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Kolumnist: Cornelia Frey

DAX erstaunlich fest




18.09.18 16:42
Cornelia Frey

Euwax

Neue US-Zölle und Drohungen gegen China                                       

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 18.09.2018 -

Vorbörslich tendierte der DAX schwächer. Da pendelte er noch im Bereich von 12.060 Punkten. Kurz nach Handelseröffnung legten die Notierungen jedoch zu. Zur Stunde liegt das deutsche Börsenbarometer bei 12.120 Zählern mit 0,2 Prozent im Plus. Das vorläufige Tageshoch wurde bei 12.184 Punkten festgestellt.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wahr gemacht und neue Sonderzölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar angekündigt. Dies ist Trumps bisher größter Schlag gegen Peking. Die neue Regelung soll zum 24. September wirksam werden. Zu Beginn des kommenden Jahres sollen die Zölle sogar auf 25 Prozent steigen.

Die Tür für Gespräche bleibe weiterhin offen, hieß aus dem Weißen Haus. Falls China aber mit Gegenmaßnahmen gegen die US-Landwirtschaft oder andere Industriezweige antworten würde, wäre dies für die US-Regierung der Beginn einer weitere dritten Phase, sagte Trump.

Viele Börsianer verharren nun in einer gewissen Lauerstellung und warten offenbar ab, wie die chinesische Antwort auf die neuen Sonderzölle konkret ausfallen werde. Die Regierung in Peking hat ihrerseits bereits “Gegenmaßnahmen” angekündigt. Dabei seien zusätzliche Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar im Gespräch.

Die Börsen in Asiens Börsen reagierten zunächst verhalten.

Heute stehen allerdings keine bedeutenden Konjunkturdaten auf der Agenda.

Thomas Metzger, Head of Asset Management beim Bankhaus Bauer, kommentiert die Lage so:

„Da die neuen Zölle keine wirkliche Überraschung mehr darstellen und nach den deutlichen Kursrückgängen seit den Hochs zu Beginn des Jahres mittlerweile auch einiges an Risikopotenzial im DAX eingepreist sein dürfte, zeigen sich die Marktteilnehmer heute recht unbeeindruckt von der jüngsten Entscheidung des US-Präsidenten.

Obwohl Donald Trump die Situation mit Blick auf die anstehende Kongresswahl im November sicher nicht komplett eskalieren lassen wird, hat sich die Wahrscheinlichkeit eines „Deals” zwischen den USA und China bzw. einer Entspannung des aktuellen Handelsstreits nun wieder deutlich verringert. Eine entsprechende Antwort der Volksrepublik auf die nun neu angekündigten Strafzölle wird nicht lange auf sich warten lassen. So könnte der Besuch einer chinesischen Handelsdelegation in Washington, welcher für nächste Woche vorgesehen war, möglicherweise abgesagt werden.

Auch wenn sich die Märkte heute recht robust präsentieren, dürfte die Hängepartie des DAX vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen im Zollstreit weiter anhalten. Der Großteil der Investoren wird sich wohl mit Käufen nach wie vor zurückhalten und eine eher abwartende Haltung einnehmen, bis sich eine Einigung zwischen den Konfliktparteien im derzeitigen Handelskonflikt abzeichnet.”

Einzelwerte

Auf Unternehmensseite stehen der Softwarekonzern SAP und die Deutsche Post im Fokus, denn jeweilige Rivalen aus den USA haben Zahlen vorgelegt. SAP-Konkurrent Oracle enttäuschte mit einem schwachen Umsatzwachstum. Der US-Paketdienst FedEx blieb mit seinem Gewinn hinter den Erwartungen zurück.

Außerdem haben die Investoren eine Gewinnwarnung von Zalando zu verdauen. Die diesjährige Hitzewelle hat den Online-Modehändler belastet ihn nun zu einer Anpassung seiner Prognosen gezwungen. Zalando habe ein anhaltendes Profitabilitätsproblem, kritisierte ein Händler. Auch einige Analysten senkten bereits den Daumen. So strichen die Experten der Commerzbank ihre Kaufempfehlung. Der Kurs brach heute bis auf 33,47 Euro ein. Zur Stunde liegt die Aktie bei 37,07 Euro mit 11,6 Prozent im Minus.

Der Zollstreit könnte darüber hinaus einmal mehr die Kurse ganzer Branchen nach unten ziehen. An der Wall Street erwischte es am Vorabend vor allem Technologiewerte.

Hierzulande waren zuletzt immer wieder die Autowerte betroffen. Die Auto- und Lkw-Bauer rücken auch wegen der IAA-Nutzfahrzeugmesse in Hannover ins Blickfeld der Anleger.

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