Kolumnist: Feingold-Research

DAX – positive Aussichten aus gutem Grund




28.11.15 15:54
Feingold-Research

Auch wenn der DAX ruhig mit leichten Gewinnmitnahmen ins Wochenende geht, hat der deutsche Leitindex die von vielen Anlegern beachtete 200-Tages-Linie deutlich übersprungen. Dieser Durchschnitt ist ein einfaches, aber effektives Mittel, um den Trend zu bestimmen, doch es gibt auch andere Anwendungsmöglichkeiten, wie Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse bei HSBC Trinkaus, in einem Spezial hier bei Feingold Research erläutert.


Mitte August musste der DAX® die 200-Tages-Linie preisgeben und in der Folge einen heftigen Kursrückgang bis rund 9.300 Punkte verkraften. Aktuell kämpfen die deutschen Standardwerte um die langfristige Glättung (akt. bei ca. 11.069 Punkten). Welche Erkenntnisse können Anleger aus der Lage der aktuellen Notierung in Relation zur 200-Tages-Linie gewinnen?


Chance der Bullen wird besser

Wir wollten es ganz genau wissen: Auf Basis der Kurse von Herbst 1988 bis August 2015 haben wir die Renditen untersucht, die sich auf Tagesbasis erzielen lassen, und zwar in Abhängigkeit davon, ob sich der Kurs über oder unter der Durchschnittslinie der letzten 200 Tage befindet. Dies ist genau die Abgrenzung, die regelmäßig von technisch motivierten Investoren herangezogen wird. Definitionsgemäß wird von einem Aufwärtstrend ausgegangen, wenn der Kurs eines Basiswerts oberhalb der langfristigen Glättungslinie notiert.


Befinden sich die Notierungen dagegen unterhalb der 200-Tages-Linie, wird ein Baissetrend konstatiert. In diesem Kontext haben wir die Wahrscheinlichkeit für steigende Notierungen am Folgetag untersucht. Gut 54 % aller Handelstage seit 1988 bringen ein Kursplus, wenn gemäß unserer Definition von einem Aufwärtstrend beim DAX® ausgegangen werden kann. Dieses Ergebnis stellt nicht nur die Wahrscheinlichkeit steigender Notierungen in den Schatten, wenn sich die deutschen „blue chips“ unterhalb der langfristigen Glättung befinden (50,66 %), sondern auch die Trefferwahrscheinlichkeit eines DAX®-Investments an jedem Handelstag – ohne Berücksichtigung der 200-Tages-Linie (siehe Tabelle).


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Besonders an den letzten beiden Prozentsätzen lässt sich die grundsätzliche Haussetendenz der letzten 28 Jahre ablesen, denn der DAX® ist an deutlich mehr Handelstagen seit 1988 gestiegen als gefallen. Dennoch geben die angeführten Prozentsätze einen ersten Hinweis darauf, dass eine Betrachtung der 200-Tages-Glättung im Vorfeld von Investitionen Sinn macht.


Um diese Erkenntnis zu untermauern, haben wir untersucht, was aus einem Investment von 100.000 EUR geworden wäre, wenn man a.) nur an Tagen investiert gewesen wäre, wenn der DAX® oberhalb der 200-Tages-Linie notiert bzw. b.) der aktuelle Kurs der deutschen Standardwerte kleiner ist als der Durchschnitt der letzten 200 Tage.


Als Benchmark zu diesen beiden Varianten ziehen wir das Buy-and-hold-Resultat von 914.000 EUR heran, d. h. aus der Ursprungsinvestition von 100.000 EUR sind über den gesamten Zeitraum über 900.000 EUR geworden. Dieses Ergebnis übertrifft ein Engagement an Tagen, an denen die 200-Tages-Linie einen Aufwärtstrend signalisiert, deutlich. Die Anfangsinvestition wächst dann auf 1,129 Mio. EUR an.


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Eine der Kernbotschaften ist allerdings, dass die Betrachtung der langfristigen Durchschnittslinie offensichtlich hervorragend geeignet ist, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Sprich die Tage auszusortieren, an denen Anleger besser nicht am deutschen Aktienmarkt investiert sind. Trotz des zugrundeliegenden Haussetrends hätten Anleger, die nur „unterhalb der 200-Tages-Linie“ positioniert gewesen wären, selbst über den langen Zeitraum seit 1988 Geld verloren. So wäre das Ausgangskapital von 100.000 EUR auf 81.000 EUR zusammengeschmolzen. Noch eindringlicher bringt diesen Zusammenhang möglicherweise die folgende Grafik auf den Punkt:


Bildschirmfoto 2015-11-28 um 13.16.26


Die rote Linie zeigt – absolut gesehen – den Verlust an DAX®-Punkten, den Anleger einstecken mussten, die nur an Tagen investiert waren, wenn der DAX® unterhalb der 200-Tages-Linie notiert. Dagegen zeigt die obere Linie den absoluten Zuwachs an DAX®-Punkten, wenn die deutschen „blue chips“ – gemessen an der 200-Tages-Linie – einen Aufwärtstrend signalisieren. Per Saldo öffnet sich die Schere zwischen der Performance an „guten“ und „schlechten“ Tagen deutlich.


Fazit

Diese einfache Auswertung zeigt, dass es sich lohnt die 200-Tages-Linie als Trendmaßstab heranzuziehen. Selbst Anleger, die der technischen Analyse kritisch gegenüber stehen, sollten deshalb vor einem Investment einen Abgleich mit der langfristigen Glättungslinie vornehmen. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger einer möglichen Rückeroberung des gleitenden Durchschnitts (akt. bei 11.069 Punkten) ein besonderes Augenmerk schenken. Schließlich würde eine mögliche Jahresendrally dadurch eine zusätzliche Bestätigung erfahren.


Datenquelle: Reuters, HSBC, eigene Berechnungen


Weitere Analysen von Jörg Scherer finden Sie auch hier.


2 Produktalternativen für den DAX:


Faktor-Long-Zertifikat auf den DAX (TD906L), Hebel: 6,0


Faktor-Short-Zertifikat auf den DAX  (TD6DXS), Hebel: 6,0


Tägliche Analyse zum DAX® und anderen Indizes, Aktien, Währungen und Rohstoffen von Jörg Scherer finden Sie zudem auch auf https://www.hsbc-zertifikate.de/DailyTrading


Disclaimer: Wir weisen darauf hin, dass HSBC für die Platzierung dieses Beitrags bezahlt und auch die genannten Produkte ausgewählt hat. Darüber hinaus stellt Feingold Research Produkte von HSBC in ihren Publikationen und Beiträgen vor.



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