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Deutschland: Hohe Dynamik der gesamtwirtschaftlichen Produktion hat sich spürbar abgeschwächt




31.08.18 14:16
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - In Deutschland hatte sich die hohe Dynamik der gesamtwirtschaftlichen Produktion zwischenzeitlich spürbar abgeschwächt, so die Analysten der National-Bank AG.

Zum Teil sei diese Entwicklung auf die Verunsicherung durch den Handelsstreit zurückgegangen, zum Teil dürfte sie auch eine Normalisierung aufgrund der langanhaltenden hohen Dynamik gewesen sein. Die Analysten der National-Bank AG hätten an dieser Stelle immer betont, dass dem schwächeren internationalen Umfeld aber weiterhin intakte binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte gegenüberstünden und sie mit Blick auf den Handelsstreit optimistisch bleiben würden, so dass für die Frühindikatoren mit einer Gegenbewegung zu rechnen sei.

Die jüngsten ifo-Zahlen hätten nun die Einschätzung der Analysten der National-Bank AG klar gestützt: Mit einem spürbaren Anstieg habe dieses so wichtige Barometer darauf verwiesen, dass sich die deutsche Wirtschaft trotz der vielfältigsten Risikofaktoren robust entwickle. So habe das ifo-Geschäftsklima von 101,7 auf 103,8 Punkte angezogen und damit den ersten Zuwachs in diesem Jahr und gleichzeitig den stärksten Zuwachs seit Dezember 2014 ausgewiesen. Vor allem bei den Geschäftserwartungen sei ein kräftiges Plus registriert worden. Laut ifo-Institut habe neben der starken Binnenkonjunktur in der Tat vor allem die Deeskalation im Handelskonflikt mit den USA für die spürbare Aufhellung der Stimmung gesorgt, wovon besonders die Automobilbranche habe profitieren können, so dass es zu einem spürbaren Plus im Verarbeitenden Gewerbe gekommen sei. Der Bausektor habe vor dem Hintergrund der anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen seine Rekordjagd fortgesetzt, während der Dienstleistungssektor von der guten Stimmung der Binnenwirtschaft habe profitieren können. Die Stimmung im Handel sei nahezu unverändert geblieben.

Vorbehaltlich einer signifikanten Eskalation des Handelsstreites sollte die deutsche Wirtschaft ihre temporäre Schwächephase daher im zweiten Halbjahr 2018 überwinden bzw. ihre Hochkonjunktur fortsetzen können. Angesichts der spürbaren Produktionsausweitung werde die Lage am Arbeitsmarkt weiter von strikt zunehmenden Arbeitsvolumina gekennzeichnet bleiben. Die privaten Konsumausgaben sollten also auch weiterhin von expandierenden Realeinkommen profitieren. Auch die starke Expansion der Bauinvestitionen dürfte sich fortsetzen. Die weiterhin überdurchschnittlich ausgelasteten Kapazitäten dürften wieder zu einer dynamischeren Investitionstätigkeit führen. In Summe dürfte die deutsche Volkswirtschaft mit Zuwächsen von 1,8% in 2018 und 2019 ihren Rekordaufschwung weiter fortsetzen.

Was bedeute die gute Entwicklung nun für den Fortgang der konjunkturellen Entwicklung in Europa? Die deutschen Daten würden aufgrund des hohen Exportanteils besonders sensibel auf die Perspektiven für den Welthandel reagieren. Insofern sei die Dämpfung der konjunkturellen Indikation hierzulande auch stärker aus als in Gesamteuropa gefallen. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten der National-Bank AG unverändert erwarten, dass die gesamteuropäischen Frühindikatoren ebenfalls wieder stärker nach oben trenden würden. Diese Bewegung dürfte aber spürbar schwächer ausfallen als in Deutschland. Im Ergebnis nehme das Wachstumstempo in Europa zukünftig wieder stärker zu - die "Sturm- und Drangphase" des Jahres 2017, wo die Eurozone mit 2,4% habe zulegen können, sei aber klar vorbei.

Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in Deutschland und Europa würden also weiterhin gut bleiben - allerdings bestünden weiterhin nennenswerte Risiken für eine politikinduzierte Abschwächung. Die Analysten der National-Bank AG würden sich hier grundsätzlich in ihrer Einschätzung bestätigt sehen, dass der Handelskonflikt im Rahmen bleibe, weil die wirtschaftlichen Nachteile so klar überwiegen würden und es nur wenige - zumal gut organisierte - Akteure seien, die sich einigen müssten. So habe das Treffen von Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker davon gezeugt, dass im bilateralen Modus in der Tat relativ rasch weitreichende Verhandlungslösungen erzielt werden könnten. Dies gelte im Übrigen auch für die Verhandlungen mit China. Hier sei zwar kurzfristig keine Lösung in Sicht und man sollte sich auf längere Verhandlungen einstellen. Die Rhetorik sei aber zwischenzeitlich deutlich zurückgefahren worden, was die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass man zu einem Interessenausgleich komme. Längerfristig arbeite die Zeit daher auch hier für eine Lösung, die beide Seiten profitieren lasse. Die globale Datenlage habe unterdessen auf Wachstumsraten um 4% p.a. verwiesen, so dass der wahrscheinlichkeitsgewichtete globale Wachstumspfad nach wie vor oberhalb von 3,8% verlaufe. Im Ergebnis würden die guten volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungenfür die Kapitalmärkte erhalten bleiben! (31.08.2018/ac/a/m)






 
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