Kolumnist: Stock-World Redaktion

Experten-Interview: "Das Bitcoin-Netzwerk emittiert so viel CO2 wie Las Vegas oder ganze Staaten"




22.07.20 11:17
Stock-World Redaktion

Ulrich Gallersdörfer ist Forscher an der Fakultät für Informatik der TU München und Co-Autor einer Umweltbilanz zu Bitcoin, die 2019 weltweit für viel Furore sorgte. Im exklusiven Interview mit Kryptoszene.de spricht er über diese Forschung, den ökologischen Fußabdruck von Bitcoin und wie und ob dieser kleiner werden kann.


Die Kernaussagen im Überblick:


  • Bitcoin emittiert so viel CO2 wie einzelne Staaten
  • Es gibt Kryptowährungen mit geringerem Energieverbrauch
  • 68 Prozent der Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk aus Asien
  • Auch Streaming und Google-Suchen sind stromintensive Prozesse

Hallo Herr Gallersdörfer, mit Ihrer Umweltbilanz zu Bitcoin vor einem Jahr haben Sie dessen ökologischen Fußabdruck sehr deutlich aufgezeigt – die Digitalwährung produziert so viel CO2 wie ganze Nationen. War das überhaupt ein überraschendes Ergebnis?


Wir waren jetzt nicht die Ersten, die eine Schätzung dafür abgegeben haben, wie hoch der Energieverbrauch ist, insofern war das nicht überraschend. Wir waren aber sehr erfreut, dass wir es deutlich präziser berechnen konnten, als andere.


Sind alle Kryptowährungen solche Umweltsünder?


Es gibt natürlich Währungen, die mehr verbrauchen und welche, die weniger verbrauchen. Im Vergleich zu den Währungen, die weniger verbrauchen, haben aber soziale Netzwerke oder andere Anwendungen einen durchaus vergleichbaren Energieverbrauch. Grundsätzlich sind die Kryptowährungen in ihrem Energieverbrauch aufgrund ihres zugrundeliegenden Konsensmechanismus unterschiedlich.


Was konkret macht den ökologischen Fußabdruck bei Bitcoin so groß?


Der Anreizmechanismus, der natürlich in Bitcoin liegt. Also, dass Rechenleistung, die diesen Proof-of-Work-Algorithmus ausführt, durch den Mining-Reward bezahlt wird. Das sind professionelle Firmen, die dies durchführen und die Hardware bereitstellen, was natürlich viel Energie an der Stelle verbraucht, aber auch zu einer großen Sicherheit führt.


Wenn grüne Energie genutzt würde, wäre das nicht so ein Problem?


Genau, also wenn man jetzt ein Geothermalkraftwerk aus Island hat, dass rein aus der Erdwärme seine Energie bezieht und nur diese Energie nutzen würde, um Bitcoins zu minen, dann wäre das an sich ohne Nachteile für die Umwelt. Was man aber hier nicht vergessen darf, ist, dass wenn ich jetzt sage, ich nehme aus dem Netz von Island alle grüne Energie und nutze das für andere Zwecke, dann wird natürlich dieser andere Energieverbrauch in fossile Brennstoffe getrieben.


Wo sind die Miner hauptsächlich lokalisiert?


Grundsätzlich liegt der Fokus von Mining-Aktivitäten in China. Das hängt natürlich von der Methodik ab, aber in unserer Untersuchung haben wir mittels einer Methode 68 % asiatische, 17 % europäische und 15 % nordamerikanische Rechenleistung im Netzwerk nachgewiesen.


Kann man die Existenz von Bitcoin bei diesem CO2-Ausstoß überhaupt noch verantworten?


Ich sehe es so, dass die Kryptowährung an sich nicht das Problem ist. Das ist dasselbe für alle stromintensiven Prozesse, gilt also auch für Streaming, generell Rechenzentren oder allein eine Google-Suche. Bei diesen stromintensiven Prozessen kann jeder für sich einschätzen, wie sinnhaft sie sind.


 


Hier geht es zum ausführlichen und ungekürzten Interview:


https://kryptoszene.de/experten-interview-das-bitcoin-netzwerk-emittiert-so-viel-co2-wie-las-vegas-oder-ganze-staaten/


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