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EZB: Kurzfristige Wachstumsprognose noch einmal erhöht




09.03.18 08:57
State Street

Boston (www.aktiencheck.de) - Das Ergebnis der EZB-Ratssitzung war von den meisten Marktteilnehmern erwartet worden, so Timothy Graf, Leiter der Abteilung Macro Strategy für EMEA bei State Street Global Markets.

Ein Wachstum in der Eurozone oberhalb der Potenzialrate und anhaltende Verbesserungen des Arbeitsmarktes hätten dazu geführt, dass die EZB auf die Aussicht auf weitere Lockerung verzichtet habe. Noch habe sie sich allerdings wegen der derzeitigen Inflationsbedingungen in der gesamten Eurozone und der jüngsten Stärke des Euro dagegen entschieden, das Ende ihres Anleihekaufprogramms zu verkünden. PriceStats, die Inflationsmessgröße der Experten für Transaktionen im Internet, weise eine Inflation weit unterhalb der Zielrate aus und zeige, dass sich die Inflation in den letzten Wochen sogar noch verlangsamt habe. Dementsprechend gebe es für die EZB keinen Grund, die Normalisierung ihrer Geldpolitik zu beschleunigen.

Die jüngste wirtschaftliche Stärke reichte aus, um der EZB zu ermöglichen, ihr Versprechen, das Volumen und die Laufzeit ihrer Anleihekäufe bei Bedarf auszuweiten, aufzugeben, so Brendan Lardner, Active Fixed Income Portfolio Manager bei State Street Global Advisors. Während die EZB ihre kurzfristige Wachstumsprognose noch einmal erhöht habe, habe sie ihre Inflationsprognose leicht nach unten revidiert. Die EZB sei zunehmend davon überzeugt, dass sich das über der Potenzialrate liegende Wirtschaftswachstum fortsetzen werde. Jedoch noch nicht überzeugt genug, um ihre Prognose hinsichtlich eines Endes der Anleihekäufe und des Timings ihrer ersten Zinserhöhung zu ändern. Noch sei die EZB zurückhaltend, da sie auf eindeutigere Hinweise warte, dass sich der Inflationsdruck verstärke, bevor sie weitere Schritte in Richtung einer geldpolitischen Normalisierung signalisieren werde.

Diese EZB-Ratssitzung wird zwar nicht als interessanteste in die Geschichte eingehen, doch hatten die Marktteilnehmer fest mit einer veränderten Tonalität hinsichtlich der Vermögenswertkäufe gerechnet, so Antoine Lesné, Leiter der Abteilung Strategie & Research für EMEA bei SPDR ETFs. Das insgesamt niedrige Inflationsumfeld spreche immer noch für einen vorsichtigen Ansatz, auch wenn die EZB ihre Wachstumsprognosen leicht nach oben korrigiert habe. Die Erkenntnis, dass die Abwärtsrisiken nachlassen würden, sollte bedeuten, dass die Normalisierung der Geldpolitik langsam Einzug halte. Unterdessen könnte die EZB immer noch versuchen, eine zu schnelle Aufwertung des Euro zu verhindern, da diese das Erreichen des Inflationsziels erschwere. Das Ergebnis dieser Ratssitzung dürfte sich kaum auf die Staatsanleihen des Euro-Raumes auswirken. Wenn überhaupt, dann dürften die Renditen leicht anziehen. (Ausgabe vom 08.03.2018) (09.03.2018/ac/a/m)





 
 
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