El Salvador: Bitcoin-Großversuch scheitert krachend




10.09.21 13:55
FONDS professionell

Wien (www.aktiencheck.de) - Unmittelbar nach der Einführung des Bitcoins als offizielle salvadorianische Währung ist der Kurs der Cyber-Devise rapide abgestürzt, so die Experten von "FONDS professionell".

Für die Kritiker von El Salvadors Präsident, Nayib Bukele, sei das ein Desaster mit Ansage gewesen. Nayib Bukele dürfte sich seinen Währungs-Coup anders vorgestellt haben. Wie angekündigt, habe El Salvadors Präsident in der laufenden Woche den Bitcoin als offizielle Landeswährung eingeführt. Nach eigenem Bekunden wolle er mit diesem Schritt Arbeitsplätze schaffen und die Schattenwirtschaft bekämpfen. Der Start des Großversuchs sei allerdings zum Desaster geraten. Am Dienstag, dem 7. September, dem Tag der Einführung, sei der Bitcoin im zweistelligen Bereich eingebrochen. Hinzugekommen seien technische Probleme. So hätten etwa Tausende Bürger des mittelamerikanischen Landes die staatliche Bitcoin-Wallet "Chivo" überhaupt nicht herunterladen können, würden mehrere Medien berichten, darunter das "Manager Magazin".

Die bedeutendste Cyber-Devise zur Landeswährung zu erheben, habe sich "als ein Eigentor für die Branche und damit als ein Alptraum für die Anleger" entpuppt, sage Analyst, Timo Emden, im "Tagesspiegel". "Der Bitcoin hat sich auf ironische Art und Weise am Tag der offiziellen Einführung als Zahlungsmittel in El Salvador als seriöses Bezahlmittel disqualifiziert." Der Absturz des Bitcoin habe auch andere Kryptowährungen wie Ether mitgerissen. Aktien von Unternehmen aus dem Blockchain-Bereich wie Coinbase oder Riot seien ebenfalls unter die Räder geraten.

Für erfahrene Krypto-Investoren sei der Kurssturz nicht unerwartet gekommen. Schon am Wochenende sei in sozialen Medien auf diese Gefahr hingewiesen worden, zitiere der "Tagesspiegel" Edward Moya, den leitenden Marktanalysten der Handelsplattform Oanda. Einige Investoren hätten im Vorfeld des 7. September verstärkt in Bitcoin investiert und verkauft, sobald Präsident Bukele Fakten geschaffen habe, mutmaße Moya. Langfristig blicke er weiter optimistisch auf die weltgrößte Kryptowährung und sehe sie zwischen 46.000 und 53.000 US-Dollar. Momentan befinde sich der Kurs am unteren Ende dieser Spanne.

In El Salvador sei es Berichten zufolge zu Protesten gegen das neue Zahlungsmittel gekommen. Bukele selbst zeige sich unterdessen unbeirrt. Er habe den jüngsten Kurssturz sogar zum Nachkaufen genutzt, weitere 150 Bitcoins im Wert von fast sieben Millionen US-Dollar erworben - und dafür herbe Kritik von der Weltbank und dem Internationalem Währungsfonds kassiert. Die beiden wichtigsten Geldgeber des hochverschuldeten Landes hätten bereits vor dem Bitcoin-Debakel klargestellt, die Krypto-Ambitionen des salvadorianischen Präsidenten in keiner Weise zu unterstützen. (Ausgabe vom 09.09.2021) (10.09.2021/ac/a/m)







 
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