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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Fonds: Technologiefonds überzeugen selbst in Krise




05.06.20 07:46
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Rezessionsjahr 2020? Davon ist bei vielen Technologiefonds nichts zu spüren. Sie kommen seit Jahresanfang auf kräftige Gewinne, Anleger registrieren das und steigen ein. Bei vielen breit streuenden Aktienfonds machen Anleger dagegen Kasse.


4. Juni 2020. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Die rasante Aufholjagd am Aktienmarkt sorgt auch im Fondshandel für viel Umsatz. „Der DAX hat seit seinem Tief schon fast 50 Prozent gut gemacht“, bemerkt Matthias Präger von der Baader Bank. Jan Duisberg von der ICF Bank beobachtet weiter großes Interesse an Fonds mit Tech- und Biotech-Aktien. „Der Nasdaq hat sich ja auch viel besser entwickelt als der Dow Jones.“  


Technologiefonds können in der Tat mit einer beachtlichen Performance aufwarten. So kommt der BGF World Technology Fund (WKN 974499) seit Jahresanfang auf ein Plus von 22 Prozent, auf Dreijahressicht sind es 27 Prozent p.a., der Franklin Technology (WKN A0KEDE) auf 17 Prozent in diesem Jahr und 23 Prozent p.a. auf Dreijahressicht. Beide werden rege gekauft, wie Duisberg feststellt. Ebenfalls beliebt ist der UniSector: BioPharma (WKN 921556), der weltweit in Unternehmen aus der Pharma-, Gesundheits- und der Biotechnologiebranche investiert. „Da macht sich wohl das Rennen um den Corona-Impfstoff bemerkbar.“ 


„Preisverfall bei Rohstoffen überzogen“


Auch in Rohstoffaktien positionieren sich Anleger, berichtet Duisberg. „Den Preisverfall bei den Rohstoffpreisen hält wohl so mancher für übertrieben.“ Gekauft würden etwa die auf Rohstoffproduzenten setzenden Fonds Amundi Aktien Rohstoffe (WKN 977988) und JPM Global Natural Resources (WKN A0DPLM). Beide haben sich von den Märztiefs kräftig erholt, kommen seit Jahresanfang aber immer noch auf ein deutliches Minus. 


Trotz Goldpreisrallye dominieren im Handel von Aktienfonds mit Goldproduzenten die Abgaben, erklärt Präger. „Das könnten Gewinnmitnahmen sein“. Abgestoßen werden etwa der BGF World Gold Fund in US-Dollar und Euro (WKN 974119, A0BMAL). 


Jan Duisberg


Duisberg


Mehr Rendite mit Nachhaltigkeitsfonds


Breit streuende Aktienfonds mit deutschen, europäischen und auch internationalen Aktien stehen laut Präger unterdessen überwiegend auf den Verkaufslisten. „Das könnten ebenfalls Gewinnmitnahmen sein von Anlegern, die zum Tiefstand eingestiegen sind“, mutmaßt er. Betroffen sind etwa der DWS Deutschland (WKN 849096), der Cominvest Fondak (WKN 847101), der Threadneedle European Smaller Companies (WKN A2JR84), der M&G Global Basics (WKN 797735) und der M&G Global Dividend (WKN A2JRB4). Gegen den Trend kaufen Anleger den DWS German Equities (WKN 847428), den GLS Bank Aktienfonds (WKN A1W2CK) und den LBBW Global Warming (WKN A0KEYM). 


Der GLS Bank Aktienfond ist derzeit ein gutes Beispiel dafür, dass nachhaltiges Investieren nicht mit Einbußen bei der Rendite einhergehen muss. Der Fonds sucht Aktien nach Nachhaltigkeitskriterien aus und berücksichtigt sowohl Negativ- und Ausschluss- als auch Positivkriterien. Mit einem nur kleinen Minus von 2 Prozent seit Jahresanfang und einem Plus von 6 Prozent p.a. auf Dreijahressicht schlägt er sich deutlich besser als der DAX-ETF iShares DAX (WKN 593393) mit minus 6,1 Prozent und minus 1,4 Prozent p.a.


Viele Asienfonds schon gut erholt


Etwas ruhiger zu geht es laut Präger im Handel mit asiatischen Aktien. „Die Umsätze sind durchschnittlich – mit Zu- und Abflüssen gleichermaßen.“ Anleger setzen zum Beispiel auf den AGIF - Allianz Total Return Asian Equity (WKN A0Q1NV) und den UBS EF China Opportunity (USD) (WKN 986579) und trennen sich vom Baring Hong Kong China (WKN 972840) und vom JPMorgan Greater China (WKN A0DQQL). 


Einige Fonds mit asiatischen Aktien, etwa der AGIF - Allianz Total Return Asian Equity, haben den Stand vor dem Einbruch schon wieder erreicht und liegen seit Jahresanfang im Plus. Der Fonds konzentriert sich auf Aktien von Unternehmen mit Sitz oder wesentlicher Geschäftstätigkeit in Ländern wie China, Korea, Taiwan, Indien, Thailand oder Indonesien. Fondsschwergewichte sind derzeit Tencent, Taiwan Semiconductor, Alibaba, die HDFC Bank und Reliance Industries. Auf Dreijahressicht erzielte er eine Rendite von 5,9 Prozent im Jahr.


Publikumsliebling bleibt unterdessen der Mischfonds Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities (WKN A0M430), wie Duisberg meldet. „Der wird einfach immer gekauft.“


Wieder rege Umsätze in Immobilienfonds


Kräftig erholt nach dem Kursrücksetzer im März haben sich auch die Immobilienfonds. „Die Liquiditätslage ist wieder gut“, erklärt Duisberg. Rege Umsätze meldet er zum Beispiel für den Grundbesitz Europa (WKN 980700), den UniImmo: Europa (WKN 980551) und den Fokus Wohnen Deutschland (WKN A12BSB). Der auf Wohnimmobilien konzentrierte Fokus Wohnen Deutschland wird mittlerweile schon über dem Niveau vor der Krise gehandelt. 


„Gute Liquiditätslage bei Immobilien-Fonds“


Im dem sich in Abwicklung befindenden SEB ImmoInvest (WKN 980230) gab es laut Duisberg zuletzt einen Nachfrageschub. Gut angelaufen sei das Geschäft mit zwei Neuzugängen im Handel: dem global investierenden Leading Cities Invest von KanAm Grund (WKN 679182) und dem ebenfalls weltweit engagierten Degi International von Aberdeen Asset Management (WKN 800799). 


von: Anna-Maria Borse
​​​​​​​4. Juni 2020, © Deutsche Börse AG


 



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