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Euroraum: BIP-Wachstum wird auf "Normalmaß" gestutzt




05.12.18 16:30
Postbank Research

Bonn (www.aktiencheck.de) - Der Konjunkturaufschwung in der Eurozone fand 2018 seine Fortsetzung, so die Analysten von Postbank Research.

Mit einem BIP-Wachstum von voraussichtlich 1,9% habe das hohe Niveau des Vorjahres von 2,4% aber nicht gehalten werden können. Trotz eines weiteren, deutlichen Rückgangs der Arbeitslosenquote von 9,1% auf schätzungsweise 8,2% im Jahresdurchschnitt habe sich der private Verbrauch mit einem Plus von 1,5% gegenüber dem Vorjahr nicht mehr ganz so dynamisch entwickelt. Dagegen habe sich der Zuwachs bei den Investitionen wohl auf 2,9% beschleunigt, was angesichts der vielfältigen Unsicherheiten schon beachtlich sei. Anders als in Deutschland, dessen Export auch unter hausgemachten Problemen gelitten habe, zeichne sich ab, dass der Außenhandel einen positiven Beitrag zum BIP-Wachstum in Höhe von 0,3 Prozentpunkten geleistet habe. Bei einem erneut moderaten Zuwachs beim Staatskonsum (+1,1%) deute kurz vor dem Jahreswechsel vieles darauf hin, dass das EWU-BIP-Wachstum 2018 weiterhin auf einer sehr breiten Basis gestanden habe.

Die Risiken für die EWU-Konjunktur hätten sicherlich zugenommen. Zu nennen seien auch hier vor allem die Handelskonflikte, der Brexit sowie die Differenzen über die italienische Haushaltspolitik. Letztere sollten sich aber 2019 nicht negativ auf das Wachstum auswirken, da von einer unsoliden Finanzpolitik kurzfristig sogar positive Impulse auf die Konjunktur ausgehen könnten. Die anderen Risikofaktoren würden in erster Linie den Außenhandel betreffen. Da die Analysten von Postbank Research nicht von einer massiven Eskalation der Handelskonflikte ausgehen und auch keinen No-Deal-Brexit erwarten, sollten sich die negativen Einflüsse jedoch in Grenzen halten. Gleichwohl würden sie nicht mit einem weiteren positiven Wachstumsbeitrag des Außenhandels, sondern eher mit einer leichten Belastung rechnen.

Die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte seien weiterhin intakt. Die Verunsicherung durch die Risiken könnte aber zu einem etwas mäßigeren Zuwachs bei den Investitionen führen. Dagegen sollte sich das Wachstum des privaten Verbrauchs aufgrund inzwischen wieder deutlich stärker steigender Löhne etwas beschleunigen. Vom Staatsverbrauch würden wohl keine nennenswerten Impulse ausgehen. In der Summe erwarten die Analysten von Postbank Research für 2019 eine nochmalige Abschwächung des BIP-Wachstums auf 1,6%, was aber nach vier starken Jahren als Normalisierung zu werten ist.

Die EWU-Inflationsrate sei in diesem Jahr von 1,5% auf 1,8% gestiegen. Treibende Kraft seien die Energiepreise gewesen. Deren Einfluss sollte aber demnächst deutlich nachlassen. Dafür dürfte sich die Kerninflation infolge der inzwischen spürbar anziehenden Lohndynamik sukzessive erhöhen. Vor diesem Hintergrund erwarten die Analysten von Postbank Research für 2019 einen Anstieg der Inflationsrate auf 1,9%. (Perspektiven 2019) (05.12.2018/ac/a/m)







 
 
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