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Drohender Handelskrieg: Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird




08.03.18 12:02
Fisch Asset Management

Zürich (www.aktiencheck.de) - Donald Trump hat ein großes Talent darin, die Weltgemeinschaft mit Vorschlägen beziehungsweise Vorhaben aufzuschrecken, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.

Ob Nordkorea-Konflikt, Mauerbau an der Grenze zu Mexiko oder nun die Einführung von Strafzöllen mit einem drohenden Handelskrieg: Die mediale Aufmerksamkeit sei stets enorm und sorge für Diskussionsstoff. Es könnten sich daraus aber interessanterweise auch erstaunlich positive Folgen ergeben wie beispielsweise die bis vor kurzem undenkbaren Gespräche zwischen Nord- und Südkorea. Das Gepolter habe System.

Für die Finanzmärkte sei der drohende Handelskrieg ein zumindest beachtenswerter Faktor. Eine Eskalation der Situation wäre destabilisierend und würde Unsicherheit in die Märkte bringen. Sicherlich gebe es bestimmte Bereiche, bei denen Ungleichgewichte bestünden und höhere Zölle aus US-Sicht angebracht seien. Doch dies legitimiere die Trump-Administration selbstverständlich nicht, in Bereichen, bei denen kein Grund für Strafzölle bestehe, eben jene einzuführen. Entsprechend groß sei der Gegenwind in den USA und in der Europäischen Union (EU). Vergeltungsmaßnahmen der EU wären dann sicher und aus dem drohenden Handelskrieg würde Realität. Doch so weit wird es aus unserer Sicht nicht kommen, so die Experten von Fisch Asset Management. Die Einführung berechtigter Zölle dürfte am Ende akzeptiert werden und würde auch keine Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen bezeichnen die Experten von Fisch Asset Management in diesem Fall als sehr gering und das globale Wachstum dürfte dadurch nicht gebremst werden.

Generell würden politische Ereignisse die Finanzmärkte nicht langfristig beeinflussen. Die Erfahrung zeige, dass nichts so heiß gegessen wie es gekocht werde. Auch schon der US-Präsident George W. Bush habe 2002 Strafzölle einführen wollen und zurückgerudert, als die EU mit Gegenmaßnahmen gedroht habe. Die Experten von Fisch Asset Management sehen in Trumps Aussagen vielmehr ein kalkuliertes Vorgehen, welches seinem Wesen entspricht, und weniger eine nachhaltige Bedrohung für Wirtschaft und Finanzmärkte. Auch die internen Differenzen, wie beispielsweise der Rücktritt von Wirtschaftsberater Gary Cohn, würden zeigen, dass wenig Einigkeit beim Thema Strafzölle bestehe. (08.03.2018/ac/a/m)





 
 
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