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Kolumnist: Markus Fugmann

Entlastung des Wohnungsmarktes? Ganz im Gegenteil




18.11.17 08:58
Markus Fugmann

Damit die Mietpreise aufhören zu steigen, und vielleicht sogar sinken, hilft keine Mietpreisbremse, die eh von niemandem kontrolliert wird. Hier kann nur eine massive Ausweitung des Wohnungsbaus helfen, damit die Angebotsmasse so groß wird, dass die Nachfrager sich die Wohnungen aussuchen können. Dann plötzlich merken die Vermieter, dass sie im Nachteil sind, und Mieten senken müssen.

Aber davon sind wir noch Lichtjahre entfernt. Auch in den nächsten ein oder zwei Jahren wird es am Wohnungsmarkt wohl noch schlimmer werden. Denn Aussagen über die Zahl genehmigter neuer Wohnungen bieten einen Ausblick darüber, wie viele Wohnungen in ein oder zwei Jahren tatsächlich neu gebaut werden. Und da zeigen die heute früh veröffentlichten aktuellsten Daten vom Statistischen Bundesamt: Das Wachstum neuer Genehmigungen ist rückläufig! Zitat:


Von Januar bis September 2017 wurden in Deutschland 7,0 % oder 19 500 weniger Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als in den ersten neun Monaten 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurde von Januar bis September 2017 der Bau von insgesamt 256 800 Wohnungen genehmigt. Im Dreimonatsvergleich nahm die Zahl der genehmigten Wohnungen von Juli bis September 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,5 % ab. Die Zahl der Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden insgesamt hat in den ersten neun Monaten 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,6 % beziehungsweise 10 600 Wohnungen abgenommen.


Positiv anzumerken ist natürlich, dass in Mehrfamilienhäusern (wo einzelne Wohnungen entstehen) weiterhin ein Zuwachs von 0,9% zu messen ist. Damit erreichte die Anzahl genehmigter Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit mehr als 125.000 Wohnungen den höchsten Wert von Januar bis September seit zwanzig Jahren (im vergleichbaren Zeitraum 1997: 171 000 Wohnungen). Aber wie gesagt, das Wachstum in diesem wichtigsten Teilsegment liegt auf Jahresbasis nur bei 0,9%. Das ist nichts, wenn man bedenkt, dass hunderttausende Flüchtlinge aus 2015 und 2016 just in diesen Tagen neu als Nachfrager in den echten Wohnungsmarkt drängen – bisher wohnten sie ja in Wohnheimen, und suchen nun nach richtigem Wohnraum. Die Genehmigungen neuer Wohnheime sinkt übrigens um 40%.




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