerikaner




15.09.20 10:45
Franklin Templeton

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die zweite Runde unserer Franklin Templeton-Gallup Economics of Recovery Study, die sich mit der wirtschaftlichen Erholung befasst, bestätigt unsere ersten Ergebnisse und liefert einige wichtige neue Erkenntnisse, so Sonal Desai, Ph.D., Chief Investment Officer von Franklin Templeton Fixed Income.

Die Haushalte scheinen ein gewisses Vertrauen zurückgewonnen zu haben, aber dennoch bleiben die Amerikaner vorsichtig: Drei Viertel derjenigen, die sparen können, planen, in den nächsten sechs Monaten weitere Ersparnisse zurückzulegen, und weniger als ein Drittel hat bereits jetzt die Absicht, mehr für Grundbedarfsgüter und -dienstleistungen auszugeben, so die Experten von Franklin Templeton.

Die zweite Runde zeige auch, dass die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs oder einer wirksamen Therapie den größten Einfluss auf die Bereitschaft der Menschen hätte, ihr normales Ausgabeverhalten vollständig wieder aufzunehmen, während selbst ein deutlicher Rückgang der lokalen Neuinfektionen und Todesfälle einen geringeren Einfluss auf das Vertrauen hätte.

Die meisten Amerikaner würden parteiübergreifend eine neue Form finanzieller Unterstützung durch die Regierung befürworten; man finde jedoch keine Anzeichen dafür, dass eine wesentliche Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung die Menschen von der Arbeit abhalten würde, da eine Mehrheit der Bevölkerung eine größere langfristige Beschäftigungssicherheit vorziehen würde.

Die jüngsten Ergebnisse der Experten von Franklin Templeton würden drei ermutigende Anzeichen dafür zeigen, dass die Haushalte zumindest ein gewisses Vertrauen zurückgewonnen hätten:

1. Die Bereitschaft der Amerikaner, sich an einer Reihe von Aktivitäten zu beteiligen, sei zwischen Juli und August stabil geblieben. Das Wiederaufflammen neuer Fälle im Juli scheine nicht zu einer anhaltenden Einschränkung der Tätigkeit geführt zu haben, was angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Neuinfektionen im Laufe des August wieder zurückgegangen sei, ein gutes Zeichen sei.

2. Das Tragen von Masken finde im ganzen Land immer mehr Akzeptanz und setze einen Trend fort, den Gallup-Daten bereits seit April-Mai ermittelt hätten. Dabei bestünden nur geringfügige Unterschiede zwischen Republikanern und Demokraten.

3. Vielleicht hänge damit zusammen, dass ein steigender Anteil der Amerikaner zuversichtlich sei, sich in der Öffentlichkeit vor COVID-19 schützen zu können - obwohl der Anteil immer noch nicht höher als ein Drittel sei.

Gleichzeitig begrüße eine starke Mehrheit der Amerikaner die fortgesetzte Hilfe der Regierung. Über 80% der Demokraten sowie 64% der Republikaner und 66% der Unabhängigen sprächen sich für eine weitere einmalige Zahlung als "Economic Impact Payment" zur Ankurbelung der Konjunktur aus, wobei eine parteiübergreifende Mehrheit eine Zahlung von 900 US-Dollar oder mehr befürworte. Diese breite Unterstützung spiegele wahrscheinlich die Erkenntnis wider, dass die Wirtschaft immer noch vor großen, aber vorübergehenden Schwierigkeiten stehe.

Unsere Ergebnisse zeigen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass eine fortgesetzte staatliche Hilfe in Form einer erhöhten Arbeitslosenunterstützung die Rückkehr der Menschen in die Arbeitswelt bremsen würde; die meisten Arbeitnehmer bevorzugen rational gesehen die größere langfristige Beschäftigungssicherheit gegenüber vorübergehender staatlicher Unterstützung, selbst wenn letztere ihr reguläres Lohneinkommen übersteigt, so die Experten von Franklin Templeton.

Bei den Ausgaben würden sich die meisten Amerikaner eher zurückhaltend zeigen. Unter denjenigen, die derzeit in der Lage seien, Geld zu sparen, würden ganze drei Viertel planen, in den nächsten sechs Monaten weitere Ersparnisse zurückzulegen, während weniger als ein Drittel beabsichtige, mehr für Grundbedarfsgüter und -dienstleistungen auszugeben. Noch weniger würden erwägen, Geld für unwichtigere Ausgaben wie Reisen oder Urlaub auszugeben (lediglich etwas mehr als einer von zehn). Gleichzeitig plane nur einer von zehn Befragten, seine Schulden zu tilgen. Zusätzliche Einnahmen würden zumeist als Polster beiseite gelegt, vermutlich für den Zeitpunkt, an dem das Virus und die wirtschaftliche Unsicherheit abgeklungen sein würden; dies könnte einen wertvollen Puffer darstellen und einen schnelleren Wiederanstieg der Ausgaben ermöglichen. Die Amerikaner scheinen für bessere Zeiten zu sparen, so die Experten von Franklin Templeton.

Die in den Monaten Juni bis Juli beobachtete Erholung der Einzelhandelsausgaben zeige, dass die Nachfrage der privaten Haushalte bei einer Lockerung der Beschränkungen der Geschäftstätigkeit immer noch das Potenzial habe, das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Um das Ausgabenniveau wieder vollständig zu normalisieren, müsse jedoch das Vertrauen der Amerikaner in die Beherrschung der Pandemie wiederhergestellt werden. Unsere jüngsten Ergebnisse zeigen, dass die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bei 71% der Amerikaner die Bereitschaft zur Rückkehr zu einem normalen Ausgabenverhalten beeinflussen würde; die entsprechende Zahl im Fall einer wirksamen Therapie ist mit 64% ebenfalls sehr hoch, so die Experten von Franklin Templeton. Im Vergleich dazu hätte eine wesentliche und anhaltende Verbesserung der lokalen COVID-19-Zahlen (weniger als zehn Neuinfektionen und 14 Tage lang keine neuen Todesfälle) nur für ein Viertel der Befragten eine größere Auswirkung.

Die Tatsache, dass die meisten Menschen selbst einer sehr überzeugenden lokalen Eindämmung der Ansteckung wenig Bedeutung beimessen würden, spiegele die Erkenntnis der Experten von Franklin Templeton wider, dass die lokalen Bedingungen nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die Risikowahrnehmung hätten - das Ausmaß, in dem die Befragten den Anteil junger Menschen an den gesamten COVID-19-Todesfällen überschätzen würden, variiere in den wichtigsten US-Regionen um weniger als zwei Prozentpunkte. Auch die Unterstützung für die Wiedereröffnung von Schulen, Restaurants, Geschäften und Gebetsstätten scheine in allen Regionen einheitlich schwach zu sein, wobei sie im Westen des Landes besonders gering sei.

Im Gegensatz dazu bestätigt unsere zweite Ergebnisrunde, dass die politische Zugehörigkeit weiterhin eine primäre Rolle bei der Wahrnehmung des COVID-19-Risikos spielt; individuelle Merkmale und sogar die Verbreitung des Virus in der eigenen Region sind weitaus weniger relevant, so die Experten von Franklin Templeton. Unter den Demokraten hätten sich 35% sehr besorgt geäußert, dass sie sich mit COVID-19 infizieren könnten. Im Vergleich dazu würden nur 19% der Republikaner und 23% der Unabhängigen eine Infektion fürchten. Zudem seien 41% der Demokraten sehr besorgt, dass sie ernsthafte gesundheitliche Folgen erleiden würden, wenn sie sich mit COVID-19 infizieren würden, während im Vergleich dazu nur 22% der Republikaner und 28% der Unabhängigen diese Sorge hegen würden.

Und wie die Experten von Franklin Templeton in ihrer ersten Runde festgestellt hätten, würden die Amerikaner immer noch dazu neigen, das Sterberisiko durch COVID-19 für jüngere Menschen stark zu überschätzen, während sie das Risiko für ältere Jahrgänge unterschätzen würden. Diese Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung des COVID-19-Risikos durch die Menschen und den tatsächlichen Sterblichkeitsstatistiken habe erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen - diejenigen, die sich mehr Sorgen über eine Ansteckung machen würden, seien auch weniger geneigt, sich wirtschaftlich einzubringen und die Wiedereröffnung von Schulen und Unternehmen zu unterstützen.

Unsere jüngste Umfrage zeigt, dass nur diejenigen Amerikaner, die glauben, dass die Pandemiesituation "viel besser wird", deutlich eher bereit sind, sich auf nicht lebensnotwendige Aktivitäten einzulassen, wie öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, ein Hotel zu buchen oder ein Restaurant, Fitnessstudio oder einen Friseursalon zu besuchen, so die Experten von Franklin Templeton.

Die zweite Ergebnisrunde bestätige daher, dass eine bessere Aufklärung über die Risiken von COVID-19 den Menschen eine fundiertere Entscheidungsgrundlage bieten und die Zurückgewinnung des Vertrauens und Erholung der Wirtschaftstätigkeit erleichtern könnte.

Die Menschen sollten natürlich dazu angehalten werden, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und verantwortungsbewusst zu handeln, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen - unsere Feststellung, dass das Tragen von Masken im ganzen Land weiter zunimmt und die Akzeptanz bereits über 90% beträgt, ist in dieser Hinsicht ermutigend, so die Experten von Franklin Templeton. Aber die Rückkehr zu normalem Ausgabenverhalten von der Wahrnehmung eines Nullrisikos abhängig zu machen, könnte eine übertriebene Vorsicht - und eine unrealistisch hohe Messlatte - darstellen. Bessere und sachliche Informationen könnten zusammen mit einem anhaltenden Rückgang der Neuinfektionen dazu beitragen, die vollständige Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivität zu beschleunigen. (Ausgabe vom 01.09.2020) (15.09.2020/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...