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ERP-Systeme in Großunternehmen - Vorteile im Überblick




17.05.18 14:15
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Das Management großer Unternehmen ist nicht zu unterschätzen. Gerade Betriebe, die sich relativ schnell vergrößern konnten, erleben die Unterschiede im gewaltigen Ausmaß. Einzelne Bereiche müssen miteinander koordiniert werden, Abteilungen müssen übergreifend informiert und geschult werden, verschiedenste Mitarbeiter müssen auf Kundenstämme zugreifen können und zuletzt bleibt da die Logistik. Diese wird bei ansteigender Unternehmensgröße allein schon aufgrund des gestiegenen Kundenstamms immer aufwendiger und komplizierter. Eine Hilfe können spezielle ERP-Systeme sein, die ein Unternehmen optimal intern und extern vernetzen und dabei helfen, Schwachstellen zu erkennen und auszumerzen. Dieser Artikel erklärt, was es damit auf sich hat.

Besondere Herausforderungen

Ohne die IT funktioniert es bei Unternehmen, die großflächig oder gar weltweit arbeiten, nicht. Es müssen unglaublich viele Prozesse miteinander verknüpft werden, damit Kundenbestellungen oder auch Lieferungen von Fremdunternehmern korrekt bearbeitet werden können. Die Logistik spielt hier natürlich eine besonders große Rolle:

  • Lagerhaltung - insbesondere bei Unternehmen mit Onlineshops erwarten Kunden heute, dass sie die Warenverfügbarkeit bereits während der Bestellung sehen. Lieferungen, die mehrere Wochen benötigen, werden nur noch in wenigen Fällen akzeptiert. Um Kunden jedoch den Lieferstatus präsentieren zu können, muss die Lagerhaltung im Unternehmen selbst funktionieren - und mit der IT verknüpft sein. Die Logistik setzt hier bereits an.
  • Warenein- und Ausgang - jede Änderung im Lager verändert auch den Lieferstatus. Mitarbeiter in der Kundenbetreuung, der Bestellannahme, aber auch in der Buchhaltung müssen auf die Informationen zugreifen können.
  • Buchhaltung - wie hängt die Buchhaltung mit der Logistik zusammen? Beide Bereiche sind eng verbunden, denn in der Buchhaltung werden nicht nur die Rechnungen an die Kunden gestellt, sondern auch Zoll- und Lieferpapiere bearbeitet.
  • Lieferverfolgung - Unternehmen müssen wissen, wo sich ihre bestellten oder die auszuliefernden Waren befinden - und das auch unterwegs. Gerade die Tourenplanung benötigt Zugriff auf den Standort einzelner Auslieferer, damit sie anfragenden Kunden Auskunft geben kann.

Die meisten Unternehmen beginnen schon als kleiner Betrieb die IT immer weiter aufzurüsten. Die Lagerhaltung wird zumeist über Warenwirtschaftssysteme betrieben, die Buchhaltung greift auf spezielle Softwares zurück und viele weitere Unternehmensbereiche werden über spezielle Softwares oder Systeme zur Kundenverwaltung geführt. Vergrößert sich ein Unternehmen jedoch relativ schnell, kommen noch weitere Herausforderungen hinzu, wie diese Beispiele zeigen:

  • Projekte - umso kleiner ein Betrieb ist, desto mehr Aufgaben übernimmt jeder einzelne Mitarbeiter. Beim Sprung zum Großunternehmen müssen diese Nebenprojekte jedoch heruntergefahren werden, damit das Tagesgeschäft nicht untergeht.
  • Teams - in den wenigsten Großunternehmen gibt es wahre Teamarbeit. So irgendwie arbeitet eine Abteilung zwar miteinander und hört auf den Abteilungsleiter, doch sobald eine weitere Abteilung mit involviert wird, stehen sich die jeweiligen Abteilungsleiter gegenseitig im Weg und verhindern Teamarbeit. Wenn ein Großunternehmen jedoch dauerhaft bestehen möchte, muss es Mitarbeitern mehr Verantwortung zutrauen und echte Teamarbeit erlauben.


Was können ERP-Systeme leisten?

Um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben, Mitarbeitern Freiräume für wichtige Projekte zu schaffen und um die Teamarbeit auf einem hohen Niveau zu ermöglichen, könnte der Umstieg auf ein ERP-System helfen. Hinter ERP verbirgt sich das »Enterprise Resource Planning«, was mehr oder weniger bedeutet, dass einzelne Prozesse bedarfs- und zeitgerecht unter Berücksichtigung der Firmenressourcen geplant werden. IT-gestützte ERP-Systeme unterstützen ein Unternehmen in vielen Bereichen und helfen, das Tagesgeschäft betriebswirtschaftlich zu optimieren. Und wobei helfen diese Systeme generell? Ein Überblick:

  • Zentrale Steuerung - das ERP macht Schluss mit zig unterschiedlichen Kleinprogrammen und Softwares, die sich gegenseitig im Wege stehen und nicht abteilungsübergreifend zugänglich sind. Mit einem ERP-System werden alle Prozesse zentral in eben diesem System gesteuert.
  • Vorteile - da der gesamte Betriebsablauf effizienter gestaltet werden kann, ist es möglich, die Lagerhaltung zu verkleinern. Über das System lässt sich im Vorfeld erkennen, wann Nachbestellungen notwendig sind. Gleichzeitig helfen verschiedene Analysemöglichkeiten, den Markt besser zu verstehen und letztendlich früher zu wissen, wann eine Auftragslage eintritt. In der Folge kann ein Unternehmen schneller reagieren, ist flexibler und erhält eine engere Kundenbindung.
  • Prozessoptimierung - wird ein ERP korrekt eingesetzt, hilft es, den Workflow im Unternehmen zu verbessern. So lässt sich beispielsweise der reibungslose Austausch von Daten mit Lieferanten oder Kunden sicherstellen, da eine zentrale Datenhaltung erfolgt. Die Lagerübersicht ist sehr präzise, was wiederum eine Effizienzsteigerung bei der Produktionsplanung ermöglicht. Besonders deutlich zeigt sich die Optimierung, wenn ein Unternehmen mehrere Standorte besitzt. Durch die Integration des ERP-Systems lassen sich einzelne Niederlassungen effektiv miteinander verknüpfen, steuern und die Leistungen steigern.


Lassen sich so Wettbewerbsvorteile erringen?

Viele der alteingesessenen Unternehmen setzen längst auf ERP-Systeme. Für eine lange Zeit war es auch so, dass überwiegend große oder deutlich über dem Schnitt liegende mittelständische Unternehmen auf diese Systeme setzten. Mittlerweile neigen aber auch mittlere oder gar kleine Unternehmen dazu, möglichst früh auf die Systeme umzusteigen, um gleich von Beginn an auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig zu sein. Um erfolgreich zu sein, ist der Umstieg oftmals unausweichlich. Dennoch gibt es Probleme, die mit der Umstellung auf ERP-Systeme einhergehen. Diese Schwierigkeiten betreffen Unternehmen jeglicher Größe:

  • Aufwand - die Integration des Systems ist zuerst einmal teuer. Zudem ist die Installation und Integration aufwendig, Fremdsysteme müssen mit der ERP verknüpft werden und welche Systeme überhaupt miteinander verbunden werden können, hängt vom Hersteller ab.
  • Handhabung - wer mal mit SAP gearbeitet hat, der weiß, dass das System nicht einfach zu begreifen ist. Das trifft auf alle ERP-Systeme zu. Unternehmer müssen ihre Mitarbeiter aufwendig schulen lassen. Bei der Wahl des Systems sollte bereits auf eine hohe Nutzerfreundlichkeit geachtet werden.
  • Wartung - das System muss regelmäßig gewartet und aktualisiert werden. Hierzu muss das Unternehmen möglichst einen Fachmitarbeiter rein für diesen Bereich beschäftigen.


Nicht nur in der Logistik sind ERP-Systeme gefragt.Nicht nur in der Logistik sind ERP-Systeme gefragt.
Bildquelle: @ guentherlig (CC0-Lizenz) / pixabay.com


Fazit - ERP-Systeme sind Pflicht

ERP-Systeme haben Vorteile, aber auch Nachteile. Doch es gilt: Trotz der Nachteile ist der Umstieg auf das ERP-System eigentlich nicht nur zu empfehlen, sondern unumgänglich. Unternehmen erringen mit ihm zwar keinen Wettbewerbsvorteil mehr, da nahezu alle Großunternehmen ERP-Systeme nutzen, doch bleiben sie konkurrenzfähig. Bei kleineren Unternehmen empfiehlt sich der frühzeitige Umstieg, damit gemeinsam mit dem System gewachsen werden kann und die Umstellung nicht mitten in der Auftragsfülle kommt. (17.05.2018/ac/a/m)








 
 
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