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Kolumnist: Christoph Geyer

DAX Technische Marktanalyse v. 07.03.18




07.03.18 08:56
Christoph Geyer

Es ist ja keineswegs ausgemachte Sache, dass es so kommt wie es in den Lehrbüchern steht und wie es die Wahrscheinlichkeit vorgibt. Trotzdem sollte man den Blick nicht davor verschließen, dass die aktuelle Lage angespannt ist und die Marktteilnehmer nervös reagieren, wenn sich auch nur kleine Veränderungen in den Nachrichten ergeben. Die Zeit der ungebremsten Hausse ist zunächst einmal beendet. Dem sorglosen Kaufen, egal wie hoch die Preise sind, ist einem nervösen Gewinnemitnehmen, wenn diese angefallen sind, gewichen.

Nach der klassischen Dow Theorie hat sich ein neuer Abwärtstrend gebildet. Dieser ist geprägt von fallenden Tops und fallenden Tiefs. Im Februar hat sich eine Erholungsbewegung etabliert, die eine Flaggen-Formation darstellt. Der übliche Umsatzrückgang in einer solchen Korrekturbewegung zeigt, dass sich die Lage nur vorübergehend beruhigt hatte. Mit dem Start des neuen Monats brach der Markt aus dieser Flagge nach unten aus. Wenn man nun die Kurszielberechnung, die einer Flaggenformation zugrunde liegt, vornimmt, muss man feststellen, dass das Potenzial dieser Konsolidierung noch nicht ausgeschöpft ist.

Es muss nicht zwingend zu einer solchen Ausprägung nach unten kommen. Es darf aber nicht verkannt werden, dass eine Flagge eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit besitzt. Zur Berechnung wird die Strecke gemessen, die bis zum Entstehen der Flagge zurückgelegt wurde. Dies waren etwa 1.600 Punkte. Nun werden diese 1.600 Punkte vom Ende der Flagge, also dem Durchbruchspunkt, nach unten abgetragen. Somit würde sich ein Ziel von rund 10.800 Punkten nach unten ergeben. Das Interessante daran ist, dass sich in diesem Bereich der Widerstand befindet, der sich 2016 vor der US-Präsidentschaftswahl aufgebaut hatte. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Dies ist kein zwingendes Szenario sondern lediglich eine Berechnungsmethode, die bei Flaggen dieser Art angewendet wird.

Eine andere Regel der Technischen Analyse besagt aber auch, dass eine negierte Formation dazu neigt, ungleich kräftiger in die Gegenrichtung zu laufen, als der ursprüngliche Erwartungswert war. Dies wäre der Fall, wenn der Markt es schaffen könnte, wieder über den Bereich von 12.600 Punkte zu steigen. Das Halten im Unterstützungsbereich vor wenigen Tagen war ein positives Zeichen, die Stimmungswende am gestrigen Handelstag ein negatives. Die Lage bleibt also angespannt und die Marktteilnehmer nervös.



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