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ENI: Schlüsselposition bei Europas LNG-Versorgung ausgebaut - Aktienanalyse




21.06.22 15:33
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - ENI-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von ENI SpA (ISIN: IT0003132476, WKN: 897791, Ticker-Symbol: ENI, Borsa Italiana-Symbol: ENI) unter die Lupe.

Ölpreisentwicklung: Trotz der verstärkten Bemühungen von Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die Reduzierung der CO2-Emissionen voranzutreiben, könne sich die Welt nicht von heute auf morgen ändern und daher würden Erdöl und Erdgas noch jahrzehntelang Teil des Energiemix bleiben. Alber gehe davon aus, dass sich die Preise infolge des Russland-Ukraine-Kriegs längerfristig auf einem höheren Niveau festsetzen würden. Insofern prognostiziere er für das Jahr 2022 einen durchschnittlichen Ölpreis von USD 107 je Fass Brent, welcher sich dann im nächsten Jahr im Schnitt bei rund USD 98 je Fass bewegen werde.

Schlüsselrolle Erdgas: Für den Übergang hin zu einer saubereren Welt sei der Einsatz von Erdgas unerlässlich. Vor allem in der Stromerzeugung komme Erdgas als Ersatz für ausscheidende Kohle- oder Atomkraftwerke sowie zum Ausgleich von Angebotsschwankungen aufgrund des verstärkten Einsatzes erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle zu. Dies begünstige die Geschäftsaussichten insbesondere von ENI, zumal das Unternehmen bei der Öl- und Gasförderung einen starken Afrika-Fokus habe.

LNG-Projekt im Mittleren Osten: ENI (25%) beteilige sich neben QatarEnergy (75%) an einem Joint Venture, welches wiederum 12,5% an einem riesigen Flüssiggas-Projekt (North Field East) in Qatar mit einer jährlichen Exportkapazität von 32 Millionen Tonnen halte. ENI habe diesbezüglich seit 2019 in Verhandlungen gestanden und stärke mit dem Zuschlag nun seine Präsenz im Mittleren Osten, der für Europa als Lieferant essenziell sei. Die Laufzeit des Projekts, das gegen Ende 2025 starten solle, betrage 27 Jahre.

Ergebnisentwicklung: ENI habe im abgelaufenen Quartal von den hohen Öl- und Gaspreisen profitiert und einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn in Höhe von EUR 3,27 Mrd. eingefahren. In Q1 2021 seien dies lediglich EUR 270 Mio. gewesen. Damit seien die Markterwartungen von durchschnittlich EUR 2,47 Mrd. bei Weitem übertroffen worden. Der Umsatz sei im Jahresvergleich von EUR 14,49 Mrd. auf EUR 32,13 Mrd. geklettert, wobei die Förderung im Berichtsquartal sogar um 3% auf durchschnittlich 1,65 Millionen Barrel Öläquivalente pro Tag gesunken sei.

Förderung und Produktionsausblick: Die Ölförderung solle von durchschnittlich 1,68 Mio. Fass Öläquivalente pro Tag im Jahr 2021 bis 2025 auf durchschnittlich 1,89 Mio. Fass Öläquivalente pro Tag zulegen, was einer jährlichen Steigerung von im Schnitt 3% entspreche. Längerfristig solle aber vor allem das Gasgeschäft an Bedeutung gewinnen, wo man speziell auf Flüssiggas setzen wolle. Bezogen auf den Zeitraum 2022 bis 2025 solle das Fördergeschäft (Upstream) bereits ab einem Ölpreis von USD 25 pro Barrel Cashflow-neutral sein. Die Treibhausgasemissionen in der Förderung sollten bis 2025 um 65% gegenüber 2018 verringert werden.

Verschuldung und Cashflow: Die Nettofinanzverbindlichkeiten inkl. Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 habe ENI im Jahresvergleich um 30% auf EUR 8,62 Mrd. gedrückt. Die Verschuldungsquote habe sich dadurch von 0,31 auf 0,18 verringert. Der operative Cashflow habe sich von EUR 1,96 Mrd. auf EUR 5,61 Mrd. und der freie Cashflow von minus EUR 109 Mio. auf plus EUR 953 Mio. verbessert. In den Jahren 2022 bis 2025 peile ENI einen operativen Cashflow von in Summe EUR 55 Mrd. und einen freien Cashflow von mehr als EUR 25 Mrd. an. Bereits bei einem Ölpreis von unter USD 46 pro Fass erziele ENI auf Konzernebene unter Einbezug der Dividendenzahlungen einen positiven freien Cashflow.

Dekarbonisierung: Der strategische Fahrplan sehe langfristig die Reduktion des emissionslastigen Ölfördergeschäfts und den Auf- und Ausbau von erneuerbaren und alternativen Energiequellen vor. Auf diese Weise wolle ENI seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 auf netto Null senken. Im Rahmen des Kapitalmarkttages seien hier ehrgeizigere Zwischenzielsetzungen formuliert worden, was die Verringerung der Scope 1+2+3 Emissionen betreffe. Diese sollten bereits 2030 gegenüber 2018 um 35% gesenkt werden, bis 2035 um 55% und bis 2040 um 80%.

Ausschüttungspolitik: ENIs Dividendenpolitik sehe eine Mindestdividende von EUR 0,36 je Aktie ab einem Ölpreis von USD 43 je Fass mit graduellen Steigerungen auf beispielsweise EUR 0,75 je Aktie bei USD 56 je Fass vor. Ab einem Ölpreis von USD 61 pro Fass sollten EUR 0,86 je Aktie und ab USD 80 dann EUR 0,88 je Aktie als Dividende ausgezahlt werden. Ebenfalls in Abhängigkeit vom Ölpreis sollten eigene Aktien zurückgekauft werden: ein Volumen von EUR 300 Mio. bei USD 56 bis 60 je Fass; EUR 400 Mio. bei USD 61 bis 65; EUR 800 Mio. bei USD 66 bis 79 und EUR 1,1 Mrd. bei einem Ölpreis von USD 80 bis 90 je Fass. Bei einem Ölpreis von über USD 90 je Fass sollten zusätzlich 30% des freien Cashflows für Aktienrückkäufe verwendet werden.

Börsegang Plenitude: ENI bringe einen Minderheitsanteil seines Geschäfts mit erneuerbaren Energien und E-Mobilität an die Börse. Plenitude versorge aktuell über 7.300 eigene Ladestellen rund zehn Millionen Privatkunden. Das EBITDA der Sparte solle sich von zuletzt EUR 0,6 Mrd. bis zum Jahr 2025 mehr als verdoppeln. Die erneuerbaren Energien-Kapazitäten würden derzeit eine installierte Antriebsleistung von 1,4 GW umfassen, welche bis 2025 auf über 6 GW anwachsen solle. Insgesamt umfasse die Projektpipeline Projekte mit einer Kapazität von mehr als 10 GW. Im Fokus stehe ein de facto emissionsfreies Geschäft mit Strom- und Gaskunden (netto null Emissionen), welches im Jahr 2040 erreicht werden solle.

Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise hätten ENI wie auch seinen Mitbewerbern im Auftaktquartal 2022 zu einer kräftigen Gewinnsteigerung verholfen. Wegen der Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt sei mit nachhaltig höheren Preisen zu rechnen, was sich auch in entsprechend hohen Gewinnen der Energieunternehmen niederschlagen werde. ENI komme mit seinem starken geografischen Fußabdruck auf dem afrikanischen Kontinent eine Schlüsselrolle in der Sicherstellung der Öl- und Gasversorgung Europas zu. Insofern gehe der Analyst davon aus, dass die Ertragsaussichten für ENI langfristig sehr gut bleiben würden. Denn auch im Falle einer hoffentlich bald einkehrenden Waffenruhe in der Ukraine sei im Zuge der von Europa beabsichtigten Verringerung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen mit einem stärkeren Fokus auf alternative Förderländer wie eben jene in Afrika zu rechnen.

Das ermittelte Kursziel von EUR 15,00 (zuvor: EUR 15,90) basiere auf einem Multiple-Ansatz und die geschätzten Zahlen auf Konsensus-Schätzungen. Die Bewertung der ENI-Aktie entspreche in puncto Kurs/Gewinn-Verhältnis für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 jener der Peer Group.

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, bestätigt seine "Kauf"-Empfehlung für die ENI-Aktie. (Analyse vom 21.06.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze ENI-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs ENI-Aktie:
12,052 EUR +0,07% (21.06.2022, 14:53)

Borsa Italiana-Aktienkurs ENI-Aktie:
12,054 EUR +0,08% (21.06.2022, 14:52)

ISIN ENI-Aktie:
IT0003132476

WKN ENI-Aktie:
897791

Ticker-Symbol ENI-Aktie:
ENI

Borsa Italiana-Symbol ENI-Aktie:
ENI

Kurzprofil ENI SpA:

ENI (Ente Nazionale Idrocarburi) (ISIN: IT0003132476, WKN: 897791, Ticker-Symbol: ENI, Borsa Italiana-Symbol: ENI) ist einer der weltweiten Marktführer in der Öl- und Gasindustrie. Zu den Geschäftsfeldern von ENI zählen die Erkundung und Erschließung von Erdöl-und Erdgaslagerstätten und die Gewinnung der Rohstoffe, ferner Versorgung, Handel und Transport von Erdgas, Flüssigerdgas (LNG), Strom und Kraftstoffen. In Raffinerien und chemischen Anlagen verarbeitet ENI Rohöl und andere ölbasierte Einsatzstoffe zur Herstellung von Kraftstoffen, Schmierstoffen und chemischen Produkten, die an Großhändler geliefert, beziehungsweise über das Tankstellennetz oder Vertriebspartner abgesetzt werden. (21.06.2022/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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