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Eurozone is back!




12.02.18 11:46
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.aktiencheck.de) - In Davos skandierte Emmanuel Macron mit großen Worten: "France is back", so Olivier de Berranger, CIO La Financière de L’Echiquier.

Wahrscheinlich habe er recht - zumindest aus makroökonomischer Sicht. In der Tat sei die gesamte Eurozone wieder in den Vordergrund der Weltwirtschaft gerückt. Mit einem geschätzten BIP-Wachstum von 2,5% im Jahr 2017 gemäß Eurostat weise die Währungsunion eine seit 2007 nicht dagewesene wirtschaftliche Expansion auf. Das sei eine große Überraschung, da noch vor einem Jahr die Konsensprognose bei einem BIP-Wachstum von 1,4% bis 1,7% gelegen habe.

Könne sich ein solcher Trend im Jahr 2018 fortsetzen? Nein, wenn man den Prognosen Glauben schenke. Die OECD erwarte ein Wirtschaftswachstum von 2,1%, und der IWF rechne, wie der Bloomberg-Konsens, mit einem Plus von 2,2%. Aber sollte man denjenigen vertrauen, die bei der Wachstumsprognose 2017 um 1% - eine Bagatelle - danebengelegen hätten?

Einige Faktoren würden gleichwohl Fragen aufwerfen, insbesondere die Geschwindigkeit, mit der sich der output gap - die Lücke zwischen dem potenziellen und dem realisierten Wachstum - schließen dürfte. Sollte sich dieser Abstand schnell verringern, sei dies zum einen auf die Beschleunigung im vergangenen Jahr zurückzuführen, aber auch auf eine Verlangsamung des potenziellen BIP-Wachstums aufgrund der schwachen Investitionen und der Demographie.

Könne das potenzielle Wachstum der Eurozone also wieder anziehen? Alle Bedingungen dafür seien jedenfalls gegeben. Die nach wie vor sehr entgegenkommenden Finanzierungsbedingungen würden die Neuverschuldung der Unternehmen begünstigen, und die Rentabilität der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors habe sich erholt und übertreffe damit die historischen Höchststände von Anfang 2017. Die Binnennachfrage sei zunehmend schwieriger zu befriedigen, und bestimmte Sektoren hätten Schwierigkeiten bei Neueinstellungen. Überdies scheinen jüngsten Umfragen zu den Inflationserwartungen zufolge die privaten Haushalte bereit zu sein, Preissteigerungen hinzunehmen. In Verbindung mit der Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt und der Zunahme der Kaufkraft dürften diese Faktoren den Unternehmen ermöglichen, ihren Spielraum zur Preisgestaltung auszuweiten.

In einem solchen Umfeld hätten Unternehmen wie Staaten jedes Interesse an einem Wiederanziehen der Investitionen. Für erstere gehe es darum, wieder Betriebsgewinne zu erzielen, deren statistische Relation mit der Investitionsquote beachtlich sei und die fast bei den Niveaus vor der Krise lägen. Für letztere hingegen gehe es darum, die Binnennachfrage zu befriedigen, um zu verhindern, dass die Einfuhren das Wirtschaftswachstum und die Handelsbilanz belasten würden.

Das Wiederanziehen der Investitionen könnte zeitweilig für einen positiven Zyklus sorgen: Steigende Investitionen würden mit Einstellungen einhergehen, die den Arbeitsmarkt noch angespannter machen und Lohnsteigerungen bewirken würden. Daraus werde sich zudem eine zusätzliche Zunahme der Kaufkraft ergeben, was den Konsum beflügle, während sich die Sparquote wohl nicht deutlich erhöhen dürfte.

Dies alles seien Faktoren, die zuversichtlich stimmen würden: Im Jahr 2018 dürfte das Wachstum der Eurozone die aktuellen Schätzungen (+2,1%/+2,2%) deutlich übertreffen und wahrscheinlich sogar über die 2017 verzeichneten +2,5% steigen. (12.02.2018/ac/a/m)






 
 
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