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Deutschland: Handelsverstimmungen belasten




05.09.18 13:15
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Trotz der Verunsicherungen durch die von den USA ausgelösten Handelsstreitigkeiten hat sich das Wachstumstempo der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal 2018 auf real 0,5% gegenüber den drei Monaten zuvor erhöht (Q1: 0,4%), so die Analysten der Helaba.

Vor allem aufgrund von statistischen Revisionen für das Vorjahr hätten sie ihre Prognose für 2018 von 2% auf 1,8% leicht senken müssen. Die Dynamik im Frühjahr sei ausschließlich von der Binnennachfrage ausgegangen. Der Wachstumsbeitrag des Außenhandels sei sogar negativ gewesen, da die Importe mit 1,7% gegenüber dem ersten Quartal deutlich stärker hätten zulegen können als die Exporte (0,7%). Zu einem Nachholeffekt sei es bei den Konsumausgaben des Staates gekommen. Sie seien im ersten Quartal aufgrund der späten Regierungsbildung sogar gesunken. Jetzt hätten sie mit 0,6% stark zugelegt. Mit 0,3% hätten die Konsumenten nur mäßig mehr ausgegeben, u.a. weil sie ihre Sparleistung deutlich erhöht hätten. Im Gesamtjahr 2018 dürften die privaten Konsumausgaben mit 1,5% nur unterdurchschnittlich zulegen. Sowohl bei den Ausrüstungen als auch im Bau habe die Dynamik nachgelassen. Dagegen stehe eine deutliche Lageraufstockung positiv zu Buche. Auch wenn das gesamtwirtschaftliche Wachstum im zweiten Quartal besser als erwartet ausgefallen sei, sei der Lageraufbau bei gleichzeitig geringer Investitionsdynamik und verhaltenen Exporten eher negativ zu werten. Der zunehmende Protektionismus spiegele sich in den Zahlen wider.

Die Unberechenbarkeit der US-Handelspolitik führe immer wieder zu neuen Verunsicherungen. Auch eine "singuläre" Verstimmung zwischen Washington und Peking belaste deutsche Unternehmen. Negative Effekte auf Investitionstätigkeit und Außenhandel seien damit für 2019 wahrscheinlich. Mögliche Autozölle seien in der Prognose bislang nicht unterstelle. Weiterhin sei unklar, ob es bei den Brexit-Verhandlungen zu einem wirtschaftsfreundlichen gütlichen Ende kommen werde. Nicht zuletzt werde die deutsche Wirtschaft von der Krise in der Türkei und der schwachen Lira belastet. Eine nicht stabilitätsorientierte Haushaltspolitik durch die populistische Regierung in Rom berge zudem die Gefahr von Spread-Ausweitungen, einem Vertrauensverlust und möglichen negativen Wachstumseffekten. Für 2018 hätten die Analysten der Helaba ihre Wachstumsprognose aus diesen Gründen leicht auf 1,5% (vorher: 1,7%) gesenkt.

In diesem negativen Umfeld dürften die Unternehmen ihre Ausrüstungsinvestitionen 2019 mit schätzungsweise 4% schwächer steigern als 2018 (5 %). Vom Außenhandel sei kein nennenswert positiver Wachstumsbeitrag zu erwarten. Impulse kämen vom Konsum, der im nächsten Jahr mit 1,7% leicht überdurchschnittlich zulegen sollte. Grund seien Entlastungen, an denen sich die Konsumenten im nächsten Jahr erfreuen könnten, wie die Rückkehr paritätischen Finanzierung in der Gesetzlichen Krankenversicherung, die zu einem Anstieg der Nettoeinkommen der privaten Haushalte führe. Hinzu kämen die Ausweitung der Mütterrente und die Einführung der Grundrente. Die Senkung des Arbeitslosenbeitrags werde allerdings durch den gleich hohen Anstieg des Pflegesatzes kompensiert. Die Renten dürften auch 2019 stärker als die Verbraucherpreise zulegen. (05.09.2018/ac/a/m)





 
 
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