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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Fonds: Technologieaktien ziehen




18.01.20 07:29
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Den starken Jahresauftakt an den Aktienmärkten nutzen viele Fondsanleger zur Gewinnmitnahme. Sie verkaufen Anteile an weltweit investierten Aktienportfolios sowie Fonds mit deutschen und europäischen Unternehmen. Technologieaktien werden hingegen weiterhin gekauft.
 


(FRANKFURT) Börse Frankfurt. Gute bis sehr gute Nachfrage prägt den Handel mit aktiv verwalteten Fonds zu Jahresbeginn. Als klare Gewinner sieht Jan Duisberg Publikumsfonds mit Technologieaktien. Das liege nicht zuletzt an dem weiterhin guten Lauf des Nasdaq. „Der technologielastige Index verbucht einen Rekord nach dem anderen“, fasst der ICF-Händler zusammen. Nach einem Plus von rund 35 Prozent auf 8.972 Punkte im vergangenen Jahr, notiert der Nasdaq aktuell um 9.258 Punkte und liegt seit Jahresbeginn gut 3 Prozent im Plus.


Fast nur Käufer


Viele Anleger scheinen weiteres Aufwärtspotenzial in der Branche zu vermuten. „Abflüsse gibt es wenige, in erster Linie wird gekauft“, beschreibt Duisberg. Sehr starken Zulauf gebe es zum Beispiel für die Euro-Versionen des Fidelity Funds - Global Technology Fund (WKNs A0NGW1921800). Das gelte auch für den Franklin Technology Fund (WKN A0KEDE) und BlackRock Global Funds - World Technology Fund (WKN 974499). Letzterer kommt mit Aktien von IT-Konzernen wie Microsoft, Apple, Alibaba, Alphabet, Tencent, Amazon, Salesforce, Adobe, Facebook, und PayPal im vergangenen Jahr 2019 auf ein Plus von gut 43 Prozent.


Immobilien gefragt


Vor dem Hintergrund stabiler Wertentwicklungen und laufender Ausschüttungen belegten Immobilienfonds wie gewohnt vordere Ränge in der ICF-Umsatzstatistik. „Wir hatten sehr viele Zu-, aber auch Abflüsse“, präzisiert Duisberg. Zu den gern gehandelten Produkten ohne eindeutige Tendenz gehörten der grundbesitz global (WKN 980705) und Deka Immobilien Global (WKN 748361). Anleger trennten sich hingegen in Summe vom grundbesitz europa (WKN 980700) und CS Euroreal (WKN 980500).


Jan Duisberg

Duisberg


Rekord von 2008 eingestellt


Die Branche boomt. Weltweit flossen 2019 nach Berechnungen der britischen Prequin 151 Milliarden US-Dollar in neuemittierte Immobilienfonds und überflügelten damit das Rekordjahr 2008. Mit der erstmaligen Überschreitung der 100 Milliarden Euro-Marke liegt nach Angaben von Fonds Professionell auch das hiesige Volumen offener Immobilien-Publikumsfonds auf einem Spitzenniveau. Viele Manager beschränkten gegenwärtig bewusst den Mittelzufluss, weil sie zunehmend Mühe hätten, das viele Geld rentabel zu investieren.


 


 


Gute Fonds-Umsätze – hauptsächlich auf der Verkaufsseite – meldet Matthias Präger von der Baader Bank. Investoren verabschiedeten sich in Summe von ihren Aktienportfolios mit deutschen und internationalen Werten. Zu den meist verkauften Fonds mit Schwerpunkt auf hiesige Unternehmen zähle Präger den DWS Deutschland (WKN 849096) und Allianz Nebenwerte Deutschland (WKN 848176). Im Comgest Growth Mid-Caps Europe (WKN 631027) positionierten sich Anleger hingegen unterm Strich.


Auch der Arero der Weltfonds (WKN DWS0R4) und LBBW Global Warming (WKN A0KEYM) landeten zumeist in den Depots. Letzterer zielt auf Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen zum Kampf gegen die globale Erwärmung anbieten. Vom Credit Suisse Global Value Equity (WKN 796586) und Templeton Growth (WKN 941034) verabschiedeten sich Anleger per Saldo.


Matthias Praeger

Präger


Gutes Investmentjahr


Die Fondsbranche im deutschsprachigen Raum blickt laut Mountain View übrigens mit Nettozuflüssen von 175 Milliarden Euro insgesamt nach 2017 auf das erfolgreichste Jahr seit 2008. Mit Plus 114 Milliarden Euro setzten Anleger besonders stark auf Rentenfonds. Fast 37 Milliarden Euro davon hätten Portfolios mit Unternehmensanleihen eingesammelt – so viel wie nie zuvor. Mischfonds kommen laut Mountain View auf rund 18 Milliarden Euro mehr.


Aktienfonds müssen bluten


Trotz steigender Aktienmärkte zogen Investoren nach Angaben der Österreicher in Summe knapp 55 Milliarden Euro aus Aktienfonds ab. Produkte mit US-Unternehmen hätten 662 Millionen Euro eingebüßt, Schwellenländer-Fonds knapp vier Milliarden Euro. Das Minus von Produkten mit japanischen Aktien beziffern Mountain View mit 6,5 Milliarden Euro, das von Fonds mit Aktien der Euroländer mit rekordhohen acht Milliarden Euro. Verheerend sei 2019 auch für Fonds mit europäischen Werten verlaufen. Diese hätten knapp 31 Milliarden Euro verloren.


von: Iris Merker


16. Januar 2020, © Deutsche Börse AG




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