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Deutschland: Weiterhin dynamisch




04.12.18 12:05
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland wird sich voraussichtlich ab Mitte 2019 wieder beschleunigen, so die Analysten der Helaba.

Belastungen aus dem Außenhandel und durch die Investitionszurückhaltung stünden 2019 Impulse von den privaten Konsumausgaben gegenüber. Insgesamt bleibe das Wirtschaftswachstum mit 1,5% über der Beschäftigungsschwelle.

Nach dem außergewöhnlich starken Jahr 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5% steige das reale Bruttoinlandsprodukt 2018 um 1,6%. Die zyklische Abschwächung dürfte noch bis etwa Mitte 2019 andauern, sodass sich das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr weiter auf 1,5% reduzieren werde. Auch damit wachse Deutschland noch nahe seinem Potenzial. Der Tempoverlust gehe vom Verarbeitenden Gewerbe aus. Die Verunsicherungen, die z. B. durch die Handelspolitik und den Brexit entstanden seien, dürften zuletzt zur Investitionszurückhaltung beigetragen haben. Die deutsche Industrie, die auf Kapitalgüter spezialisiert sei, spüre dies besonders. Zudem würden Sonderfaktoren wie das neue Prüfverfahren für Fahrzeuge WLTP belasten. Ab der Jahreswende 2018/2019 sollte sich hier allerdings mit der vollständigen Implementierung des Zulassungsverfahrens eine Gegenbewegung bei der Produktion einstellen.

Der Konsum werde 2019 maßgeblich zum Wirtschaftswachstum beitragen. Die realen Verbrauchsausgaben sollten mit 1,6% lebhafter zulegen als im Jahr zuvor (1,2%). Die Tarifverdienste würden deutlich angehoben. Entlastungen würden von der Wirtschaftspolitik ausgehen: Die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung reduziere die Abzüge der Arbeitnehmer und Rentner um nahezu 7 Mrd. Euro. Zudem würden die monetären Sozialleistungen durch die erweiterte "Mütterrente" steigen. Daneben würden der Grundfreibetrag, das Kindergeld sowie die Eckwerte im Einkommensteuertarif angepasst und die Renten dürften wesentlich stärker zulegen als die Inflationsrate. Dagegen werde sich der Beschäftigungsanstieg u. a. aufgrund von Engpässen bei Fachkräften etwas verringern und die Inflationsrate mit gut 2% leicht höher ausfallen als 2018. In der Summe erhöhe dies die verfügbaren Einkommen 2019 um nominal fast 4%. Für die Sparquote sei nach dem zuletzt deutlichen Anstieg über 10% keine nennenswerte Änderung mehr zu erwarten.

Die Ausrüstungen würden 2019 nur um voraussichtlich 3% höher ausfallen. Die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe habe ihren Zenit im ersten Quartal 2018 erreicht. Das deutlich gesunkene Auftragsvolumen im Verarbeitenden Gewerbe dürfte die Kapitalbildung bremsen und sich bei Unternehmensdienstleistern negativ niederschlagen. Die Analysten würden jedoch eine konjunkturelle Klimaaufhellung in Laufe des Jahres 2019 erwarten, sodass die Investitionstätigkeit wieder an Fahrt gewinne. Die Bautätigkeit nehme auch zu. Die Wohnungsbaugenehmigungen, die im ersten Halbjahr 2018 noch rückläufig gewesen seien, hätten sich zuletzt wieder günstiger entwickelt. Einen ähnlichen Verlauf zeige der Wirtschaftsbau. Der Bedarf im Wohnungsbau sei weiterhin hoch und die Finanzierungsbedingungen seien bei steigenden Realeinkommen und niedrigen Zinsen günstig. Die öffentliche Hand investiere verstärkt in Infrastruktur und die Nachfrage vor allem nach Büros sei lebhaft.

Der Außenhandel habe 2018 einen leicht negativen Wachstumsbeitrag geliefert. Hierin spiegle sich u. a. die Schwäche des Welthandels wider. Die deutschen Importe hätten leicht stärker zugelegt als die Exporte. Hieran werde sich in der ersten Jahreshälfte 2019 nichts Wesentliches ändern. Die deutschen Ausfuhren würden im Gesamtjahr nur moderat steigen, ähnlich wie die Einfuhren. Die Exporte in die EU dürften weiterhin durch Großbritannien gebremst werden, dessen Wirtschaft aufgrund der Brexit-Unsicherheiten nur moderat zulege. Hingegen bleibe China trotz etwas geringerem Wirtschaftswachstum ein Lichtblick für den deutschen Außenhandel, während die Exporte in die USA nur unterdurchschnittlich zunehmen würden. (Ausgabe vom 03.12.2018) (04.12.2018/ac/a/m)






 
 
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