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Deutschland: Sondereffekte belasteten Jahresstart




03.05.21 11:05
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Wachstumsdynamik in der Eurozone nimmt im Verlauf des Jahres deutlich zu, so die Analysten der Helaba.

Die BIP-Prognose für Deutschland müsse nicht geändert werden. Frankreich hingegen dürfte 2021 etwas stärker wachsen. Mit dem Aufschwung würden höhere Inflationsraten einhergehen. Die Analysten der Helaba hätten ihre Verbraucherpreisprognose für Deutschland und die Eurozone angehoben.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sei im ersten Quartal zwar um 1,7% gegenüber den drei Monaten zuvor leicht stärker gesunken als erwartet. Allerdings sei das zweite Halbjahr 2020 nach oben korrigiert worden. Neben der Verlängerung des Lockdowns seien vor allem Sonderfaktoren wie die wieder höheren Mehrwertsteuersätze, der Brexit, teilweise kaltes Wetter und die mangelnde Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie die Gründe hierfür gewesen. Im zweiten Quartal dürfte die Industrie wieder zum Treiber der deutschen Konjunktur werden. Die Auftragseingänge hätten sich zuletzt gut entwickelt, auch der März sollte positiv ausfallen. Der Einkaufsmanagerindex sei im März auf ein Allzeithoch gestiegen und sei im April nur minimal gesunken. Die Impfungen gegen Corona kämen jetzt auch in Deutschland schnell voran. Nach jüngsten Berechnungen könnte die Herdenimmunität der deutschen Bevölkerung Mitte Juli erreicht sein. Die Inzidenzen dürften deutlich früher zurückgehen, so dass weitere Öffnungen möglich seien. Damit sollte das dritte Quartal sehr dynamisch ausfallen. Die Wachstumsprognose der Analysten der Helaba von 3,4% für dieses Jahr bleibe bestehen.

Auch für Italien und Spanien seien keine Änderungen notwendig. Die Frankreich-Prognose hätten die Analysten der Helaba hingegen für 2021 leicht auf 6,2% (5,9%) erhöht. Ihr westlicher Nachbar habe im ersten Quartal mit einem Wachstum von 0,4% überraschend gut abgeschnitten. Die angekündigten Öffnungen würden zusätzliche Impulse bringen. Für die Eurozone bedeute dies in diesem Jahr ein Wachstum von 4,5% (4,4%).

Die deutsche Inflationsrate sei im April mit 2% hoch ausgefallen. Im Vormonatsvergleich sei der Preisschub dieses Mal nicht von den Kraftstoffen gekommen. Bundesländerergebnisse würden zeigen, dass der Bereich "Freizeit, Unterhaltung, Kultur", dessen Leistungen zurzeit so gut wie nicht angeboten würden, einen deutlichen Anstieg aufgewiesen habe. Dies setze ein Fragezeichen hinter die Preisstatistik in Pandemiezeiten. Klar sei jedoch, dass die zu erwartenden Öffnungen in den nächsten Monaten zu höheren Preisen führen würden. Die Unternehmen dieser Branchen hätten erhebliche Umsatzausfälle hinnehmen müssen. Sie dürften versuchen, durch Preisanhebungen einen Teil hiervon wieder hereinzuholen. Auch dürften mit besserer Konjunktur die Lohnforderungen wieder etwas höher ausfallen. Der sich allmählich aufstauende Preisdruck zeige sich bereits in den Vorproduktpreisen. Die deutschen Großhandelspreise hätten im März um 4,4% und die Importpreise 6,9% über Vorjahresniveau gelegen. Die Analysten der Helaba hätten ihre Prognose für die deutsche Inflationsrate 2021 deswegen auf 2,2% (vorher: 1,9%) angehoben. Damit werde im zweiten Halbjahr in der nationalen Rate die 3-Prozent-Marke fast erreicht und in der harmonisierten Rate sogar deutlich überschritten. Für die Eurozone würden die Analysten der Helaba für den Jahresdurchschnitt 2021 nun 1,9% für 2021 (zuvor: 1,8%) erwarten. (03.05.2021/ac/a/m)






 
 
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