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Credit Suisse steht vor Milliardenschäden




01.04.21 19:30
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Der US-Hedgefonds Archegos Capital brachte sich kürzlich durch hochriskante Investments in die Schlagzeilen und sorgt damit für einen Aufschrei in der Geschäftswelt. So müssen verschiedene Großbanken mit Gewinnverlusten in Milliardenhöhe rechnen.

https://unsplash.com/photos/IrRbSND5EUc

Archegos kann keine Sicherheit gewähren


Bill Hwang ist Gründer des Hedgefonds und betreut namhafte Banken der Finanzwelt. Nach stark spekulativen Trades verlangten seine Kunden zusätzliche Sicherheitsleistungen, sonst würden Aktienpakete im Wert von Milliarden von Euro verkauft werden. So auch im Falle der Credit Suisse, deren Nachschussforderungen nicht nachgekommen wurde. Dementsprechend ziehen sich die Schweizer Bank und andere Einrichtungen aus den Positionen zurück.

Die genannten Forderungen zwangen Archegos zu einem Aktienverkauf im Wert von rund 20 Milliarden Dollar. Als Folge dessen brachen verschiedene Kurse ein, unter anderem Viacom CBS und Discovery Aktien seien stark betroffen. Der Kurs der Mediengruppe Viacom CBS brach sogar um 27% ein. Neben der Credit Suisse, sorgte sich auch das japanische Unternehmen Nomura um eventuelle gravierende Verluste. Hier soll es sich um Zahlungen von zwei Milliarden Dollar handeln. Beide Institutionen nannten allerdings nicht direkt den Namen des Hedgefonds in den USA, dieser wurde erst durch weitere Medienbeiträge öffentlich gemacht.

Auch Goldman Sachs ist teilweise von der Entwicklung betroffen, da die Großbank Kreditgeber für Archegos ist. Dennoch werden laut Insidern keine hohen Belastungen erwartet, da die Kredite an den Hedgefonds gut abgesichert seien. Außerdem sei man aus einigen ihrer Positionen ausgestiegen, wolle sich aber nicht weiter darüber äußern.

Wie diese Unsicherheiten zustande kamen, erklärt sich durch den Trading-Stil von Archegos. Spekuliert wurde vornehmlich mit Contracts for Difference (CfDs). Dahinter verbergen sich Derivate, die genutzt werden, um auf Kursänderungen zu setzen. Der Vorteil dieser Geschäfte ist die höhere Geschwindigkeit und ein günstigerer Kostenpunkt. Da diese Methode hohe Risiken birgt, müssen Sicherheiten hinterlegt werden, falls die Kurse falsch vorhergesagt wurden.

Das Traden mit CfDs ist also ein zweischneidiges Schwert. Hohe Gewinnchancen machen es für Investoren und Einsteiger enorm interessant. Allerdings sind sie sehr riskant und unvorhersehbar, wodurch auch potenzielle Verluste jederzeit passieren können. Besonders für Neulinge in der Trading-Welt sind diese Anlagen also ein unberechenbares Risiko. Sicherere Anlagen können zum Beispiel beständige Währungen wie Schweizer Franken sein und auch Kryptowährung wird als Wertanlage immer beliebter. Das zeigt sich auch in der Akzeptanz der Zahlungsmethoden. Gezahlt werden kann sowohl auf Trading Plattformen als auch im online Casino mit Schweizer Franken, Euro und sogar Bitcoin. Für letzteres gibt es mittlerweile außerdem Boni als zusätzlichen Anreiz.

Kurse brechen ein - Aktien werden verkauft


Diese falsche Vorhersage traf nun auch bei Archegos ein und noch ist unklar ob die Probleme rechtzeitig kommuniziert wurden. Die Konsequenzen sind zum einen die Warnung der Credit Suisse an andere Finanzhäuser sowie eine mögliche Koordination anderer Kreditgeber, um den Schaden zu minimieren. Sowohl das Schweizer Finanzinstitut als auch Morgan Stanley sollen bereits kurz nach einem Treffen mit dem US-Hedgefonds einen kleinen Teil ihrer Aktien verkauft haben.

Aber auch weitere Aktien wurden von den Großbanken verkauft. Goldman Sachs gab Aktien im Wert von 6,6 Milliarden Dollar ab, unter anderem die der Tencent Music Entertainment. Weitere Wertpapiere in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar folgten, auch von Viacom CBS. Morgan Stanley löste sich ebenfalls von einigen Anlagen und verkauft Aktien im Wert von 13 Milliarden Dollar.

Mitgrund für den Zusammenbruch von Archegos scheint die Kapitalerhöhung von Viacom CBS zu sein, die vergangene Woche angekündigt wurde. Der Aktienkurs fiel daraufhin um etwa 50%. Interessanterweise wurde diese Erhöhung von Morgan Stanley durchgeführt, auch wenn sich schon vorher um den Hedgefonds gesorgt wurde. Auch das Trading mit chinesischen Tech-Aktien war den Unsicherheiten vorausgegangen und löste letztendlich den Margin Call der Investoren aus. Auch die Kurse der Firmen aus China brachen mittlerweile teilweise ein.

Wie geht es weiter?


Momentan arbeiten Archegos und Gründer Bill Hwang an einer Lösung, um möglichst alle Banken sicher aus der Krise zu führen. Von einer herausfordernden Zeit wird gesprochen, viel mehr ist aus ihren Kreisen allerdings nicht zu hören.

Der Prozess des Zusammenbruchs ist ähnlich wie der von Long-Term Capital Management um das Jahr 2000. Damals standen neben dem Hedgefonds auch einige Banken vor dem Ruin, so ging es aber vergleichsweise um deutlich mehr Geld als in diesem Falle. Rund 200 Milliarden Dollar sollen es damals gewesen sein, während es sich bei Archegos um etwa 20 Milliarden Dollar handeln soll. Schätzungen zufolge hat die Misswirtschaft von Hwang einen Verlust von circa 5 Milliarden Dollar zu verbuchen.

Wie sich der Hedgefonds und die betroffenen Banken erholen beziehungsweise damit umgehen, bleibt abzuwarten. Die Reaktion wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. (01.04.2021/ac/a/a)








 
 
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