Erweiterte Funktionen


Deutschland: Es wird holpriger




16.10.20 14:35
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die aktuelle Wahrnehmung der deutschen Industrie ist desaströs, so die Analysten der Helaba.

Der deutsche Vorzeigesektor sei nicht nur in einer konjunkturellen, sondern auch in einer strukturellen Krise. Protektionismus, Brexit und ungelöste Probleme im Fahrzeugbau würden angeführt. Die Digitalisierung habe man auch in der Industrie verschlafen. Nicht hierzu würden allerdings die aktuellen Daten passen: So würden sich die Auftragseingänge erholen. Der deutsche Einkaufsmanagerindex sei der höchste (!) im Vergleich aller relevanten Länder, inklusive der USA und China. Auch wenn für Oktober mit einer Verschnaufpause gerechnet werden müsse, sei dies erstaunlich. Wie könne das sein? Vielleicht werde übersehen, dass die strukturellen Anpassungen nicht erst mit Corona begonnen hätten.

Die deutschen Fahrzeughersteller würden ihre Produktpalette kontinuierlich elektrifizieren. Gerade die Maschinenbauer und die Elektrotechnik dürften von der zunehmenden Bedeutung grüner Technologien profieren. Berücksichtige man zudem die zahlreichen Maßnahmen des deutschen Konjunkturpaketes wie die Verbesserung der Abschreibungsbedingungen und der Forschungsförderung sowie die Unterstützung für Zukunftstechnologien, dürften bessere Zeiten für das Verarbeitende Gewerbe bald sichtbarer werden.

Zuletzt seien auch in Deutschland die Infektionszahlen wieder gestiegen. Gegenmaßnahmen wie eine Ausweitung der Maskenpflicht, Sperrstunden in der Gastronomie und sogar Reiseeinschränkungen innerhalb der Landesgrenzen seien beschlossen worden. Die Hoffnung sei, mit möglichst wenigen Fällen durch den Winter zu kommen, bevor dann (hoffentlich) im nächsten Jahr erste Impfstoffe vorhanden seien. Die direkten negativen Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Gesamtwirtschaft dürften begrenzt bleiben. Es sei allerdings wahrscheinlich, dass das Konsumentenvertrauen hierunter leiden werde. Das GfK-Konsumklima, dessen Erholung bereits in den letzten beiden Monaten zum Stillstand gekommen sei, werde im November leicht sinken.

Nach dem voraussichtlich sehr starken Wirtschaftswachstum im dritten Quartal werde die Dynamik zum Jahresende zwar abnehmen, der Aufschwung setze sich allerdings fort. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2020 um kalenderbereinigt 6% einbrechen. Durch die expansive Fiskalpolitik würden 2020 allerdings die öffentlichen Konsumausgaben ein deutliches Plus aufweisen. Daneben würden nur die Bauinvestitionen zulegen. Alle anderen Komponenten seien sehr deutlich im Minus. Dies ändere sich 2021, das mit einem BIP-Zuwachs von 5,5% deutlich freundlicher aussehen werde. (16.10.2020/ac/a/m)






 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...