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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Experteninterview mit Sven Weisenhaus




21.11.13 14:18
Sven Weisenhaus

Der Chefredakteur des „Geldanlage-Briefs“, Sven Weisenhaus, hat heute früh wieder ein Experten-Interview für das Deutsche Anleger Fernsehen DAF geben.


 


Dieses Mal ging es um die charttechnische Einschätzung von


1. DAX


2. HeidelbergCement


3. ThyssenKrupp


4. Dürr


5. Euro/Dollar


 


Das Interview wurde Mal live im DAF ausgestrahlt. Wie die Lage in den einzelnen Werten beurteilt wurde, können Sie nun hier nachlesen.


 


 


Frage1:


Herr Weisenhaus, der DAX konnte sich gestern ganz knapp über die Marke von 9.200 Punkten retten. Wie könnte es jetzt weitergehen?


 


Nach unten! So sieht es zumindest heute erst einmal aus. Gestern sind die US-Börsen bereits nach unten tendiert, der DAX wird daher heute folgen. Und dafür gibt es charttechnisch auch beste Gründe:


 


Wir haben seit Herbst 2011 einen schönen Aufwärtstrend (blau im Chart) gesehen. Aktuell ist der DAX an die obere Begrenzung des Trendkanals gestoßen.


 



 


Innerhalb dieses Trendkanals ist es zu Trendbeschleunigungen gekommen und nun ist einfach eine Korrektur notwendig. Ich rechne damit, dass zumindest die rote, steile Aufwärtstrendlinie gebrochen wird und wir einen kleinen Rücksetzer bekommen.


 


 


Frage 2:


Schauen wir uns auch einige Einzelwerte an und beginnen wir mit HeidelbergCement. Wie ist denn der Konzern oder die Aktie im Moment charttechnisch positioniert?


 


Auf der Aktie liegt derzeit ein Deckel bei ca. 60 Euro (rote horizontale Linie im folgenden Chart). Wir haben auch hier (Anmerkung: genau wie im DAX) seit Herbst einen schönen Aufwärtstrendkanal (grün im Chart) gesehen.


Innerhalb dieses Trendkanals bildet sich im kurzfristigen Bereich, also seit etwa Anfang dieses Jahres, ein aufsteigendes Dreieck aus (blaue Linien).



 


Beim aufsteigenden Dreieck handelt es sich in der Charttechnik um eine trendbestätigende Formation, so dass wir hier einen Ausbruch auf über 60 Euro bald sehen können.


 


Dennoch wird die Aktie von HeidelbergCement, wenn wir im Gesamtmarkt bald eine Korrektur sehen, noch einige Zeit für diesen Ausbruch benötigen. Höhere Kurse sind aber dann möglich.


 


Ein zusätzliches Problem lässt sich im längerfristigen Bereich sehen, das heißt vor 2010, da sich ab dort ebenfalls ein Trendkanal einzeichnen lässt (rot im folgenden Chart), der zusätzlich Druck auf den Kurs ausübt. Die Widerstandsmarke von 60 Euro wird dadurch zu einem extrem hartnäckigen Widerstand.


 



 


Wenn diese Marke von 60 Euro allerdings überwunden werden kann, dann sollte sich entsprechendes Aufwärtspotential entladen und dies dann der Startschuss für einen ordentlichen Kursanstieg sein.


 


 


Frage 3:


Dann schauen wir mal auf ThyssenKrupp. Der Konzern sollte eigentlich heute seine Quartalszahlen veröffentlichen, hat dies aber nun verschoben. Was sagt die Charttechnik zu ThyssenKrupp?


 


Charttechnisch sind wir seit ungefähr Mitte 2012 bei ThyssenKrupp in eine Seitwärtsbewegung übergegangen, die im Hoch bei 19,25 Euro liegt und im Tief der Kurs Richtung 12 Euro tendiert (blaues Rechteck im folgenden Chart).



 


Die Marke von 12 Euro ist bei der Aktie von ThyssenKrupp auch eine „magische“ Grenze, weil dies die massivste Unterstützung ist, die wir im Chart sehen können. Wir hatten hier auch bereits vor 2009 und im Jahre 2009 schon Anlaufpunkte, wo die Marke von 12 Euro gehalten hat. Daher glaube ich, dass wir in jedem Fall über 12 Euro bleiben werden.


 


Die Frage ist jetzt, da wir uns aktuell mit dem Kurs von 19,25 Euro am oberen Ende der Seitwärtsrange befinden, ob die Aktie nicht ebenfalls mit nach unten gerissen wird, wenn wir im Gesamtmarkt eine Korrektur erleben werden.


 


Aber grundsätzlich würde ich hier versuchen, diese Seitwärtsrange zu traden. Das heißt, bei fallenden Kursen immer wieder Aktien einzusammeln und im Bereich der oberen Begrenzung dieser Range beim aktuellen Kursniveau eher zu verkaufen.


 


 


Frage 4:


Dann schauen wir noch auf Dürr. Welchen Trend sehen wir denn bei dieser Aktie?


 


In der Charttechnik nennt man so einen Trend wohl eine „Fahnenstange“. Der Kurs hat hier enorm Gas gegeben. Sowohl in 2012 als auch im aktuell laufenden Jahr haben wir Kursverdopplungen gesehen. Der Kurs hat sich von unter 10 Euro im Jahr 2010 bis auf aktuell über 60 Euro hochgearbeitet.



 


Eine solche „Fahnenstange“ ist eigentlich immer ein Anzeichen für eine Übertreibung. Bei der Aktie von Dürr haben wir aber das Phänomen, dass der Kurs eigentlich nur in die fundamentale Entwicklung hineingewachsen ist.


Wir haben hier einen sehr kontinuierlichen Umsatzanstieg gesehen und wir haben hier sehr hohe Auftragseingänge gesehen, die sich auch für das letzte Quartal dieses Jahres fortgesetzt haben.


 


Man kann also bei der Dürr-Aktie eigentlich sagen, dass der Kursanstieg vielleicht übertrieben ist in der Geschwindigkeit, aber an sich gesund, weil er in die fundamentale Entwicklung des Unternehmens hineingewachsen ist. Der Kurs hing der fundamentalen Entwicklung lange Zeit hinterher und hat diese nun lediglich aufgeholt.


 


Dennoch muss man davon ausgehen, dass hier bald Gewinnmitnahmen erfolgen, weil der Kurs, gemessen beispielsweise am Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), inzwischen ein recht faires Niveau erreicht hat.


 


In dem Chart sind die Fibonacci-Marken eingezeichnet, und da zeigt sich, dass selbst bei einem Kursrutsch auf knapp über 40 Euro der Aufwärtstrend noch intakt wäre.


Insbesondere daher auch hier der Tipp: Wenn die Kurse zurückkommen, dann kann man auf einem günstigeren Niveau einsteigen.


 


Aber im Moment muss man einfach sagen, der Trend war so steil und lief so weit, dass hier einfach Kursrücksetzer aktuell wahrscheinlicher sind, als dass sich der Trend in der bisherigen Form fortsetzt.


 


 


Frage 5:


Der Euro musste gestern deutlich Federn lassen, nachdem es die Nachrichten rund um die EZB gab. Wie steht es momentan um das Währungspaar EUR/USD?


 


Die aktuelle Belastung wird sich weiter in dieser Form fortsetzen. Während die Europäische Zentralbank (EZB) nochmals die Zinsen senken musste, angesichts der gesunkenen Inflationsraten, steht gleichzeitig die US-Notenbank „Gewehr bei Fuß“ und will die auch dort extrem expansive Geldpolitik etwas moderater gestalten. Das Ganze nennt sich dann „Tapering“ und meint die Reduzierung der Anleihekäufe. Dies stützt tendenziell den US-Dollar und belastet auf der anderen Seite gleichzeitig den Euro. Wir haben hier also eine Belastung aus fundamentaler Sicht.


Wenn man das Ganze nun charttechnisch betrachtet, dann sieht man einen „Kernbereich“ im Rahmen einer Seitwärtsbewegung, in dem sich der EUR/USD-Wechselkurs die meiste Zeit seit Herbst 2011 aufhielt. Dieser reicht von unter 1,35 bis runter auf 1,28 US-Dollar (blauer Bereich im folgenden Chart).



Ich glaube nun, dass sich der Kurs wieder unterhalb von 1,35 US-Dollar einpendeln und in den nächsten Wochen und Monaten in Richtung 1,32 oder gar 1,30 US-Dollar abwärts tendieren wird.





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