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FCF Life Sciences Analyse: Europäischer Life Sciences Venture Capital Markt mit starkem Wachstum im Corona-Jahr 2020




24.02.21 11:15
FCF Fox Corporate Finance

München (www.aktiencheck.de) - Gesundheit und Life Sciences entwickelt sich europaweit immer stärker zu einem der großen Megathemen, so FCF Fox Corporate Finance in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemitteilung:

Das Venture Capital Finanzierungsvolumen im Bereich Life-Sciences zeigte 2020 ein enorm dynamisches Wachstum und erreichte ein neues Rekordhoch von rund EUR 8,6 Mrd. - ein Plus von stattlichen 38 Prozent gegenüber 2019 und mehr als doppelt so viel gegenüber 2016 (EUR 3,8 Mrd.). Das ist eines der Ergebnisse des "Life Sciences Venture Capital Reports 2020" des Münchener Finanzierungsspezialisten FCF Fox Corporate Finance GmbH. Das Finanzierungsvolumen gilt erfahrungsgemäß als zuverlässiger Gradmesser im Hinblick auf Innovationskraft und Aussichten der Branche. "Man muss klar sagen, dass die europäische Life Sciences Industrie ohnehin sehr aussichtsreich ist. Aber die Corona Pandemie wirkt hier noch einmal wie ein Beschleuniger. Die Zahlen zeigen ganz klar, wie viele spannende junge Unternehmen im Bereich Life Sciences es in Europa gibt", so Dr. Mathias Schott, Leiter von FCF Life Sciences.

Der britische Life Sciences Sektor verzeichnete dabei mit EUR 2,7 Mrd. das höchste aggregierte Transaktionsvolumen, gefolgt von Deutschland und Frankreich mit Volumina von EUR 1,2 Mrd. bzw. EUR 1,1 Mrd. Auch bei der Anzahl der Transaktionen führten britische Life Sciences Unternehmen mit Abstand (357), gefolgt von Frankreich (136) und der Schweiz (134). "Die britische Biotech und MedTech Szene dominiert den Sektor in Europa nun seit mehreren Jahren. Wir erwarten, dass sich das trotz des Brexits nicht ändern wird", sagt Arno Fuchs, Geschäftsführer von FCF Fox Corporate Finance GmbH.

Corona treibt Investments bei Infektionskrankheiten an

Mit Blick auf die einzelnen Life Sciences Sektoren verzeichnete der Bereich Medizintechnik europaweit zwar die meisten Transaktionen (465), das höchste aggregierte Volumen (EUR 5,3 Mrd.) hatte jedoch der Pharma- und Biotechnologiesektor. Nach wie vor ist Onkologie der nachgefragteste Bereich mit 96 Transaktionen sowie einem Volumen von EUR 1,3 Mrd. An zweiter Stelle folgte der Bereich Infektionskrankheiten, der 2019 noch auf den hinteren Rängen zu finden war und im letzten Jahr dann mit einem Investitionsvolumen von EUR 969 Mio. (2019: EUR 160 Mio.) nach vorne preschte, was den Finanzierungsexperten von FCF zufolge maßgeblich auf Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie zurückzuführen war. "Leider sehen wir kein erhöhtes Interesse an der Entwicklung in Richtung Antibiotika oder ähnlichen Technologien aus dem Venture Capital Bereich" stellt Sebastian Sommer, Senior Associate fest. "Längst überfällige Initiativen, wie der AMR Action Fund, ein Zusammenschluss von führenden Pharmafirmen und staatlichen Institutionen mit einem Investitionsvolumen von EUR 1 Mrd., sind der richtige Vorstoß, um die Gefahr der antimikrobiellen Resistenzen entgegenzuwirken."

Das mit Abstand größte Venture Capital Investment erhielt CureVac aus Deutschland, das mit EUR 560 Mio. die Liste der größten Life Sciences VC-Runden in Europa im Jahr 2020 anführte. Dank des anschließenden Börsengangs, konnte CureVac weiteres Geld am Kapitalmarkt einsammeln und kommt auf insgesamt EUR 1,2 Mrd. im Jahr 2020. LumiraDx (EUR 324 Mio.) aus Großbritannien und Arvelle Therapeutics (EUR 205 Mio.) aus der Schweiz belegten die Plätze 2 und 3. Aber auch alle anderen Top 10 Deals im Jahr 2020 konnten Investitionen von EUR 100 Mio. und mehr gewinnen.

Life Sciences Fonds aus Europa noch immer weit hinter US-Investoren

Auf der Investorenseite zeigte sich 2020 eine sehr diversifizierte Zusammensetzung. Staatliche Investoren und Frühphaseninvestoren aus Europa wie Horizon 2020, Venture Kick, Innovate UK, EIT Health und Bpifrance waren dabei besonders aktiv, was die Anzahl der Deals betrifft. Demgegenüber schafften es US-Investoren 2020 nicht in die Top 10 der aktivsten Investoren. Ganz anders sah es jedoch beim Investitionsvolumen aus. So flossen aus den USA über EUR 1 Mrd. in europäische Life Sciences Firmen.

Im Bereich der Fondsfinanzierung und damit die Grundlage für künftige Direktinvestitionen, konnten europäische Life Sciences Investoren das vierte Jahr in Folge das Gesamtvolumen neuaufgelegter Fonds erhöhen. Doch während dieses im Jahr 2020 bei EUR 4,4 Mrd. lag, haben US-amerikanische Life Sciences Fonds mit EUR 17,8 Mrd. rund viermal so viel Kapital eingeworben.

Für das Geschäftsjahr 2021 zeigte sich Mathias Schott weiter zuversichtlich. "Es war zu beobachten, dass die Transaktionsaktivität, die während des Lockdowns im 2. Quartal abgenommen hat, nach einer Lockerung deutlich nachgeholt wurde. Es ist zu hoffen, dass mehr Investoren durch die COVID-19 Pandemie für Life Sciences sensibilisiert wurden und mehr Kapital für diesen Bereich allokieren werden. Deutschland hat zwar mit CureVac und BioNTech zwei Leuchtürme, jedoch stellen sich neue Finanzierungsrunden von weniger prominenten Firmen jedes Mal als Herausforderung dar. Exkludiert man die CureVac-Finanzierung aus dem Gesamtinvestitionsvolumen, so fällt Deutschland vom zweiten auf den nur fünften Platz im europäischen Vergleich. Bei der Transaktionsaktivität sieht es in Deutschland leider nicht besser aus. Hier ist die Regierung gefragt, Venture Capital Finanzierungen von innovativen deutschen Firmen durch entsprechende Anreize bei Investoren attraktiver zu gestalten - so wie wir es im europäischen Ausland sehen."

Der FCF Life Sciences Venture Capital Report ist eine umfassende, standardisierte Analyse für Biotechnologie-, Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen, die die jüngsten Trends bei Venture-Capital-Deals in der europäischen Life-Science-Branche untersucht. Er bietet damit einen der umfassendsten Überblicke für Investoren und Unternehmen. (24.02.2021/ac/a/m)






 
 
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