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Covid-19-Pandemie: Die Krisen-Profiteure




26.03.20 09:05
Bank Vontobel Europe AG

München (www.aktiencheck.de) - Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie bekommen viele Unternehmen Rund um den Globus die negativen Auswirkungen der Krise zu spüren, so die Bank Vontobel Europe AG.

Einbrechende Nachfrage im Tourismus, abreißende Lieferketten in der Textilindustrie und Kurzarbeit als direkte Folge ausbleibender Aufträge bei den Zulieferern der Automobilindustrie seien nur einige Beispiele hierfür. Doch während das Coronavirus eine Vielzahl von Unternehmen in eine existenzbedrohende Notlage versetze, würden einige Unternehmen existieren, die aufgrund der aktuellen Entwicklung einen wirtschaftlichen Aufschwung verspüren würden.

Sie würden zu den offensichtlichsten Gewinnern der Corona-Krise gehören. Herstellern von Desinfektionsmitteln würden ihre Produkte förmlich aus den Händen gerissen. Ob einfache Handdesinfektionen oder die Großflächendesinfektionen an Arbeitsstätten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Den gegenwärtigen Nachfrageüberschuss nach den Reinigungsmitteln könnten Konsumenten in Form leerer Regale in Supermärkten und Drogerien beobachten. Vor allem Sagrotan, dessen Markennamen, ähnlich wie es bei Tempo und Papiertaschentüchern der Fall sei, als Synonym für Desinfektionsmittel genannt werde, sei zurzeit stets ausverkauft. Produzent von Sagrotan sei der britische Konsumgütergigant Reckitt Benckiser (ISIN GB00B24CGK77/ WKN A0M1W6), der neben Sagrotan auch andere weltbekannte Marken wie beispielsweise Clearasil, Calgon und Cillit Bang sein Eigen nenne. Um die Gunst der Stunde zu nutzen, habe das Unternehmen seine Produktionskapazitäten massiv gesteigert. Seit dem Ausbruch des Coronavirus seien Überstunden und Wochenendarbeit Alltag an den Produktionsstätten von Sagrotan. Eine Situation, die sich während der kommenden Wochen auch kaum ändern dürfte.

Während sich Arzneimittelhersteller und Biotechunternehmen derzeit ein Wettrennen auf der Suche nach einen wirksamen Impfstoff liefern würden, profitiere die Schweizer F. Hoffmann-La Roche AG (ISIN CH0012032048/ WKN 855167) schon jetzt von der Covid-19-Pandemie. Denn der umsatzstärkste Pharmakonzern der Welt vertreibe neben Medikamenten auch Diagnosetests, die zur Identifizierung von Corona-Erkrankungen verwendet würden. So habe die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA vergangene Woche eine Notfall-Zulassung für den Cobas SARS-CoV-2-Test von Roche erteilt, als der Baseler Konzern einen ersten Durchbruch in der schnellen und breiten Diagnose des neuartigen Coronavirus habe vermelden können. Dieser Test eröffne Forschungseinrichtungen und Krankenhäusern die Möglichkeit, bis zu 4.000 Proben innerhalb von 24 Stunden auf das neuartige Virus zu untersuchen. Bereits vergangenen Freitag seien die ersten 400.000 Corona-Test-Kits in die USA ausgeliefert worden. Da zukünftig alleine mit den USA eine wöchentliche Lieferung von weiteren 400.000 Corona-Tests vereinbart worden sei, würden die Produktionskapazitäten bei Roche stündlich entsprechend ausgeweitet, sodass auf Monatsbasis inzwischen Tests im zweistelligen Millionenbereich zur Verfügung stehen sollten.

Habe das Corona-Virus in den vergangenen Wochen für Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten gesorgt und die Kurse der meisten Aktien auf Talfahrt geschickt, würden sich, entgegen des aktuellen Trends, vor allem die Anteilscheine der Börsenbetreiber bei Anlegern großer Beliebtheit erfreuen. Ein Anstieg bei den ausgeführten Wertpapiertransaktionen und Handelsumsätzen lasse allen Anschein nach bei Investoren die Hoffnung auf gute Geschäftszahlen in den kommenden Monaten aufkeimen. So habe beispielsweise die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) im Februar einen Anstieg der Kassamarktumsätze in Höhe von 58%im Vergleich zum Vormonat vermelden können. Laut Aussage des Unternehmens sei der 28 Februar mit 2,8 Mio. ausgeführten Transaktionen und einem Handelsvolumen von EUR 18,6 Mrd. der umsatzstärkste Handelstag auf dem Handelssystem Xetra seit der Finanzkrise 2008 gewesen. Sollte sich dieser Trend auch in den kommenden Monaten fortsetzten, könnte sich auch die Trägerin des Frankfurter Wertpapierhandels zu jenem Kreis von Unternehmen zählen, die vom Ausbruch der Covid-19-Pandemie wirtschaftlich profitieren würden.

Die Aktie von Reckitt Benckiser werde aktuell bei GBp 5.956,00 (24.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei GBp 6.744,00 (19.02.2020) und das Jahrestief bei GBp 5.136,00 (16.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 16 Analysten die Aktie auf "buy", sieben auf "hold" und drei auf "sell" setzen.

Der Genussschein von Roche AG werde aktuell bei CHF 246,20 (24.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei CHF 254,45 (21.06.2019) und das Jahrestief bei CHF 226,45 (11.05.2019) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 19 Analysten die Aktie auf "buy", acht auf "hold" und zwei auf "sell" setzen.

Die Aktie der Deutsche Börse AG werde aktuell bei EUR 108,90 (24.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 158,90 (19.02.2020) und das Jahrestief bei EUR 93,24 (16.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden zwölf Analysten die Aktie auf "buy", 13 auf "hold" und ein auf "sell" setzen. (Ausgabe vom 25.03.2020) (26.03.2020/ac/a/m)







 
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