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Erkenntnisse aus der Rezession




22.07.21 16:35
Grüner Fisher Investments

Rodenbach (www.aktiencheck.de) - In dieser Woche verkündete das National Bureau of Economic Research (NBER) in den USA die nationale Rezession für offiziell beendet. Das dürfte für Anleger aber keine wirkliche Überraschung darstellen, meint Thomas Grüner, Gründer und Vice Chairman von Grüner Fisher Investments.

Schließlich hätten sich die Märkte längst über den COVID-Crash hinweggesetzt. Interessant sei allerdings der nun offiziell festgelegte Zeitraum der Rezession, welcher in die Geschichtsbücher eingehen werde. So habe die Rezession offiziell bereits im April 2020 geendet. Erstmalig als tatsächliche Rezession verkündet wurde sie dagegen im Juni 2020, also zwei Monate später, so die Experten von Grüner Fisher Investments. Was sich kurios anhöre, führe laut Grüner zu verschiedenen Folgefragen. Die wichtigste davon lautet Grüner zufolge, welche Rückschlüsse sich für Anleger aus den offiziellen Botschaften ziehen lassen und was uns die Dauer der Rezession über die weitere Entwicklung der Aktienmärkte verrät,so die Experten von Grüner Fisher Investments.

"Zunächst einmal wird sehr einfach klar, dass die Rezessionsdatierung keinerlei direkten Nutzen für die Marktphase der Rezession selbst zulässt", erläutere Grüner. "Statistikbüros und offizielle Quellen arbeiten tendenziell rückwärtsgerichtet und somit entgegen der Aktienmarktperspektive." Größere Abwärtsbewegungen in Form von Bärenmärkten würden in der Regel vor oder zu Beginn einer Rezession auftreten, jedoch niemals im Nachhinein. "Aktienmärkte preisen die fundamentalen Entwicklungen der kommenden drei bis 30 Monate ein", so Grüner. "Somit liefern Meldungen über den Beginn oder das Ende einer Rezession keinerlei lukrative Erkenntnisgewinne. Wer beispielsweise seine Aktienpositionen im Juni 2020 verkaufte, als die Rezession festgestellt wurde, tat dies, als die Rezession bereits beendet war." Dieses offizielle Wissen habe sich derjenige wiederum erst in der aktuellen Woche aneignen können.

Die zweite wesentliche Botschaft folge aus der Dauer der Rezession selbst. Diese sei schlichtweg viel zu kurz, um zu einer wirtschaftlichen Neuorientierung zu führen. Der alte Wirtschaftszyklus sei nicht beendet worden, sichtbar werde das in vielerlei Hinsicht. Viele Unternehmen hätten bereits nach kurzer Zeit im selben Modus wie vor der Krise gearbeitet. Sie hätten neue Projekte gestartet und in Wachstumsmärkte investiert. "Der Kreditzyklus eines sich abschwächenden Kreditumfelds wurde nicht beendet, sondern lediglich unterbrochen", analysiere Grüner. "Aus diesen Gründen konnten sich auch die übergeordneten Trends am Aktienmarkt fortsetzen."

Dies führt Grüner weiterhin zu der Überzeugung, dass wir uns in einem spätzyklischen Bullenmarktumfeld befänden, so die Experten von Grüner Fisher Investments. "Value-Gegentrends sind jederzeit möglich - wie das erste Quartal 2021 eindrucksvoll belegt hat", sage Grüner. "Allerdings sind aus unserer Sicht weiterhin wachstumsstarke Unternehmen mit diversifizierten Produktpaletten, globalem Tätigkeitsfeld, bekannten Marken und sehr gutem Zugang zum Kreditmarkt zu bevorzugen."

Der Absturz von Februar bis März 2020 sei offiziell als Bärenmarkt in die Bücher eingegangen. Ein gutes Jahr später wurde nun genau definiert, wie lange die zugehörige Rezession gedauert habe - ganze zwei Monate. Als Aktienanleger sei man Grüner zufolge gut beraten, niemals auf die Bestätigung durch offizielle Daten zu warten - Aktienmärkte würden in die Zukunft blicken und es gebe kein gültiges "Signal" für Gefahr oder grünes Licht von offizieller Seite. An diesem Prinzip habe sich also nichts geändert - und die kürzeste Rezession der Geschichte biete noch eine weitere Erkenntnis: Diese sei keine typische Rezession gewesen. "Der Marktzyklus wurde nicht beendet, wir befinden uns im späten Bullenmarkt und die wachstumsorientierten Aktien haben gute Perspektiven", schließe Grüner. (22.07.2021/ac/a/m)






 
 
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