Erweiterte Funktionen


FidAR-Forum XII: Vorstandsquote wirkt bereits: adidas, Bayer und E.ON holen wieder Frauen in die Führungsetage




10.02.21 15:24
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Es gibt Bewegung in den Führungsetagen der Unternehmen, noch bevor die Mindestbeteiligung für Frauen in Vorständen Gesetzeskraft erlangt hat, so FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e. V. - in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemitteilung:

Mit Amanda Rajkumar bei adidas (ISIN: DE000A1EWWW0, WKN: A1EWWW), Sarena Lin bei Bayer (ISIN: DE000BAY0017, WKN: BAY001) und Victoria Ossadnik bei E.ON (ISIN: DE000ENAG999, WKN: ENAG99) haben drei der sechs unter die Mindestbesetzungsregel fallenden DAX 30-Mitglieder, die im Oktober 2020 noch ausschließlich männlich besetzte Spitzengremien hatten, Frauen in den Vorstandberufen. Bei HeidelbergCement, Infineon und MTU sind die Vorstandsetagen noch frauenfrei. Sie werden handeln müssen, um die Quote zu erfüllen.

Das zeigen vorläufige Daten des Women-on-Board-Index von FidAR mit Stand Januar 2021, die beim heutigen FidAR-Forum XII im Auswärtigen Amt in Berlin präsentiert werden. Von den insgesamt 73 unter die Quote fallenden börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mit mehr als drei Vorstandsmitgliedern haben 28 (38,4%) in der obersten Führungsetage noch keine Frau. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-30-Unternehmen stieg nach den vorläufigen Zahlen auf 36 Prozent, der Anteil in den Vorständen beträgt 17,8 Prozent.

"Die Vorstandsquote wird kommen. Es ist erfreulich, dass Unternehmen schon jetzt handeln. Aber es ist auch offensichtlich, dass sie sich nur bewegen, weil absehbar ist, dass die Zeit des freiwilligen Handelns und die Zeit der Appelle vorbei sind. Um wirklich und stetig voranzukommen, brauchen wir verbindliche gesetzliche Vorgaben für die Unternehmen. Ich bin mir sicher, dass unser Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen im Deutschen Bundestag eine breite Mehrheit erhalten wird. Nur zusammen mit vielen engagierten Frauen aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur haben wir erreicht, was lange unerreichbar schien. Und zwar mit großer Beharrlichkeit und viel Überzeugungskraft. Dafür möchte ich mich bei allen, die an meiner Seite gekämpft haben, bedanken. Wir machen Schluss mit frauenfreien Vorstandsetagen in großen Unternehmen", sagt Bundesfrauenministerin Franziska Giffey. "Wir setzen ein Zeichen für eine zukunftsfähige, moderne Gesellschaft und Wirtschaft. Auch im Wahljahr 2021 gilt, Frauen sind eine gute Wahl und Frauen können alles."

"Gleichberechtigte Gesellschaften sind sicherer, stabiler und friedlicher. Es geht um gesellschaftliche und ökonomische Vernunft, um Teilhabe, um Gerechtigkeit. Und damit im Kern um die Frage, in was für einer Gesellschaft, in was für einer Welt wir zusammenleben wollen. Diplomatie ist ein zentraler Hebel, um den notwendigen Kulturwandel zu beschleunigen", betont Bundesaußenminister Heiko Maas. "Wenn wir Machtkonstellationen verändern wollen zugunsten von inklusiven, demokratischen Gesellschaften, dann brauchen wir auch eine Diplomatie der Zivilgesellschaften."

"Jede weitere Frau in einem DAX-Vorstand ist ein Schritt für mehr Gleichberechtigung. Wir haben schon bei der Aufsichtsratsquote gesehen, dass bereits die Diskussion über klare gesetzliche Vorgaben zu Verbesserungen führte. Aber wir erwarten mehr: Frauenfreie DAX-Vorstände müssen endlich Geschichte sein. Das Gleiche gilt für die Managementorgane der Beteiligungen von Bund, Ländern und Kommunen. Die Aufsichtsräte haben durch fehlenden Ehrgeiz bei der Umsetzung der Zielgrößen die Vorstandsquote selbst verschuldet. Jetzt haben sie es in der Hand zu zeigen, dass sie es besser können", erklärt FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow. "Es bleibt dabei: Wir fordern mittelfristig die Aufsichtsratsquote für alle Unternehmen, die der Zielgrößenvorgabe unterliegen. Das ist der effektivste Hebel, um mehr gleichberechtigte Teilhabe auf allen Führungsebenen zu erreichen. Dafür werden wir uns mit Blick auf die Bundestagswahl stark machen."

Nach dem zum 31.10.2020 aktualisierten Women-on-Board-Index von FidAR liegt der durchschnittliche Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 190 größten Börsen-Unternehmen bei 32,7 Prozent - im Vergleich zum Frühjahr 2020 ein magerer Zuwachs von 0,5 Prozentpunkten. In den Vorständen liegt der Anteil bei 11,8 Prozent, ein ebenfalls marginaler Anstieg um 1,1 Prozentpunkte. Bei den der Quote unterliegenden Unternehmen ist der Frauenanteil sowohl in den Aufsichtsräten (35,4%) als auch in den Vorständen (12,7%) signifikant höher als bei Unternehmen, die nicht unter die Quote fallen. Aktuell haben 73 börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mehr als drei Vorstandsmitglieder und fallen somit unter die Vorstandsquote. Mit Stand Januar 2021 haben 28 davon keine Frau im Vorstand.

Das FidAR-Forum gehört zu den größten Konferenzen für Frauen in der deutschen Wirtschaft. Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (10.02.2021/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...