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Deutsche Bundesbank: Geldvermögensbildung und Außenfinanzierung in Deutschland im vierten Quartal 2017




13.04.18 14:48
aktiencheck.de

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Zum Ende des Jahres 2017 belief sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland auf 5.857 Mrd. Euro, so die Deutsche Bundesbank in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Damit stieg es gegenüber dem dritten Quartal um 78 Mrd. Euro oder 1,4%. Auf Jahressicht war der Anstieg des Geldvermögens mit knapp 5% wieder vergleichsweise kräftig. Die Mittel flossen im vierten Quartal erneut vor allem in Bargeld und Einlagen (+43 Mrd. Euro), gefolgt von Ansprüchen gegenüber Versicherungen, die um 15 Mrd. Euro aufgestockt wurden. Obgleich auch das Engagement in Aktien und Investmentfondsanteilen abermals erhöht wurde, hielt die Präferenz der privaten Haushalte für liquide oder als risikoarm empfundene Anlagen weiter an. Das Geldvermögen stieg nicht nur durch transaktionsbedingte Zuflüsse, sondern auch durch Bewertungsgewinne. Da die Verbindlichkeiten im vierten Quartal 2017 nur um gut 12 Mrd. Euro zunahmen, stieg das Nettogeldvermögen insgesamt um 66 Mrd. Euro auf 4.131 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte es sich um knapp 5,7%, was in etwa dem langfristigen Mittel entsprach.

Die Außenfinanzierung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften in Deutschland betrug im vierten Quartal 2017 etwa 32 Mrd. Euro, die vorrangig in Form von Krediten aufgenommen wurden (gut 23 Mrd. Euro). Auch die Finanzierung über Wertpapiere - darunter vor allem Aktien und sonstige Anteilsrechte - war per saldo positiv. Das Nettogeldvermögen der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften sank insgesamt im Berichtsquartal um knapp 14 Mrd. Euro und lag mit minus 1.820 Mrd. Euro in etwa 6,9% unter dem Vorjahreswert.

Private Haushalte: Robuste Geldvermögensbildung und anhaltender Aufwärtstrend bei der Außenfinanzierung

Im vierten Quartal 2017 betrug die transaktionsbedingte Geldvermögensbildung der privaten Haushalte per saldo 48 Mrd. Euro, womit sie sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegte. Dabei dominierte der Aufbau von Bargeld und Sichteinlagen in Höhe von 41 Mrd. Euro, während Spareinlagen und -briefe in geringem Maß abgebaut wurden. Darüber hinaus wurden Ansprüche gegenüber Versicherungen im Umfang von knapp 15 Mrd. Euro erworben. Im Umfeld niedriger Zinsen deutet das Anlageverhalten der privaten Haushalte insgesamt auf eine weiterhin ausgeprägte Präferenz für liquide oder als risikoarm wahrgenommene Anlagen hin.

Gemessen an den Entwicklungen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise fiel - wie seit nun einigen Jahren zu beobachten - auch das Kapitalmarktengagement im Berichtszeitraum per saldo relativ hoch aus. Dabei wurden börsennotierte Aktien (größtenteils aus dem Ausland) sowie Anteile an Investmentfonds (3 Mrd. Euro bzw. 13 Mrd. Euro) wie bereits in den Vorquartalen in vergleichsweise großem Umfang erworben. Bei den Investmentfondsanteilen handelte es sich unter anderem um Anteile an gemischten Wertpapierfonds sowie an Immobilienfonds. Die aktuelle Entwicklung des Kapitalmarktengagements deutet trotz der Präferenz für liquide oder als risikoarm wahrgenommene Anlagen auf ein seit der Finanz- und Wirtschaftskrise erhöhtes Renditebewusstsein bei den privaten Haushalten hin. Im Vergleich zu Bargeld und Einlagen sowie Versicherungsansprüchen werden börsennotierte Aktien sowie Anteile an Investmentfonds typischerweise als riskanter empfunden und folglich in Erwartung höherer Renditen erworben. Bei den Schuldverschreibungen gab es hingegen abermals Mittelabflüsse, die mit 3 Mrd. Euro nicht außerordentlich hoch ausfielen.

Ähnlich wie im Vorquartal verzeichneten die privaten Haushalte in Deutschland auch im vierten Quartal Bewertungsgewinne, die das gehaltene Geldvermögen zusätzlich zum transaktionsbedingten Anstieg erhöhten. Dahinter standen unter anderem Kursgewinne bei börsennotierten Aktien und Investmentfondsanteilen. Zusammengenommen führten diese Entwicklungen zu einem Anstieg des Geldvermögens im Berichtsquartal um 78 Mrd. Euro auf 5 857 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte es sich somit um knapp 5,0%.

Über die Außenfinanzierung nahmen die privaten Haushalte Mittel in Höhe von etwa 12 Mrd. Euro auf. Damit setzte die Außenfinanzierung ihren seit Mitte 2013 zu beobachtenden Aufwärtstrend auch im vierten Quartal 2017 fort. Die Mittel wurden dabei überwiegend von inländischen Monetären Finanzinstituten in Form von Wohnungsbaukrediten bereitgestellt. Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten um gut 12 Mrd. Euro oder 0,7% auf 1.727 Mrd. Euro. Da das nominale Bruttoinlandsprodukt im Berichtsquartal stärker wuchs als die Verschuldung, sank die Verschuldungsquote, definiert als Summe der Verbindlichkeiten in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt (gleitende Vierquartalssumme), zum Jahresende leicht auf 52,9 % (53,1 % im Vorjahresquartal). Insgesamt führte dies zusammen mit der Entwicklung des Geldvermögens zu einem Anstieg des Nettogeldvermögens um gut 66 Mrd. Euro auf 4.131 Mrd. Euro zum Ende des Berichtsquartals. Das Nettovermögen erhöhte sich somit um knapp 5,7% gegenüber dem Vorjahr.

Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften: Geldvermögensbildung und Außenfinanzierung erneut gestiegen

Die transaktionsbedingte Geldvermögensbildung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften legte im vierten Quartal 2017 erneut gegenüber dem Vorquartal zu und betrug etwa 67 Mrd. Euro. Neben dem Aufbau sonstiger Forderungen, worunter auch Handelskredite und Anzahlungen fallen, investierten die diesem Sektor zugerechneten Unternehmen mit gut 23 Mrd. Euro vor allem in Bargeld und Einlagen. In geringerem Umfang flossen Mittel in Aktien und sonstige Anteilsrechte (8 Mrd. Euro). Ebenso erhöhten die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften ihre gehaltenen Kreditforderungen (6 Mrd. Euro), darunter vor allem solche gegenüber inländischen Unternehmen. Demgegenüber verringerten die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften ihren Bestand an Schuldverschreibungen per saldo leicht (minus 3 Mrd. Euro).

Die Außenfinanzierung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften betrug im Berichtsquartal etwa 32 Mrd. Euro und stieg damit erneut gegenüber dem Vorquartal. Gut 23 Mrd. Euro entfielen auf die Kreditfinanzierung. Hierbei flossen den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften überwiegend Mittel von inländischen Kapitalgebern zu. Die Mittelzuflüsse aus der Emission von Aktien und sonstigen Anteilsrechten sanken gegenüber dem Vorquartal leicht und beliefen sich auf etwa 3 Mrd. Euro. In diesem Segment stellten per saldo ausschließlich inländische Sektoren die entsprechenden Finanzierungsmittel bereit. Einen leicht positiven Finanzierungsbeitrag leisteten zudem Schuldverschreibungen. Ebenso erhöhten die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften ihre sonstigen Verbindlichkeiten, darunter Handelskredite und Anzahlungen, um knapp 4 Mrd. Euro.

Das Nettogeldvermögen sank unter Berücksichtigung von Bewertungseffekten damit im vierten Quartal um insgesamt etwa 14 Mrd. Euro auf minus 1 820 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal um etwa 6,9%. Die Verschuldungsquote, definiert als Summe von Schuldverschreibungen, Krediten und Pensionsrückstellungen in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt (gleitende Vierquartalssumme), stieg im Jahresverlauf auf 62,7% (61,1% im Vorjahresquartal), da die Verschuldung stärker wuchs als das nominale Bruttoinlandsprodukt.

Aufgrund zwischenzeitlich durchgeführter Revisionen der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung sowie der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sind die Angaben dieser Pressenotiz nicht mit denen früherer Pressenotizen vergleichbar. (13.04.2018/ac/a/m)







 
 
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