Kolumnist: Sven Weisenhaus

DAX, S&P500, EUR/USD und Gold im Chartcheck




17.07.13 14:01
Sven Weisenhaus

DAX


Dass der DAX am Montag der vergangenen Handelswoche zulegen konnte, hätte man erwarten können. Weil die US-Indizes am Freitag zuvor nach Veröffentlichung der monatlichen US-Arbeitsmarktdaten zulegen konnten (siehe S&P500-Analyse der Vorwoche), während der DAX deutlich abrutschte, staute sich beim deutschen Leitindex über das Wochenende Nachholbedarf auf, der am Montag dann gedeckt wurde.


Dass es aber bis zum Schluss der Woche noch um weitere rund 3 Prozent nach oben ging und es in Summe zu einem Wochengewinn von 5,21 Prozent kam, dem größten Wochenplus seit 1,5 Jahren, war so nicht vorherzusehen. Zumal das große Plus quasi ausschließlich durch die Reaktion der Märkte auf die Aussagen Ben Bernankes und somit aufgrund eines externen Ereignisses zustande kam.


Der Fed-Chef äußerte sich am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz und im Anschluss daran später noch in einer Frage-Antwort-Runde erneut zur zukünftigen Geldpolitik. Und obwohl er eigentlich nichts an seinen bisherigen Einschätzungen änderte, wurde er dieses Mal dahingehend verstanden, dass die Geldschleusen nun doch länger geöffnet bleiben, als zuletzt vom Markt erwartet. Folge war eine riesige Aufwärtslücke zum Handelsbeginn am Donnerstag (siehe mittlere Ellipse im Chart).


Beschreibung: 2013KW28-DAX


Zuvor tendierten die Kurse nach dem Anstieg am Montag bis zum Schlusskurs am Mittwoch lediglich in einer engen Range von etwa 100 Punkten seitwärts (siehe linkes blaues Rechteck im Chart). Und auch nach dem riesen Aufwärts-Gap kam es im DAX bei sehr niedriger Volatilität nur zu Seitwärtsbewegungen (blaue Rechtecke), was dafür spricht, dass tatsächlich ausschließlich die Interpretation des Bernanke-Wordings für den starken Kursanstieg verantwortlich war.


Man erkennt im Chart auch sehr schön, dass fast ausschließlich Aufwärtslücken zum jeweiligen Handelsstart (grüne Ellipsen im Chart) den DAX nach oben getrieben haben. Die Handelstage selbst hingegen verliefen in Summe jeweils nur seitwärts. Darin sehen wir nun ein großes Problem für bullische Anleger, denn häufig werden Kurslücken wieder geschlossen, was fallende Kurse im DAX bedeuten würde.


Zwar konnte der DAX seinen Keil, den wir vor einer Woche ins Spiel gebracht haben (siehe folgender Chart), nach oben hin verlassen, weshalb durch den Bruch der Abwärtstrendlinie weiter steigende Kurse nicht unerwartet kamen und von uns in diesem Fall auch prognostiziert wurden (Zitat: “Dennoch dürfte der Bruch einer dieser Linien weiteres Potential in die entsprechende Richtung mit sich bringen.“), doch gehen wir weiterhin übergeordnet nur von seitwärts tendierenden Kursen in den Sommermonaten aus.


Beschreibung: 20130715-GAB-DAX-Wochen


Der DAX könnte dafür sogar noch bis zu seinem neuen Allzeithoch bei 8.557,86 Punkten steigen und dies sogar leicht überwinden. Höhere Hochs im Juli sind nach einem Kursrutsch im Juni saisonal betrachtet gar nicht ungewöhnlich. Spätestens dann sehen wir jedoch wieder fallende Kurse, womit wir wieder innerhalb der erwarteten Seitwärtsbewegung wären. Die Range der bisherigen Seitwärtstendenz (blaues Quadrat) hätte sich dann, wie in der vorangegangenen Ausgabe angesprochen, lediglich ausgeweitet.


 


S&P500


 


Auch im S&P500 kam es zu einem Bruch einer Abwärtstrendlinie. Und auch hier löste dies weiteres Kurspotential aus. Ebenso kam es dabei, ähnlich wie im DAX, zu einer Aufwärtslücke (siehe grüner Kreis).


Beschreibung: 20130715-GAB-SP500



Die erwartete Seitwärtsrange fällt also auch in den US-Indizes deutlich breiter aus. Eine mögliche Begrenzung stellt nun natürlich das neue Allzeithoch bei 1.687,18 Punkten dar (siehe Chart). Auch hier kann der Kurs noch leicht überschießen, da aber kurzfristig betrachtet bereits ein starker Anstieg im S&P500 hinter uns liegt, dürfte es spätestens danach zu einer Konsolidierung kommen.


Eine weitergehende Aufwärtsbewegung in den Sommermonaten erwarten wir unverändert nicht. Die Sommermonate sind aber traditionell schwer zu händeln, weshalb auch Prognosen zum Kursverlauf in dieser Zeit extrem schwierig sind. Auf die Fehlsignale in dieser Zeit hatten wir Sie in den vergangenen Ausgaben und auch zwischenzeitig auf unserer neuen Facebook-Seite hingewiesen.



EUR/USD


 


Es ist schon verblüffend, wie stark die Marke von 1,30 US-Dollar im Zentrum des Geschehens beim Euro steht. Obwohl auch der Euro sehr stark auf die Aussagen Bernankes reagierte und innerhalb nur einer Nacht um 3 Cent von 1,29 bis auf 1,32 US-Dollar zulegen konnte (siehe grüne Ellipse im Chart), rutschte er kurz darauf wieder an “unsere Mittellinie“ zurück.


Beschreibung: 20130715-GAB-EURUSD


Langfristig bleibt es dennoch bei unserer Prognose, wonach die Aussagen Mario Draghis und die starken US-Arbeitsmarktdaten gute Gründe für einen schwachen Euro sind. Während das Angebot der EZB-Währung laut Draghi noch sehr lange hoch bleiben wird, deutet der US-Arbeitsmarktbericht immer mehr darauf hin, dass die Fed die Versorgung mit US-Dollars zurücknehmen wird. Diese veränderte Marktsituation spiegelt sich auch jetzt wieder im Wechselkurs wider, denn er neigt bereits wieder zur Schwäche. Weiterhin ist daher kaum damit zu rechnen, dass der Euro einen Kursanstieg auf über 1,35 US-Dollar schafft. Wahrscheinlicher ist, dass er nun wieder nach unten hin durchgereicht wird.


 


Gold


 


Die Konsolidierung im Goldpreis nach den zuvor erfolgten starken Kursverlusten setzte sich wie erwartet fort. Wir sahen in den jüngsten Kursverlusten eine Übertreibung, weshalb Gold aus unserer Sicht noch etwas weiter zulegen und dann auf diesem Niveau eine Zeit lang seitwärts tendieren sollte. Beim Blick auf den aktuellen Chart zeigt sich, dass diese aus der vorangegangenen Ausgabe aufrechterhaltene Prognose nicht besser hätte ausfallen können.


Beschreibung: 20130715-GAB-Gold


Auch unser Kursziel von Gold-Notierungen oberhalb der 1.300 USD-Marke wurde bereits fast erreicht. Mit 1.299 USD kratzte der Kurs in der vergangenen Woche an diese Marke. Wir erwarten eine Fortsetzung der Bodenbildung, wobei die obere Abwärtstrendkanalbegrenzung nun auch erreichbar scheint.


 


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