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DAX: Wohin geht die Reise?




23.06.20 09:45
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Zu Wochenbeginn zeigte sich der DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) sehr schwankungsanfällig, was nach einem großen Verfalltermin jedoch eher die Regel als die Ausnahme ist, berichten die Analysten der Helaba.

Darüber hinaus habe die Angst vor einer zweiten Corona-Welle eine zentrale Rolle gespielt. Einerseits liege hierzulande der "R-Wert" laut dem Robert-Koch-Institut wieder deutlich über eins. Andererseits würden die Infektionszahlen in Brasilien, Indien (mehr als 15.000 innerhalb von 24 Stunden), Australien und den USA weiter steigen. Trotzdem habe US-Präsident Trump zuletzt erklärt, dass Corona der Vergangenheit angehöre. Der Berater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, habe die steigenden Infektionszahlen auf die massiv ausgeweitete Zahl an Tests zurückgeführt. Insgesamt habe er die Landesquote als gering bezeichnet. Eine zweite Welle werde es nach seiner Meinung nicht geben, obwohl die erste noch nicht beendet sei.

Unternehmensseitig hätten erneut die Lufthansa (ISIN: DE0008232125, WKN: 823212, Ticker-Symbol: LHA, Nasdaq OTC-Symbol: DLAKF) und insbesondere Wirecard (ISIN: DE0007472060, WKN: 747206, Ticker-Symbol: WDI, Nasdaq OTC-Symbol: WRCDF) im Rampenlicht gestanden. Dem neuen Management des Zahlungsdienstleisters zufolge würden die fehlenden, rund 2 Milliarden Euro, mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit" nicht existieren. Die Aktie habe die ohnehin dramatischen Kursverluste gestern um weitere 44,07 Prozent ausgeweitet. Bei der Airline werfe die am Donnerstag stattfindende, außerordentliche Hauptversammlung ihre Schatten voraus. Dann werde sich zeigen, ob die Aktionäre dem Rettungspaket des Bundes zustimmen würden. Insgesamt würden die Rahmenbedingungen an den Märkten herausfordernd bleiben. Darauf sei auch seitens der Bundesbank in Person von Sabine Mauderer hingewiesen worden. "Wir sind definitiv nicht über den Berg", womöglich würden im Herbst "Solvenzprobleme" stärker in den Vordergrund rücken, habe sie betont.

Das Angstbarometer, der VDAX (ISIN: DE000A0DMX99, WKN: A0DMX9), sei gestern von 34,72 auf 36,44 geklettert. Der Goldpreis habe am Montag auf einem 7-Jahreshoch geschlossen und setze heute den Kursanstieg fort. Damit sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine positive Fortsetzungsformation ausgebildet werde.

Auf der Oberseite habe der DAX zuletzt Schwächen gezeigt. Diese kämen zunehmend auch bei den Indikatoren zum Ausdruck. Der ADX zeige, dass die Bewegungsdynamik des Aufwärtsimpulses deutlich nachlasse. Der langfristige MACD zeige ebenso wie auch verschiedene Oszillatoren Richtung Süden. Bei der Beurteilung der aktuellen Konstellation sollte auch der Umstand berücksichtigt werden, dass auf den 21. Juni ein großer Gann-Tag entfallen sei und damit ein Preis- und Zeitzyklus geendet habe. In der Nähe derartiger Strukturpunkte steige die Wahrscheinlichkeit für einen Richtungswechsel. Nicht allein deshalb komme der Lower Median Line (12.244) und der 200-Tagelinie (12.153) in den nächsten Tagen große Bedeutung zu. Weitere beachtenswerte Marken seien bei 12.123, 12.006, 11.972 (144-Tagelinie), 11.930, 11.894, 11.825 (45-Grad Gann-Linie) und 11.810 (200-Tage-EMA) zu finden. (23.06.2020/ac/a/m)






 
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