Deutschland: Noch trübes Umfeld




16.08.19 13:25
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Im zweiten Quartal ist die deutsche Wirtschaft leicht um 0,1% gegenüber den drei Monaten zuvor geschrumpft, so Dr. Stefan Mütze von der Helaba.

Damit habe Deutschland aufgrund seiner Industriedominanz das schlechteste Ergebnis in der Eurozone erzielt. Die Wertschöpfung in der Industrie dürfte kräftig gesunken sein. Im Umfeld von anhaltendem Protektionismus und drohendem Hard-Brexit habe der Außenhandel gebremst: Die Exporte seien stärker geschrumpft als die Importe. Nachdem im ersten Vierteljahr die Bauinvestitionen noch deutlich zugelegt hätten, seien auch sie im Frühjahr gesunken. Verlassen könne man sich weiterhin auf die privaten Haushalte, die ihre Konsumausgaben gesteigert hätten. Das Geschäftsklima habe bis zuletzt noch keine Trendwende angezeigt, sodass für das dritte Quartal nur mit einer Stagnation zu rechnen sei. Auch eine technische Rezession mit zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen des Bruttoinlandsprodukts sei nicht auszuschließen.

Die Analysten der Helaba würden deswegen ihre Wachstumsprognose für Deutschland für 2019 auf 0,6% (vorher: 1,0%) und für 2020 auf 1,2% (vorher: 1,6%) senken. Für die Eurozone liege die Schätzung nun bei 1,1% (vorher: 1,2%) und 2020 bei 1,3% (vorher: 1,6%).

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei mit aktuell 43,2 auf Rezessionsniveau. Eine Trendwende sei hier kurzfristig nicht zu erwarten. Im August sei lediglich ein leichter Anstieg auf 43,5 realistisch. Positiv dürften sich die Verschiebung von US-Zollerhöhungen für einige chinesische Waren auf Dezember sowie Ölpreise unter 60 US-Dollar auswirken. Bislang habe sich der Pessimismus der industriellen Einkäufer nicht wie in früheren Abschwungphasen auf die Dienstleister übertragen. Erst gegen Jahresende sei mit einer zögerlichen Belebung der deutschen Industriekonjunktur zu rechnen. Diese dürfte durch positive Lagereffekte unterstützt werden. Voraussetzung sei aber, dass es nicht zu den von den USA immer wieder ins Spiel gebrachten Autozöllen und einem Hard-Brexit komme.

2020 würden weiterhin positive Impulse von den privaten Konsumausgaben ausgehen. Während die Tariflöhne in der Gesamtwirtschaft mit gut 2% nicht mehr ganz so stark steigen würden wie in diesem Jahr, würden die Altersrenten erneut deutlich zulegen. Grundfreibetrag und steuerlicher Kinderfreibetrag würden erneut angehoben. Für die geplanten klimapolitischen Maßnahmen werde unterstellt, dass sie in der Summe zu keiner Belastung der privaten Haushalte führen würden. Obwohl der Arbeitsmarkt zuletzt an Dynamik verloren habe, werde die Beschäftigung 2020 noch leicht zunehmen. In der Summe dürften die verfügbaren Einkommen im nächsten Jahr um rund 3% zulegen. Bei einer anhaltend moderaten Inflationsrate von 1,6% verbleibe den Haushalten real mehr in den Taschen. Die Sparquote sollte sich kaum verändern. Auch die Bautätigkeit werde 2020 lebhaft sein. Der Bedarf bei Wohnungen bleibe hoch und die hohe Zahl der in Gang gesetzten Infrastrukturprojekte stimuliere den öffentlichen Bau. (16.08.2019/ac/a/m)







 
 
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