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DAX (Tageschart): Sell in May oder besser sell in Summer? Chartanalyse




24.05.18 10:09
aktiencheck.de

Düsseldorf (aktiencheck.de) - Kalendarisch folgerichtig hatten wir zuletzt eine der bekanntesten Börsenweisheiten überhaupt - nämlich "sell in may and go away" - auf den Prüfstand gestellt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.


 


Obwohl das Börsenbonmot historisch betrachtet seine Berechtigung besitze, hätten sie in der Rückrechnung seit 1988 zeigen können, dass Anleger noch besser fahren würden, wenn sie erst Ende Mai der Börse den Rücken kehren und zu Beginn des vierten Quartals wieder investieren würden. Die rein saisonale Strategie möchten sie heute um eine weitere - inzwischen auch wissenschaftlich anerkannte Renditequelle - erweitern. Gemeint sei der Effekt, dass kleine und mittlere Unternehmen den großen "blue chips" an der Börse oftmals die Show stehlen würden. In Deutschland würden beispielsweise MDAX (ISIN: DE0008467416, WKN: 846741) und SDAX (ISIN: DE0009653386, WKN: 965338) seit vielen Jahren besser als der "große Bruder" DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) laufen. In der Wissenschaft werde dieses Phänomen dadurch erklärt, dass kleine und mittelgroße Unternehmen oftmals über eine geringere Liquidität verfügen würden als ihre Pendants aus dem DAX. Für die schlechtere Handelbarkeit würden Investoren eine Prämie verlangen. Der Effekt lasse sich aber nicht nur hierzulande identifizieren, sondern auch in den USA bzw. bei einer Vielzahl anderer Aktienmärkte.


 


Interessanterweise unterliege das eben beschriebene Phänomen selbst auch dem Faktor "Saisonalität". Schließlich ergebe sich eine Outperformance der Small & Mid Caps regelmäßig vor allem bis zum Sommer, während auf die besonders kritischen Börsenmonate August und September eine deutliche Erholung der großen "blus chips" im 4. Quartal folge. Das Phänomen der Jahresendrally beflügele vor allem die Börsenelite aus dem DAX. Wenn Anleger alle diese Aspekte zusammenfügen würden, dann ergebe sich eine saisonale Mid Cap-DAX-Strategie 3.0. Zu Jahresbeginn hätten Investoren dabei auf die Kursentwicklung des MDAX gesetzt, ehe sie Ende Juli der Börse den Rücken kehren würden. In den schwierigen Börsenmonaten August und September werde stattdessen "Cash" gehalten. Im letzten Quartal würden Anleger dann mit einem klassischen DAX-Engagement auf eine mögliche Jahresendrally setzen.


 


Wahrscheinlich würden Anleger nun sehnsüchtig auf die Resultate des Backtests der Vorgehensweise Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt warten. Da ihnen regelmäßig Fragen zum Thema "Backtesting" erreichen, möchten sie gerne einige grundsätzliche Bemerkungen vorwegstellen. Wie heiße es immer so schön: "Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft"!


 


Aber der Blick in die Vergangenheit sei das Beste, was wir hätten. Dennoch werde die Realität regelmäßig schlechter ausfallen als die historischen Resultate. Deshalb könnten Anleger ein Backtesting vor allem als Gradmesser heranziehen: Was in der Vergangenheit schon keine guten Resultate produziert habe, habe in der realen Anwendung meistens keine Chance. Ein Sicherheitsabschlag sei an dieser Stelle also unbedingt vorzunehmen. Nun zu den konkreten Ergebnissen: Seit 1988 habe der MDAX in den ersten sieben Monaten eines Jahres lediglich fünf Mal Kursverluste hinnehmen müssen. Im Durchschnitt hätten die deutschen Mid Caps dabei um 10,47% zugelegt. Fast genauso überzeugend falle der Ergebnisbeitrag der "blue chips" in den letzten drei Monaten des Jahres aus. Bei ähnlich guter Trefferquote - sechs Verlustquartale würden eine Trefferquote von 80% bedeuten - habe der DAX im letzten Quartal im Durchschnitt um 7,2% zugelegt. Auch das Auslassen der kritischen Börsenmonate August und September liefere einen signifikanten Ergebnisbeitrag. Per Saldo wachse eine Anfangsinvestition von 100.000 EUR auf über 12 Mio. EUR an. Dies entspreche einer durchschnittlichen Rendite von 18,37% p. a. und nur in drei Jahren (2002, 2008 und 2014) hätten Investoren mit der Gesamtstrategie Kursverluste hinnehmen müssen. (24.05.2018/ac/a/m)







 
 
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