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Kolumnist: Hans-Jürgen Haack

Eine Frage der Erwartung




09.03.17 14:46
Hans-Jürgen Haack

LiebeLeser,

Erwartung und Zukunft ist alles, Vergangenheit und Gegenwart ist (fast) nichts. So ist es meist an der Börse. Herauszubekommen, was der Markt erwartet, was also bereits eingepreist ist, dürfte ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg sein. Denn Enttäuschungen oder positive Überraschungen führen zu den größten Bewegungen.

Trump zum großen Teil eingepreist

An der Wall Street scheint aktuell ein „Best-case-Szenario“ eingepreist. Die Steuerreform sollte im Schnitt ca. 10 % Gewinnzuwachs für die Unternehmen bringen, das Infrastrukturprogramm für einige Bereiche zusätzliche Umsätze generieren (aber erst in 2018), der Rüstungssektor bekommt ein höheres Budget und die Banken werden von den Deregulierungen profitieren. Dies alles ist in den Kursen drin. Die Gefahr liegt darin, das Trump vielleicht das alles nicht so einfach durch den Kongress bekommt oder in kleinerem Volumen. Aber selbst wenn: Das ist nun in den Kursen drin. Woher kommt neue Fantasie? Conclusio: Das Potential ist in den USA vorerst doch sehr begrenzt, scheint ausgereizt.

Nicht unbedingt Korrektur

Das muss keinesfalls eine sofortige große Korrektur zur Folge haben. Schauen Sie sich auf Seite 2 den Chart des S&P 500 aus dem Jahr 2000 an. Obwohl damals die lange Hausse endete, passierte bis September außer jede Menge Schwankungen (das erwarte ich auch jetzt) nicht viel. Stellen Sie sich also auf eine zähe Phase ein. Bei Aktien wird es stark auf die Auswahl ankommen. US-Banken oder die US-Nebenwerte sind ausgereizt. Versorger oder auch eine Dt. Bank können interessanter sein.



In Europa sind die Erwartungen eher gedämpft

Es ist doch einiges an Skepsis bezüglich der Wahlen im Euroland im Markt. Hier könnten eher positive Überraschungen bei „gemäßigten“ Wahlausgängen zu plötzlichen Anstiegen erfolgen. Problem: Kommt es in den USA doch zu schärferen Rückschlägen, wird das europäische Aktien mitreißen. Aber momentan entwickeln DAX und Eurostoxx 50 eine gewisse relative Stärke. Insgesamt erwarte ich den Dax vom Verlauf her eher wie den S&P 500 im Jahr 2000. Dagegen könnte die Wall Street ein ähnliches Abbröckeln zeigen wie der DAX im Jahr 2000.



Öl gibt Spekulationschance

Auch im Öl gab es große Erwartungen. Die Hoffnungen richteten sich zu den Produktionskürzungen der OPEC-Länder. Eine sehr große Spekulation entwickelte sich, die Masse baute massiv Long-Position auf. Aber jetzt zeigt sich, das die Läger voll sind, die US-Ölproduzenten für genug Angebot sorgen (Schieferöl kann inzwischen zu Kosten teilweise unter 40 $ je Barrel gefördert werden). Die Kurse brachen gestern ein, das Sentiment dreht sich. Das bahnte sich an, dürfte aber nur der Anfang sein. Denn es liegen nun jede Menge Schieflagen im Markt. Kurse von 42 bis 44 $ sind wahrscheinlich. Jedenfalls kann man nun Kurse über 54 $ getrost ad acta legen. In der HAACK-DAILY bauten wir entsprechende Positionen auf, liegen dort weit vorne. Doch mit StayLow-Scheinen kann man auch jetzt noch chancenreiche Trades eingehen. Und dazu müssen die Kurse nur seitwärts laufen oder fallen, um zu gewinnen. Hauptsache kein starker Anstieg – aber der ist nun ja unwahrscheinlich geworden.

Herzlichst Ihr
Hans-Jürgen Haack

P.S. A17TAL (Haack-Performance-ETI) bleibt weiter ohne große Veränderungen in 2017. Wir fahren wenig Risiko, verdienen aber hier und da im HAACK-DAILY-Anteil, mussten aber wegen fallender Goldminen (in normaler Konsolidierung) kleinere Verluste beim Aktienanteil hinnehmen. Das gibt Nachzüglern eine Kaufchance. Nach unten sollte im Kurs nicht viel passieren (57 % Liquiditätsanteil), aber ein steigender Goldpreis würde positiv durchschlagen.




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