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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Darum ist der DAX so stark gestiegen




16.07.13 10:16
Sven Weisenhaus


Verehrte Leserinnen und Leser,


 


am Montag begann mit der Vorlage der Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa “offiziell“ die Berichtssaison zum zweiten Quartal. Der Kursanstieg im DAX war an diesem Tag jedoch noch nicht davon beeinflusst, sondern es handelte sich um eine Aufholjagd. Während der DAX nämlich auf die starken US-Arbeitsmarktdaten am Freitag sehr schwach reagierte, konnten die US-Börsen bis zum Handelsschluss nach oben tendieren (wir berichteten – siehe S&P500-Analyse der Vorwoche). Diese Diskrepanz räumte der DAX am Montag mit einem ordentlichen Kursanstieg aus dem Weg.


Volatilität hat wie erwartet deutlich abgenommen


Ab da folgte der DAX unserer Erwartung, wonach es “zu einer Marktberuhigung und damit zu einer abnehmenden Volatilität“ kommen sollte. Zwar kam es auch im weiteren Verlauf der Woche immer wieder zu ordentlichen Kurssprüngen, doch die Range, in der sich der DAX die meiste Zeit bewegte, war deutlich enger als in den Vorwochen. Zu erkennen ist dies an den kurzen Kerzen im folgenden Chart, der den Kursverlauf der vergangenen Woche und mit den einzelnen Kerzen jeweils die Handelsspanne einer Stunde darstellen.


Beschreibung: 20130714-DBW-DAX-Woche


Vergleichen Sie dies einfach einmal mit den langen Kerzenkörpern im Chart der Vorwoche, den wir Ihnen hiermit noch einmal zum besseren Vergleich präsentieren.




Beschreibung: 20130707-DBW-DAX-Woche


Bernankes Aussagen wurden dieses Mal positiv interpretiert


Die riesige Aufwärtslücke, die am Donnerstag im DAX gerissen wurde und die im Chart oben zu sehen ist, wurde verursacht durch Aussagen Ben Bernankes, die er am Abend zuvor getätigt hatte. Allerdings ging es dabei nicht um das Sitzungsprotokoll der vergangenen Fed-Sitzung oder seine Rede auf einer Konferenz, wie es von anderen Medien vielfach berichtet wurde, sondern um Aussagen, die er anschließend in einer Frage- und Antwort-Runde gemacht hat.


Auf Facebook wurden Sie zeitnah informiert


Bereits am Donnerstag konnten Sie dazu auf unserer Facebook-Seite lesen:


“Kommando zurück! - Mit diesen Worten kann man am besten beschreiben, was in der Nacht von gestern auf heute passiert ist.


Kürzlich noch sahen die Märkte einen frühzeitigen Ausstieg der Fed aus der expansiven Geldpolitik. Sie schickten den DAX in den Keller. Nun deuten die Märkte die gestrigen Aussagen Ben Bernankes als ein Festhalten an den bisherigen Maßnahmen - der DAX zog heute früh auf rund 8.200 Punkte an.


Und das Verrückte an der Sache: An den eigentlichen Aussagen Bernankes hat sich nichts geändert. Geändert hat sich nur, was die Medien und die Märkte aus diesen Worten herauslesen - und die Anleger rennen wie die Lemminge hinterher.


Gestern hatten wir Ihnen bereits geschrieben (Anmerkung der GAB-Redaktion: ebenfalls auf Facebook), dass Sie sich von solchen Bewegungen nicht aus der Ruhe bringen lassen sollen. Dasselbe gilt heute unverändert. Wir sehen die gesamtwirtschaftliche Situation und den Zeitplan der Fed unverändert. Hinter den Kurs-Kapriolen steckt daher aus unserer Sicht auch lediglich das übliche Verwirrspiel der Sommermonate. Wir lassen uns daher nicht beirren und halten an unserem Szenario (siehe Geldanlage-Brief) unverändert fest.“


Am Plan der Fed hat sich so gut wie nichts geändert


Die Aussagen Ben Bernankes spiegelten also eigentlich nur genau das wider, was die Fed schon die ganze Zeit veröffentlicht. Der Fed-Chef hat es am Mittwoch lediglich noch einmal deutlicher und vielleicht vereinfacht ausgedrückt: Auch wenn die Fed demnächst die Anleihekäufe reduzieren könnte, werden die Zinsen noch für längere Zeit auf ihrem extrem niedrigen Niveau bleiben. Die Wirtschaft braucht auf absehbare Zeit eine sehr expansive Geldpolitik.


Wenn die Aussagen aber inhaltlich gleich waren, warum stieg dann der Markt so stark?


Darum sind die Kurse so stark gestiegen


Anleger neigen dazu, hysterisch und zuweilen planlos auf alles zu reagieren, was als Nachrichten über die Ticker kommt. Und wenn man sich die Medienberichte rund um die Aussagen Bernankes anschaut, dann erhält man dort die Information, dass der Notenbank-Chef von den Plänen einer restriktiveren Geldpolitik zurückgerudert sei (was aber eigentlich, wie gerade erläutert, nicht der Fall ist).


Aber so funktioniert die Börse, so funktionieren die Medien – Gerüchte, schnelle Begründungen, das wollen die Medien und das macht offensichtlich die Kurse. Wenn Sie Erfolg haben wollen, müssen Sie hingegen selber recherchieren und sich eigene Gedanken machen. Nur so können Sie die Masse schlagen – logischerweise.


Ausblick


Der Markt reagierte mit deutlich fallenden Kursen auf die Ankündigung der Fed, dass die Anleihekäufe auslaufen könnten. Nun haben die Märkte die Aussagen Bernankes genau umgekehrt interpretiert, obwohl sich am eigentlichen Plan der Fed nichts geändert hat. Wenn sich die Erkenntnis bei den Anlegern durchsetzt, dass sie nun nach oben hin übertrieben haben, dann könnte es auch wieder zu fallenden Kursen kommen – vielleicht schon, wenn Bernanke seinen halbjährlichen Auftritt vor dem US-Kongress am kommenden Mittwoch und Donnerstag hat.


Wenn dies der Fall ist, dann wird sich die Seitwärtsbewegung fortsetzen, so wie wir sie in den vorangegangenen Ausgaben bereits erwartet haben und wie sie sich inzwischen immer mehr abzeichnet.


Die geringere Volatilität, die wir nun in der abgelaufenen Handelswoche gesehen haben, dürfte sich auch in dieser Woche fortsetzen. Allerdings ist der Wirtschaftskalender wieder etwas voller. Besonders wenn die anstehenden US-Daten weiterhin positiv ausfallen, dürfte dies mit fallenden Kursen quittiert werden, weil die Anleger dann wieder ein schnelleres Ende der Fed-Anleihekäufe fürchten dürften.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse


Ihr


Sven Weisenhaus


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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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Xetra 13.207,01 - -0,26%  18.11.19
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