EUR/USD: Kurz vor dem Jahrestief




07.08.18 13:29
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Es sind nicht die einzelnen Geschichten, die dem Euro während der vergangenen Tage immer wieder geschadet haben, sondern deren Summe. Mit dem Resultat, dass sich die Gemeinschaftswährung zum dritten Mal weniger als 50 Stellen dem unteren Ende ihrer Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855 EUR/USD seit deren Komplettierung vor rund sieben Wochen angenähert hat, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Vergleichbare Avancen habe es an der Oberseite indes nicht gegeben - die einzig nennenswerte liege einen Monat (1,1790) zurück. Vergleiche man die Entwicklung des Euro indes gegenüber einem Korb an mehreren Währungen, befinde er sich noch 1,6 Prozent von seinem Jahrestief entfernt, während der Greenback kurz vor seinem Jahreshoch notiere. Mit anderen Worten: Eigentlich hätten wir es derzeit mehr mit Dollar-Stärke als mit Euro-Schwäche zu tun. Eine Dollar-Stärke, die sich auf eine robuste Konjunktur, vor allem aber auch auf die Risikoaversion und Angst vor einer Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China zurückführen lasse. Dabei möge es vielleicht nur eine Randnotiz wert sein, wenn etwa der Einkaufsmanagerindex für das deutsche Baugewerbe im Juli (Markit) auf 50,0 zurückfalle und damit die Zahlen von April und Mai wie ein Strohfeuer aussehen lasse.

Deutlich schwerer ins Gewicht falle unterdessen der starke und unerwartet deutlich ausgefallene Rückgang bei den Auftragseingängen der Industrie in Deutschland - vor allen Dingen der Rückgang der Orders außerhalb der Eurozone sei im Juni mit -5,9 Prozent (ggü. Vormonat) ziemlich aus dem Rahmen gefallen.

Dem Euro dürfte aber auch die weitere Entwicklung der Renditen der italienischen Staatsanleihen, auf deren Anstieg die Deutsche Bank AG bereits vor Wochenfrist hingewiesen hatte, etwas geschadet haben. So sei der Renditevorsprung zehnjähriger italienischer Anleihen gegenüber Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit seit vergangenem Dienstag von 2,24 auf zuletzt 2,52 Prozent angestiegen. Dass es gegenüber Freitag bislang nur zu einer minimalen Entspannung gekommen sei, dürfte nicht verwundern, wenn etwa Italiens stellvertretender Premierminister Luigi di Maio nonchalant äußere, für den nächsten Haushalt seien die fiskalischen Regeln (der EU) nicht von oberster Priorität.

Was würde nun nach Sicht vieler Händler geschehen, wenn die untere Begrenzung der Konsolidierung von 1,1500/05 bis 1,1855, die gleichsam das Jahrestief darstelle, womöglich demnächst fallen würde? Pro forma würde ein kurzfristiger Abwärtstrend ausgelöst, dem jedoch ein derzeit wesentliches Kriterium fehle: große Schieflagen (vgl. etwa den jüngst von der CFTC gemeldeten niedrigen Stand an Netto-Euro-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse). Damit wäre die Gefahr eines Trend-Fehlsignals ("false break") als relativ hoch einzuschätzen. (07.08.2018/ac/a/m)






 
 
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