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Kolumnist: Bernd Raschkowski

Der Euro hat den Abwärtstrend verlassen




16.06.20 08:25
Bernd Raschkowski

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Der Euro präsentiert sich in den letzten Wochen überraschend stark. Aktuell wird die Gemeinschaftswährung bei rund 1,13 US-Dollar gehandelt. Damit hat die Notierung in den letzten Wochen im Vergleich zum US-Dollar massiv an Wert gewonnen. Um rund fünf Prozent ging es nach Norden - doch weshalb kann der Euro ausgerechnet jetzt so stark zulegen?


Zum einen dürfte das Vertrauen der Investoren in die amerikanische Währung aufgrund der politischen Situation und der Unruhen in den USA schwinden, zum anderen scheint Europa (trotz der prekären Lage in Spanien und Italien) relativ glimpflich durch die Corona-Krise zu kommen.


Gerade Deutschland gewinnt international momentan an Ansehen hinzu. Kein Wunder, schließlich gilt die umsichtige, erfolgreiche Vorgehensweise in Sachen Pandemie als vorbildlich (zumindest im Ausland, wo die Pandemie in den meisten Fällen weitaus größere Verwerfungen mitbrachte).


Notenbanken im Blickpunkt


Natürlich wird ein Großteil der Devisenmärkte durch die internationalen Notenbanken bestimmt. Sowohl die amerikanische Notenbank Fed als auch die Europäische Notenbank haben Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise beschlossen. Wobei die Fed weitaus höhere Maßnahmen tätigte. Dies dürfte mit ein Grund dafür sein, dass der Euro im Vergleich zum US-Dollar fester notiert.


Euro/US-Dollar vor nächster Aufwärtswelle?


Aktuell sieht es aus charttechnischer Sicht so aus, als ob der Euro mittel- bis langfristig gesehen weiter an Wert zulegen könnte. Zumindest wurde der langfristige Abwärtstrend gebrochen, was einem positiven Signal gleichkommt.


Ende Februar notierte der Euro noch bei 1,08 US-Dollar. Seitdem setzte die dynamischste Aufwärtswelle der letzten Jahre ein. Im Hoch notierte der Euro bei knapp 1,15 US-Dollar. Im Zuge der Corona-Krise ging es jedoch ebenso schnell wieder abwärts. Der Dollar diente mal wieder als Fluchtwährung in unsicheren Zeiten, der Euro fiel wieder bis unter 1,08 Dollar.


Nach einer Beruhigung der Lage mit entsprechender Bodenbildungsformation setzte der Euro in den letzten Wochen seine feste Tendenz fort. Schnell wurden wichtige Begrenzungen (Widerstände) durchbrochen. Das alte Zwischenhoch ist bereits fast schon wieder erreicht. Dies zeugt von relativer Stärke.


Charttechnik: Abwärtstrend gebrochen


In der Abbildung unten ist der charttechnische Abwärtstrend der vergangenen Monate zu sehen – und ebenfalls der Ausbruch über die negative Trendlinie. Damit hat der Euro ein Kaufsignal generiert. Maßgeblich hierfür war der Sprung über die negative Abwärtstrendlinie bei rund 1,10 US-Dollar.


In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung der Währung seit dem Frühjahr 2018 dargestellt (Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):


 



 


Mit dem Bruch des Abwärtstrends verbessern sich nach der Lehre der Charttechnik die Aussichten für die Währung. Eine neue Aufwärtsbewegung ist nun wahrscheinlicher als ein Rückfall in den Abwärtstrend.


Mittelfristig sind steigende Notierungen wahrscheinlich. Als Kursziel der nächsten Monate gilt der Bereich von rund 1,15 Dollar. Im weiteren Verlauf sind auch Notierungen von 1,18 US-Dollar denkbar. An dieser Marke verläuft ebenfalls ein charttechnischer Widerstand.


Das positive Gesamtbild für den Euro würde sich erst mit einem Rutsch der Währung unter 1,11 US-Dollar eintrüben. In diesem Fall müsste der jüngste Ausbruch als Fehlsignal betrachtet werden.


 


Freundliche Grüße aus Köln


Bernd Raschkowski
Chefredakteur
www.rohstoff-und-devisen-news.de






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