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Deutscher Aktienmarkt: Manager der großen, aber auch der kleinen Firmen machen einen guten Job




08.04.21 11:50
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Die Börse wirkt entkoppelt, so Leon Müller von "Der Aktionär".

Entfesselt wirke sie auch. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) notiere auf dem höchsten Stand aller Zeiten. Aller bisherigen, denn vieles deute darauf hin, dass die Rally noch lange nicht vorüber sei. Die Kurse würden steigen, während das Land im Corona-Brücken-Endlos-Lockdown-Nirwana versinke. Woran liege das?

Offenkundig würden die Manager der großen, aber auch der kleinen Firmen einen guten Job machen. Der Verweis auf die kleinen dürfe an dieser Stelle nicht fehlen, auch oder gerade weil der DAX einen Großteil der Aufmerksamkeit absorbiere. Fakt sei nämlich: MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741), SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) als auch TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) und damit die in ihnen enthaltenen Unternehmen müssten sich keineswegs hinter dem Leitindex verstecken. Ergo: Die Wirtschaft mache einen guten Job. Und die Wirtschaft, das seien die Menschen hinter diesen Unternehmen. Die Angestellten, die Führungskräfte, auch die Manager.

Auffällig dabei: Die fähigsten Manager der vorangegangenen Jahre würden auch 2021 einen guten Job machen. Frank Appel etwa, Dienstältester aller DAX-CEOs, führe den gelben Riesen solide durch die Krise. Die Aktie der Deutschen Post (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) habe sich deutlich besser entwickelt als der DAX. Bis Ende 2020 habe die durchschnittliche Rendite pro anno bei 8,6 Prozent gelegen. Die Chancen stünden gut, dass 2021 gut auf dieses Konto einzahle und die Zahl wachsen lasse. Da sei Ola Källenius bei Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000), der den Stern der Stuttgarter wieder heller leuchten lasse. Er, der erst im Mai 2019 das Ruder bei Daimler übernommen habe, schicke sich jetzt an, in der CEO-Top-Liste ganz weit nach oben zu klettern.

Dass gutes Management Grundvoraussetzung für Unternehmenserfolg sei, sei unumstritten. Dass Manager in Top-Unternehmen in jedem Fall einen guten Job machen würden indes sei keineswegs gesagt. Werner Baumann bei Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) etwa sei ein infernales Beispiel dafür, dass selbst gewachsene Konzernkinder vollends versagen könnten. Er habe im CEO-Ranking zum Jahreswechsel an vorletzter Stelle gelegen. Die Chancen stünden je nach Lesart gut oder schlecht, dass sich an der Aussage "Willst du Baumann oben sehen, musst du die Tabelle drehen" etwas Nennenswertes ändere.

Was solle man daraus schließen? Erstens, dass Manager oftmals besser seien als ihr Ruf. Zweitens, dass bei Weitem nicht alle Millionengehälter sogleich in Zweifel gezogen werden müssten - nicht selten seien sie absolut gerechtfertigt. Und drittens, und das sei mit Blick auf die Coronakrise eine gute Erkenntnis: Deutschland würde es nicht schaden, würde es nicht versuchen weniger, sondern mehr Wirtschaft zu wagen.

Großbritannien beispielsweise werde viel schneller allen Bürgerinnen und Bürgern Impfschutz bieten können, weil es nicht Politiker, sondern mit Risikokapitalunternehmerin Kate Bingham eine Frau aus der Wirtschaft mit der Beschaffung des begehrten Stoffes beauftragt habe. Kurzum: Würde die Politik mehr Wirtschaft wagen, wäre es mit der Entkoppelung schnell vorbei. Und vielleicht wäre dann nicht nur die Börse entfesselt, sondern auch die Menschen. (08.04.2021/ac/a/m)







 
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