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Kolumnist: Cornelia Frey

DAX: Geht da noch mehr?




25.04.19 14:41
Cornelia Frey

Euwax

Deutsche Bank und Commerzbank: Fusionsgespräche abgebrochen
 
Eigentlich konzentrierte sich der Blick vieler Anleger auf die heutige Zahlenflut. Bereits gestern Abend ließen sich einige Schwergewichte aus den USA in die Bücher schauen, heute wurden insbesondere die Zahlen von Bayer und Wirecard mit Spannung erwartet. Doch dann gab es eine Meldung aus Frankfurt, die einige Zahlenwerke in den Hintergrund rücken ließen…

„Nach gründlicher Prüfung ist der Vorstand der Deutschen Bank heute zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss mit der Commerzbank keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde – auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen. Daher haben beide Banken entschieden, die Gespräche nicht fortzusetzen.“ Die Pressemitteilung der Deutschen Bank liest sich nüchtern. Sie setzt jedoch einen Schlussstrich unter die seit Wochen andauernden Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank. Es sieht so aus, als sei der Druck auf die Deutsche Bank und deren Vorstand Christian Sewing in den vergangenen Tagen schlichtweg zu groß geworden. Nachdem sich die Großaktionäre rund um Blackrock und das Emirat Qatar vor einigen Tagen sehr deutlich gegen eine Fusion ausgesprochen hatten, scheint man sich diesem Druck endgültig zu beugen. Die Arbeitnehmerseite fand von Beginn an sehr deutliche Worte gegen eine mögliche Fusion. Bei den Aktionären der Deutschen Bank macht sich heute ein wenig Erleichterung breit und die Aktie kann im Zuge der Meldung um fast 4,5 Prozent zulegen. Deutlich empathischer liest sich die Mitteilung der Commerzbank. Commerzbank CEO Martin Zielke: „Nach gründlicher Analyse sind wir zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss mit der Deutschen Bank keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde – auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen. Christian Sewing und allen Beteiligten möchte ich für die vertrauensvollen Gespräche in den vergangenen Wochen danken. Die Commerzbank bleibt bei ihrer Strategie. Wir werden unser Wachstum gemeinsam mit unseren Kunden vorantreiben und konsequent in die Zukunft investieren.“ Bereits im Rahmen der laufenden Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank hat die Commerzbank immer wieder potenzielle Interessenten – neben der Deutschen Bank – ins Spiel gebracht. Trotzdem leidet die Aktie der Commerzbank unter den gescheiterten Fusionsgesprächen und gibt in einer ersten Reaktion um mehr als zwei Prozent nach.
 
Bayer überrascht
Formulieren wir es so: Was Bayer heute seinen Aktionären präsentierte, dürfte die Gemüter zumindest nicht weiter erhitzen. Im Gegenteil. Das erste Quartal lief für die Leverkusener alles andere als schlecht und sogar die Erwartungen von Analysten konnten in Teilen übertroffen werden. So stieg der bereinigte operative Gewinn um fast 45 Prozent auf nun 4,188 Milliarden Euro. Das sind gut 160 Millionen Euro mehr als von Analysten im Vorfeld erwartet. Nüchtern betrachtet muss man allerdings festhalten, dass dieser rasante Zuwachs natürlich auf die Übernahme des Monsanto-Konzern zurückzuführen ist. Die Monsanto-Übernahme wurde im Vorjahresvergleichszeitraum noch nicht berücksichtigt. Die Jahresprognose wurde von Bayer ebenfalls bestätigt. So rechnet der DAX-Konzern weiterhin mit steigenden Umsätzen im Bereich von vier Prozent. Das bereinigte EBITDA soll auf 12,2 Milliarden Euro steigen. Trotzdem wurde der Konzerngewinn massiv belastet und reduzierte sich um 36,5 Prozent auf nun 1,241 Milliarden Euro. Zu Buche schlugen insbesondere Rückstellungen für den geplanten Stellenabbau sowie Kosten rund um einen Vergleich um die Nebenwirkungen des Blutverdünners Xarelto. Die entscheidende Frage war jedoch, wie sich die Prozesse und die möglichen Folgekosten um den Monsanto-Unkrautvernichter Roundup in der Bilanz niederschlagen würden? Die Antwort: Gar nicht. Das jüngste Quartalsergebnis wurde durch die laufenden Prozesse in keiner Weise berührt.
 
Microsoft überzeugend
Ein kleiner Paukenschlag kommt heute Vormittag aus den USA. Nach überraschend starken Quartalszahlen haussierte gestern (nachbörslich) die Microsoft-Aktie und kletterte um fast 3,5 Prozent empor. Der Softwarekonzern durchbrach somit die „Schallmauer“ von einer Billion US-Dollar an Börsenwert und überholte somit den „Primus-Rivalen“ Apple. Allein im dritten Geschäftsquartal (bis Ende März) legte der Überschuss zum Jahresvergleich um 19 Prozent auf 8,8 Milliarden US-Dollar zu. Im selben Zeitraum konnte der Umsatz um immerhin 14 Prozent gesteigert werden. Dieses lag somit bei über 30 Milliarden US-Dollar. Vor allem das Cloud-Geschäft boomt: Beim Flaggschiff - der Azure-Plattform für Unternehmen - kletterte der Umsatz um sage und schreibe 73 Prozent.
 
Tesla schwächelt
Es lief zuletzt so gut, doch nun rutschte Tesla wieder zurück in alte Muster: Der Elektroautobauer weist für das vergangene Quartal einen Verlust in Höhe von mehr als 700 Millionen US-Dollar aus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich zwar von 3,4 auf über 4,5 Milliarden US-Dollar. Doch im Vergleich zum Vorquartal ist das ein Rückgang von mehr als einem Drittel. Tesla begründet den Rückgang mit Auslieferverzögerung für das („Hoffnungs-“) Model 3. Viele Fahrzeuge in Europa und Asien würden erst in den kommenden Wochen ausgeliefert und fanden somit noch keinen Einzug in die vorliegende Bilanz. Erst in der nächsten Quartalsbilanz würden die jüngsten Verkäufe zum Tragen kommen. Tesla-Chef Elon Musk selbst, sprach vom größten logistischen Problem, das er bisher erlebt habe. Manch Anleger fragt sich allerdings, ob sich Tesla mit dem Model 3 nicht ins eigene Fleisch schneidet? Zuletzt hatten sich die Verkäufe der margenträchtigen Modelle S und X halbiert. Tesla-Fans setzen scheinbar mehr und mehr auf das deutlich günstigere Model 3. Auch das könnte mittelfristig zu einer Belastung für Tesla werden.

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