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Deutschland: "Der Sommer wird gut"




08.06.21 10:20
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Corona-Öffnungen seit Mitte Mai stimulieren das deutsche Wirtschaftswachstum, so die Analysten der Helaba.

Dies zeige der ifo Geschäftsklimaindex, der - getragen vom Einzelhandel und den Dienstleistern - das Vorkrisenniveau deutlich überschritten habe. Insbesondere die privaten Konsumausgaben dürften jetzt zulegen. Aufgrund des sehr schwachen ersten Quartals, indem diese um 5,4% gegenüber den drei Monaten zuvor geschrumpft seien (BIP: -1,8%), würden die privaten Haushalte 2021 allerdings deutlich unterdurchschnittlich zum Wachstum beitragen. Während das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr um schätzungsweise 3,4% zunehme, betrage das Plus beim Konsum nur 1,5%. Auch dies setze bereits einen starken Aufholprozess voraus.

Die gesamtwirtschaftliche Leistung werde voraussichtlich am Jahresende das Vorkrisenniveau überschritten haben. 2022 dürfte das Bruttoinlandsprodukt nochmals um 3,4% zulegen. Dabei führe allein das hohe Ausgangsniveau am Jahresende 2021 dazu, dass das Wachstum etwa 2,5% betrage. Unterstellt seien für die Prognose "normale" Quartalsraten von durchschnittlich 0,4% im nächsten Jahr.

Die Industrie habe den pandemie-bedingten Tiefpunkt der Produktion bereits im April 2020 erreicht. Obwohl die Auftragseingänge seitdem fast durchgehend expandieren würden, habe die Produktionsdynamik zuletzt nachgelassen. Im ersten Quartal sei die Erzeugung des Verarbeitenden Gewerbes sogar leicht gesunken. Ursache dürften neben dem Brexit und dem stellenweise kalten Winterwetter vor allem Probleme bei der Zulieferung von Vorprodukten gewesen sein. Weltweit sei sowohl von den Erzeugern als auch den industriellen Nachfragern die Dynamik des Nach-Corona-Aufschwungs unterschätzt worden. Nun würden Vorprodukte aus allen Bereichen fehlen. Neben Halbleitern seien dies beispielsweise Kunststoffe, Verpackungsmaterialen oder Schiffscontainer.

Die Lieferprobleme hätten bereits dazu geführt, dass die deutsche Automobilproduktion stellenweise habe angehalten werden müssen. Ab dem zweiten Halbjahr sollten diese Verzögerungen allmählich auslaufen. Der sich aufbauende Auftragsbestand sichere damit allerdings die Produktion bis ins Jahr 2022 hinein. Der deutsche Außenhandel habe seit dem dritten Quartal 2020 von der Industrie profitieren können. Zu Jahresbeginn hätten die Importe allerdings stärker zugelegt als die Exporte. Die erwähnten Liefer- und Handelsprobleme der deutschen Industrie dürften sich hier niedergeschlagen haben.

Die Ausrüstungsinvestitionen seien bereits vor der Corona-Krise rückläufig gewesen. Sie würden zwar durch die wieder günstigere Konjunktur stimuliert. Der geschätzte Anstieg von 6% in diesem Jahr hole aber nur einen Bruchteil des gesamten Einbruchs von einem Viertel wieder auf. Das Ausgangsniveau dürfte erst 2023 erreicht werden.

Im Gegensatz hierzu hätten die Bauinvestitionen den Wirtschaftseinbruch im Frühjahr 2020 gedämpft, da auf den Baustellen ohne größere Einschränkungen weiter habe gearbeitet werden können. Infolgedessen falle allerdings der Zuwachs für 2021 mit 2% im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt niedrig aus. Trotzdem bestehe auch hier ein hoher Bedarf. Stimuliert durch das Baukindergeld, das bis März habe beantragt werden können, lägen die Wohnungsbaugenehmigungen im ersten Quartal 2021 um fast ein Fünftel über dem Vorjahresniveau. Die Wohnungsnachfrage werde auch darüber hinaus hoch bleiben. Impulse würden zudem vom öffentlichen und dem Wirtschaftsbau ausgehen. (Ausgabe vom 07.06.2021) (08.06.2021/ac/a/m)






 
 
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