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Deutschland: Dunkler November




20.11.20 12:53
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland und anderen europäischen Ländern dürften sich negativ auf die Einkaufsmanagerindices und das ifo-Geschäftsklima für November auswirken, so die Analysten der Helaba.

Die Perspektiven für die deutsche Industrie seien hiervon weniger betroffen.

Das Statistische Bundesamt veröffentliche in der Berichtswoche die Detailwerte des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Vierteljahr. Für die Beurteilung der Lage im Verarbeitenden Gewerbe sei hierbei wichtig, wie stark der Aufholprozess bei den Ausrüstungsinvestitionen und Exporten in diesem noch "unbeschwerten" Quartal ausgefallen sei. Zumindest die Entwicklung in Frankreich und Spanien, wo die Daten bereits veröffentlicht worden seienen, signalisiere hier einen sehr deutlichen Schub auch für Deutschland. Die Bauinvestitionen dürften gegenüber den drei Monaten zuvor gesunken sein, während der private Konsum maßgeblich zum starken Wachstum von über 8% beigetragen habe.

Die Berichtswoche werde auch einen ersten Eindruck vermitteln, ob der "Lockdown light" neben den Dienstleistern auch die deutsche Industrie belaste. DieEinkaufsmanagerim nicht-verarbeitenden Gewerbe würden sichaufgrund der Anti-Corona-Maßnahmen aller Voraussicht nach nochmals pessimistischer zeigen. Die Industrie sei hiervon nicht direkt betroffen. Allerdings könnte eine gewisse Zurückhaltung der europäischen Verbraucher im Einzelhandel die Stimmung im Konsumgüter herstellenden Sektor durchaus beeinflussen. Dieser sei allerdings relativ unbeschadet durch den harten Lockdown im Frühjahr gekommen, so dass jetzt keine allzu großen Befürchtungen bestünden. Besonders betroffen gewesen seien die Investitionsgüter, deren Auftragslage mittlerweile das Vorkrisenniveau nahezu erreicht habe. Im wichtigen deutschen Fahrzeugbau lägen die Bestellungenseit Juli über dem Vorjahresniveau, im September um 9,4%. Jetzt könnte der scharfe Lockdown beispielsweise in Frankreich zu einer erneuten temporären Kaufzurückhaltung führen.

Die deutschen Einkaufsmanagerindices für die Industrie hätten im Oktober deutlich über denen allerwichtigen europäischen Konkurrenten gelegen. Hierin dürfte sich die starke Erholung gerade bei Investitionsgütern widerspiegeln, auf die Deutschland spezialisiert sei. Auch hätten die bereits 2018 begonnenen schwierigeren Zeiten zu Anpassungen geführt. So sei der Strukturwandel im deutschen Fahrzeugbau deutlich vorangekommen. Zudem helfe das deutsche Konjunkturpaketmit der Förderung der Flaggschifftechnologien Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Künstliche Intelligenz und Quantentechnologie. Darüber hinaus verbessere sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Industrie durch die Absenkung der EEG-Umlage, die degressive Abschreibung, die Verbesserung bei der Forschungsförderung, den steuerlichen Verlustrücktrag sowie die Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge auf 40% bis 2021. Trotzdem müsse für November mit einem leichten Rückgang auch des industriellen Einkaufsmanagerindex gerechnet werden. Die Pandemie-bedingt schwierigen Zeiten dürften sich zudemin einem sinkenden ifo-Geschäftsklima widerspiegele. (20.11.2020/ac/a/m)






 
 
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