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Deutsche Bank: Der höchste Gewinn in Q1 seit neun Jahren - Risiko gegenüber Russland weiter verringert - Aktienanalyse




10.05.22 14:20
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Deutsche Bank-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie des Bankenkonzerns Deutsche Bank AG (ISIN: DE0005140008, WKN: 514000, Ticker-Symbol: DBK, NYSE-Symbol: DB) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Die Erträge seien im ersten Quartal 2022 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal um 1% auf EUR 7,3 Mrd. gestiegen, wobei alle Geschäftsfelder Wachstum verzeichnet hätten. Die Kosten hätten sich um 4% auf EUR 5,4 Mrd. verringert. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten seien um 3% auf EUR 4,6 Mrd. gesunken. In der Investmentbanking-Sparte habe der Ertragsrückgang im Beratungs- und Emissionsgeschäft (-28%), welches branchenweit unter den geopolitischen Spannungen gelitten habe, durch ein robustes Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (+15%) mehr als ausgeglichen werden können. Die Nettozinsmarge habe sich im Jahresvergleich weitgehend stabil bei 1,19% gehalten(Q1/2021: 1,23%).

Der Vorsteuergewinn habe sich im Jahresvergleich um 4% auf EUR 1,66 Mrd. erhöht und der Nachsteuergewinn sei um satte 18% auf EUR 1,23 Mrd. geklettert. Das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis habe sich im Auftaktquartal 2022 auf EUR 1,06 Mrd. (+17%) belaufen und damit die Markterwartungen von im Schnitt EUR 950 Mio. übertroffen.

Die Aufwands-/Ertragsquote habe sich im Jahresvergleich um vier Prozentpunkte auf 73% verbessert. Für das Gesamtjahr 2022 strebe die Deutsche Bank hier eine Quote von 70% an, was angesichts wegfallender Belastungen aus dem Personalabbau bzw. der Restrukturierung realistisch erscheine. Damit liegt Deutsche Bank in puncto Effizienz aber noch immer deutlich hinter den Mitbewerbern, welche hier mit Quoten von meist 50% bis 60% deutlich attraktiver erscheinen, so die Analysten der RBI. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE) habe im Berichtsquartal bei 11,2% und damit deutlich über dem Zielwert für das Jahr 2022 von zumindest 8% gelegen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sei im Jahresvergleich von äußerst niedrigen EUR 69 Mio. auf EUR 292 Mio. bzw. von 6 auf 24 Basispunkte des durchschnittlichen ausstehenden Kreditvolumens gestiegen. Im Jahr 2022 sollten sich die Kreditrisikovorsorgen bei 20 BP des Kreditvolumens einpendeln (2021: 12 BP).

Die Kernkapitalquote (CET1) habe per Quartalsende mit 12,8% (Q4/2021: 13,2%) weiterhin im soliden Bereich gelegen. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) habe bei 4,6% gelegen (Q4/2021: 4,9%). Damit habe das Institut einen ausreichenden Puffer zur Abfederung konjunktureller Restrisiken oder im Falle regulatorischer Verschärfungen in der Anrechenbarkeit von Eigenmitteln. Für das Geschäftsjahr 2022 peile man eine CET1-Quote von zumindest 12,5% und eine Verschuldungsquote von mehr als 4,5% an.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 solle auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2022 eine Dividende von EUR 0,20 je Aktie zur Auszahlung vorgeschlagen werden, was einer Ausschüttung von EUR 400 Mio. entspreche. Das EUR 300 Mio. schwere Aktienrückkaufprogramm habe die Deutsche Bank zwischen dem 14. März und dem 22. April abgeschlossen. In den Jahren 2021 bis 2025 beabsichtige das Institut in Summe EUR 8 Mrd. an die Aktionäre auszuschütten.

Das Risiko gegenüber Russland habe die Deutsche Bank im Quartalsverlauf weiter verringert. Das Netto-Kreditengagement habe sich per Ende Q1/2022 auf EUR 0,5 Mrd. (-21%) belaufen. Weitere verbleibende Risiken (Additional Contingent Risk) wie etwa nicht gezogene Kreditzusagen seien um 35% auf EUR 1,0 Mrd. reduziert worden. Das Barguthaben in Rubel bei der Russischen Zentralbank von EUR 0,9 Mrd. entfalle hauptsächlich auf Einlagen von Bestandskunden. Die Bilanzsumme der Deutschen Bank Moskau sei mit EUR 1,5 Mrd. unverändert geblieben und die lokale Kapitalposition von EUR 0,2 Mrd. sei vollständig gegen Wechselkursschwankungen abgesichert gewesen.

Bis 2025 wolle die Deutsche Bank alle Engagements im Bereich Kohleabbau beenden. Dies umfasse sowohl Finanzierungen als auch Kapitalmarkt-Transaktionen. Damit wolle man den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft weiter vorantreiben. Die nachhaltigen Finanzierungen und Investitionen hätten im ersten Quartal 2022 ein Volumen von EUR 20 Mrd. erreicht. Seit Anfang 2020 belaufe sich dieses auf insgesamt EUR 177 Mrd., womit man auf gutem Wege sei, das gesteckte Ziel von EUR 200 Mrd. bis Ende 2023 zu erreichen.

Die expansive Geldpolitik habe das klassische Kreditgeschäft unter Druck gebracht, zumal die Reinvestitionsrenditen aus abreifenden Ausleihungen niedriger seien. Im Hinblick auf die wahrscheinlich baldigen Zinsanhebungen auch in der Eurozone dürfte der Ertragsdruck im Kreditgeschäft etwas nachlassen. Bei der Deutschen Bank würde eine hypothetische Parallelverschiebung der Zinskurve um 100 Basispunkte im ersten Jahr EUR 400 Mio. und im zweiten Jahr bereits EUR 1,0 Mrd. an zusätzlichen Erträgen bringen.

Deutsche Bank habe wie seine Mitbewerber im ersten Quartal 2022 unter den geopolitischen Spannungen im Lichte des Russland-Ukraine-Konflikts gelitten. Diese hätten sich ertragsseitig vor allem im Investmentbanking durch geringere Einnahmen im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen sowie Emissionen ausgewirkt. Die Kreditqualität sei nach wie vor hoch mit niedrigen Risikovorsorge-Dotierungen. Im Hinblick auf die zu erwartende konjunkturelle Abkühlung dürften jedoch auch hier die Ausfälle wieder zunehmen, wenngleich von einem niedrigen Niveau ausgehend. Wesentlich für das Kreditgeschäft sei vor allem die Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik in der Eurozone, durch welche sich die Zinsmargen wieder stabilisieren sollten. Die Provisionserträge sollten sich dank der volatilen Finanzmarktentwicklung mit einer regen Handelsaktivität der Kunden weiterhin vorteilhaft entwickeln.

In Bezug auf den Krieg in der Ukraine würden die Analysten der RBI von keiner baldigen Entspannungen ausgehen und negative Einwirkungen auf die Konjunktur vor allem Westeuropas in Form von hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie Engpässe bei Vormaterialien und gestörten Lieferketten erwarten.

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, bestätigt seine "Halten"-Empfehlung für die Deutsche Bank-Aktie. Das Kursziel von EUR 10 (zuvor: EUR 13,10) basiere auf einem Dividend-Discount-Modell und die Zahlen auf Konsensschätzungen. (Analyse vom 10.05.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen 12 Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze Deutsche Bank-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Deutsche Bank-Aktie:
9,28 EUR +3,55% (10.05.2022, 14:16)

XETRA-Aktienkurs Deutsche Bank-Aktie:
9,279 EUR +3,61% (10.05.2022, 14:02)

NYSE-Aktienkurs Deutsche Bank-Aktie:
9,50 USD -3,46% (09.05.2022, 22:00)

ISIN Deutsche Bank-Aktie:
DE0005140008

WKN Deutsche Bank-Aktie:
514000

Ticker-Symbol Deutsche Bank-Aktie:
DBK

NYSE-Symbol Deutsche Bank-Aktie:
DB

Kurzprofil Deutsche Bank AG:

Die Deutsche Bank AG (ISIN: DE0005140008, WKN: 514000, Ticker-Symbol: DBK, NYSE-Symbol: DB) bietet vielfältige Finanzdienstleistungen an - vom Zahlungsverkehr und dem Kreditgeschäft über die Anlageberatung und Vermögensverwaltung bis hin zu allen Formen des Kapitalmarktgeschäfts. Zu ihren Kunden gehören Privatkunden, mittelständische Unternehmen, Konzerne, die Öffentliche Hand und institutionelle Anleger. Die Deutsche Bank ist Deutschlands führende Bank. Sie hat in Europa eine starke Marktposition und ist in Amerika und der Region Asien-Pazifik maßgeblich vertreten. (10.05.2022/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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