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Deutschland: Neue Regierung, neues Glück?




14.05.18 14:53
LOYS

Oldenburg (www.aktiencheck.de) - Jedem Anfang liegt ein Zauber inne. Jedenfalls war Friedrich Nietzsche, der deutsche Philosoph, dieser Meinung, so die Experten von LOYS.

Freilich könne er die neue Bundesregierung damit nicht gemeint haben. Vielmehr scheine sich in ihr eine andere Beobachtung zu bewahrheiten, nämlich die "ewige Wiederkehr des Gleichen".

Immerhin sei festzustellen, dass die neue deutsche Regierungskonstellation der alten Führung weitgehend entspreche. Lediglich bei der Besetzung der Ministerposten habe es einige beachtenswerte Rochaden zu beobachten gegeben.

Für Sparer- und Geldanleger seien das Finanz- und das Wirtschaftsministerium von herausgehobener Bedeutung. Seit Jahren seien die Anleger allerdings aus diesen Häusern eher Kummer (sprich: höhere Belastungen) gewöhnt. Spannend sei diesmal aber, dass beide Ministerien einen Partei- und Personalwechsel vollzogen hätten.

Wie aber die letzten Legislaturperioden offenbart hätten, sei es für die deutschen Sparer fast einerlei, welche von den beiden im Kern sozialdemokratischen Parteien, SPD oder CDU, welches Ministerium führe. Erfahrungsgemäß erfolge die Besetzung der Ministerien nicht nach fachlicher Qualifikation, sondern nach parteihierarchischen Kriterien.

Bei der Besetzung des Amtes des Wirtschaftsministers könne man das schon seit vielen Jahren zurückverfolgen. Entsprechend unbedeutend sei heute dieses einstmals so einflussreiche Ministerium, dessen erster Amtsinhaber Ludwig Erhard gewesen sei. Belegt sei diese Behauptung allein schon damit, dass die Wirtschaftsminister der letzten Jahre - sie hätten Zypries, Gabriel, Rösler, Brüderle, zu Guttenberg, Glos geheißen, kaum mehr erinnert würden.

Ob der neue Wirtschaftsminister Peter Altmaier imstande sein werde, die Bedeutung der Beteiligung der Bürger an der Wirtschaft durch Aktienbesitz zu erkennen, müsse sich zeigen. Der Vorstand der LOYS AG habe ihm hierzu einen offenen Brief geschickt. Weil in Deutschland eine Tradition des Mitunternehmertums durch Aktienbesitz fehle, seien aber Zweifel angebracht. Ganz praktische Unterstützung könnte dabei vom Finanzministerium kommen. Dort sei aber durchaus kein Reformeifer ausgebrochen. Der neue Finanzminister Olaf Scholz habe sich bereits nach wenigen Tagen im Amt an der schwarzen Null festgebissen, wie es sein Vorgänger Wolfgang Schäuble mit halsstarriger Energie getan habe.

Es spreche überdies Bände, dass heute die Kämmerer des Finanzministeriums in Berlin das große ökonomische Zepter schwingen würden. Wenn Wirtschaftspolitik vorwiegend nach Kassenlage und durch Finanzamtsleute gemacht werde, dann könne es um die marktwirtschaftliche Ausrichtung nicht allzu gut bestellt sein.

Fest stehe, dass die Steuereinnahmen weiter prächtig sprudeln würden und der leidige Solidaritätszuschlag immer noch nicht abgeschafft sei. Und aller Jubelmeldungen aus Hellas zum Trotz, sei die Rechnung für die Griechenlandrettung bislang weder eingegangen, geschweige denn beglichen.

Aus dem Umfeld des neuen Finanzministers höre man überdies den Wunsch nach Einführung einer Transaktionssteuer für Kapitalanleger. Das würde den deutschen Finanzsektor noch weiter schwächen, nachdem viele staatliche Landesbanken ebenso wie die Dresdner Bank bereits untergegangen seien und Commerzbank- sowie Deutsche Bank einen beklagenswerten Eindruck hinterlassen würden.

Deutschland sei Autoland, wie man an der Kumpanei zwischen Staat und Automobilwirtschaft beim Diesel-Abgasbetrug einmal mehr anschaulich habe beobachten können. Finanzmarktgestaltung überlasse die deutsche Politik indessen gerne den angelsächsischen Ländern.

Es scheine in Berlin nicht weiter bekannt zu sein, dass der Wohlstand einer Bevölkerung umso größer sei, je höher der Finanzmarkt entwickelt sei. Hier wäre durch die neue Regierung ein Umdenken dringend notwendig. (14.05.2018/ac/a/m)






 
 
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