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Flächenbrand - Erreicht die Krise der Schwellenländer auch Asien?




11.09.18 12:00
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Wirtschaftskrisen in der Türkei und in Argentinien haben zu einer weltweiten "Ansteckungsgefahr" geführt und könnten auch auf andere Länder überspringen, so die Experten von LYNX Broker.

Einige asiatische Staaten hätten schon heute mit den Auswirkungen zu kämpfen. Während die Türkei mit einer fallenden Währung und einer Verschlechterung der Beziehungen zu den USA ringe, habe eine dramatische Beschleunigung der Wirtschaftskrise auch Argentinien dazu veranlasst, Sparmaßnahmen anzukündigen und den Internationalen Währungsfonds (IWF) um eine vorzeitige Freigabe eines Kredits in Höhe von 50 Mrd. USD zu bitten. Gerade der starke Wertverlust sowohl der Türkischen Lira (TRY) als auch des Argentinischen Pesos (ARS) habe die Befürchtungen genährt, dass weitere Währungen unter Druck geraten könnten. In Asien seien Indiens Rupie (INR) und Indonesiens Rupiah (IDR) bereits getroffen worden. Drohe also ein Flächenbrand?

"Die Türkei und Argentinien haben nur sehr schwache Handelsbeziehungen zu den asiatischen Staaten", gebe Sascha Sadowski, Finanzexperte des internationalen Finanzdienstleisters LYNX Broker, zu bedenken. Es sei daher sehr unwahrscheinlich, dass die Wirtschaftskrise der beiden Länder in den asiatischen Raum exportiert werde. "Ansteckungspotenzial hätten hier eher die großen Volkswirtschaften, wie China, die USA oder die Europäische Union", so der Experte weiter. "Das größte Problem für die Länder der APAC wäre es, wenn die türkische Wirtschaftskrise zu einer Ansteckung der Schwellenländerwährungen und -aktien führen würde, denn das hätte möglicherweise erhebliche Kapitalabflüsse aus Schwellenländern zur Folge", führe Sadowski weiter aus.

Besonders von der Ansteckungsgefahr seien Länder bedroht, die auf Devisen angewiesen seien oder große Mittelzuflüsse in Fremdwährungen in ihren Aktien- und Anleihemärkten hätten. Für Länder, die sich viel in Fremdwährung geliehen hätten, in der Regel in US-Dollar, könne dies die Rückzahlung ihrer Fremdwährungsanleihen erschweren. "Dieses Szenario konnten wir schon einmal 1997 in der asiatischen Finanzkrise beobachten", führe der LYNX-Experte aus.

In Asien seien beispielsweise Indien sowie Indonesien stark von ausländischen Kapitalzuflüssen abhängig, weshalb deren Währungen besonders unter Druck geraten seien. "Gerade die steigenden Ölpreise sind für Indien ein ernsthaftes Problem und haben das Leistungsbilanzdefizit vergrößert. Ein Land, das ein Leistungsbilanzdefizit aufweist, kann dann normalerweise auf Mittelzuflüsse aus dem Ausland zurückgreifen, um Ausgaben und Investitionen zu finanzieren. Versiegen diese jedoch wird es brenzlig", erkläre Sadowski.

Auch Indonesien zähle zu den besonders anfälligen Ländern, denn es verfüge über niedrige Devisenreserven und eine hohe ausländische Beteiligung an den lokalen Aktien- und Anleihemärkten. Sollten Investoren ihr Kapital abziehen, führe das zu großen Problemen.
An einem Flächenbrand, der sich möglicherweise von der Türkei und Argentinien auch nach Asien ausbreite sei niemand interessiert. So bleibe zu hoffen, dass ausländische Investitionen in diesen Ländern den Brandherd rechtzeitig unter Kontrolle bekämen. (11.09.2018/ac/a/m)






 
 
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