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DAX-Neuordnung - Was sagt das über den deutschen Bankenmarkt aus?




05.09.18 12:15
Bank für Kirche und Caritas

Paderborn (www.aktiencheck.de) - Heute Abend wird über die neue Zusammensetzung des DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) entschieden - und damit über den Verbleib der Commerzbank im deutschen Leitindex. Das Gründungsmitglied würde dann durch den Technologie- und Finanzdienstleister Wirecard ersetzt.

Andre Schettler, Portfolio Manager im Asset Management der Bank für Kirche und Caritas (BKC), beantwortet im Vorfeld drei zentrale Fragen zum möglichen Ausscheiden der Commerzbank (ISIN: DE000CBK1001, WKN: CBK100, Ticker-Symbol: CBK, Nasdaq OTC-Symbol: CRZBF) aus dem DAX.

Die Commerzbank als Gründungsmitglied müsse wahrscheinlich den DAX verlassen und Wirecard (ISIN: DE0007472060, WKN: 747206, Ticker-Symbol: WDI, Nasdaq OTC-Symbol: WRCDF) Platz machen, die Deutsche Bank (ISIN: DE0005140008, WKN: 514000, Ticker-Symbol: DBK, NYSE-Symbol: DB) müsse den Euro Stoxx 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) verlassen. Was sage das nach Ihrer Meinung über den deutschen Bankenmarkt aus?

Schettler: Es zeige sich, dass die deutschen Banken den Anforderungen einer globalisierten und komplexer werdenden Wirtschaft nicht gerecht und von ihren angelsächsischen Konkurrenten abgehängt würden. In den USA sei alles getan worden, um den Banken wieder auf die Beine zu helfen. Es habe regulatorische Unterstützung vor allem nach der Wahl von Trump und eben auch keine Währungskrise gegeben. Denn den Anschluss hätten deutsche Institute endgültig nach Ausbruch der Euro-Krise 2011/2012 verloren. Das sei auch ein Beleg, wie fragil die Basis sei, auf der die Gemeinschaft des Euros fuße. Dazu kämen hausgemachte Probleme: Für die Commerzbank sei die Übernahme der Dresdner Bank zu einem denkbar ungünstigsten Zeitpunkt gekommen. Und am Beispiel der Deutschen Bank werde offensichtlich, wie wichtige eine gute Corporate Governance ist.

Sei die Zeit der großen Universalbanken vorbei und beginne jetzt das Zeitalter der FinTechs?

Schettler: Die FinTechs seien ohne Zweifel auf dem Vormarsch. Jugendliche und junge Erwachsene würden heute teilweise gar nicht mehr wissen, wie eine Bankfiliale von innen aussehe. Diese Unternehmen hätten das Potenzial, Marktanteile, von den großen Banken abzuschöpfen. Aber sie müssten bei der Kundenakquise oft bei null anfangen, was extrem kostenintensiv sei. Dagegen würden Großbanken bereits große Kundenpools besitzen und könnten daher neue Technologien schnell massentauglich machen - auch wenn sie für die Einführung manchmal etwas länger brauchen würden.

Wie sehen Sie den europäischen Bankenmarkt, denn Banken bilden ja ein Schwergewicht in den europäischen Aktienindices?

Auf Basis des StoxxEurope600 Banks Index würden nur sehr wenige Banken per heute eine positive Performance seit dem Hoch vor der Lehman-Krise ausweisen (Zeitraum: 31.05.2007 bis 31.08.2018). Am besten abgeschnitten hätten noch die Skandinavier: DNB (ISIN: NO0010031479, WKN: 939940, Ticker-Symbol: NBA), Svenska Handelsbanken (ISIN: SE0007100599, WKN: A14S60, Ticker-Symbol: SVHH) oder Nordea (ISIN: SE0000427361, WKN: 911244, Ticker-Symbol: NDB). Aber hierunter finde sich eben keine Bank aus dem Euroraum! Immerhin hätten alle französischen Banken (Société Générale (ISIN: FR0000130809, WKN: 873403, Ticker-Symbol: SGE, EN Paris: GLE, Nasdaq OTC-Symbol: SCGLF), Credit Agricole (ISIN: FR0000045072, WKN: 982285, Ticker-Symbol: XCA, NASDAQ OTC-Ticker-Symbol: CRARF), Natixis (ISIN: FR0000120685, WKN: 853760, Ticker-Symbol: NBP), BNP Paribas (ISIN: FR0000131104, WKN: 887771, Ticker-Symbol: BNP, Nasdaq OTC-Symbol: BNPQF)), die heute noch im Index vertreten seien, in diesem Zeitraum besser abgeschnitten als die Commerzbank (-96,3%) oder die Deutsche Bank (-88,9%). Letztlich hänge aber auch die Zukunft der französischen Institute stark von der Zukunft des Euros bzw. des Euroraums ab. Erst im Krisenfall (Italien) werde man sehen, inwieweit ihre Verfassung wirklich besser sei. Bis dahin würden europäische Bankenwerte sicherlich ein sehr volatiles Investment bleiben. (05.09.2018/ac/a/m)






 
 
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