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Das Comeback der Schwellenländer




11.10.18 09:40
Goldman Sachs Asset Management

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In den vergangenen Monaten prägte ein überdurchschnittlich starkes US-Wachstum das Makroumfeld, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management.

Wir sind der Meinung, dass sich das jetzt ändern wird, da das US-Wachstum im Vergleich zum starken zweiten Quartal voraussichtlich schwächer ausfällt und sich dem Tempo der übrigen Welt annähert, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Diese Konvergenz könnte nach Ansicht der Experten den Schwellenländeranlagen zu einem Comeback verhelfen.

In ihrem Ausblick zur Jahresmitte hätten die Experten von Goldman Sachs Asset Management die folgenden drei Punkte hervorgehoben: Das Wachstumspotenzial in den USA und Japan, die Abwärtsrisiken in Europa und China und ein geringeres Zinsrisiko nach den deutlichen Zinsanstiegen zum Jahresbeginn. Die Experten seien der Meinung gewesen, dass diese Entwicklungen letztlich zu einem ausgewogeneren Risikoprofil führen würden. Seither sei der S&P 500 auf einen neuen Höchststand geklettert, während das US-Wachstum mit 4,2 Prozent ein äußerst solides zweites Quartal erlebt habe. In Europa und China seien die Zahlen hingegen schwächer gewesen. In Kombination mit den Handelsspannungen hätten die chinesischen Wachstumsaussichten wieder infrage gestanden. Das Wachstum in den übrigen Schwellenländer habe sich schwächer entwickelt als die Experten erwartet hätten, hinzugekommen seien länderspezifische Risiken in vielen Märkten. Das habe zu einer unerwartet niedrigen Performance von Schwellenländeranlagen geführt.

Die Experten von Goldman Sachs Asset Management würden nun davon ausgehen, dass sich die außergewöhnliche Outperformance des US-Marktes dem Ende entgegen neige. Im zweiten Quartal hätten die USA von fiskalpolitischen Maßnahmen auf breiter Front profitiert. Dieser Effekt dürfte im Laufe der Zeit nachlassen. Das Wachstum in Europa stabilisiere sich unterdessen - zwar auf niedrigerem, aber nachhaltigerem Niveau als zum Ende des vergangenen Jahres. Die Erholung in Japan, die moderater ausgefallen sei als von den Experten erwartet, dauere weiterhin an. In China sehe man eine starke politische Stützung angesichts schwächerer Konjunkturdaten und anderer Risiken, die sich aus den Handelsspannungen ergeben würden. Das könnte eine Zeit lang für positive Überraschungen sorgen. Die Fundamentaldaten der meisten anderen Schwellenländer seien solide und dürften vom Wachstum in den USA profitieren. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management seien der Ansicht, dass die Schwäche der Schwellenländeranlagen eher auf länderspezifische Herausforderungen zurückzuführen sei als auf eine allgemeine Schwellenländerkrise. Insgesamt sähen sie eine Konvergenz des globalen Wachstums auf einem gesundem Niveau, nach einer Zeit die von außergewöhnlich positiven Zahlen in den USA geprägt gewesen sei.

Im Frühjahr seien die Experten von Goldman Sachs Asset Management davon ausgegangen, dass das Zinsrisiko nach einer Konsolidierungsphase der langfristigen Zinsen im weiteren Jahresverlauf wieder zunehmen würde. Derzeit deute allerdings vieles darauf hin, dass diese Konsolidierung noch ungefähr bis zum Jahreswechsel andauere. Für 2018 seien Zinserhöhungen durch die US-Notenbank von circa 45 Basispunkten eingepreist. Das heiße, dass der Markt wohl nicht überrascht sein werde, wenn es noch zu einer weiteren Zinserhöhungen durch die FED komme. Die Inflation habe sich unterdessen auf niedrigem bis mittlerem Niveau entwickelt, wobei der Anstieg gegenüber dem Vorjahr vor allem auf Basiseffekte zurückzuführen gewesen sei. Die Experten seien überzeugt, dass sich die FED aufgrund der allmählichen Inflationsentwicklung und der voraussichtlichen Abschwächung des US-Wachstums ihre Optionen offen halten möchte. Sie werde frühestens kurz vor der Dezembersitzung ein anziehendes Tempo bei den Zinserhöhungen für 2019 signalisieren. Man erkenne mehrere Anzeichen dafür, dass sich die Inflation festige. Es dürfte aber noch eine Weile dauern, bevor sie stark genug sei, um die Geldpolitik in noch größerem Umfang zu beeinflussen.

Die Kapitalmärkte dürften auch in naher Zukunft herausfordernd bleiben, weswegen wir nach wie vor einen dynamischen Anlageansatz verfolgen, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Handel und Geopolitik würden zusätzlich für Volatilität sorgen. Da sich das US-Wachstum verlangsame, könnte es zu einem vorübergehenden Abverkauf bei US-Aktien kommen. Sorgen bereite den Experten auch die Haushaltssituation in Italien und die Wachstumsaussichten für das Land. Trotz dieser Herausforderungen würden sie erwarten, dass Industrieländeraktien dank anhaltender konjunktureller Expansion und solidem Gewinnwachstum bis zum Jahresende gut dastehen würden. Wir müssen allerdings einschränken, dass wir für Industrieländeraktien inzwischen weniger zuversichtlich sind als in unserem Ausblick zur Jahresmitte, da sich die Aktienmärkte mittlerweile deutlich erholen konnten, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Auch wenn man sich in diesem Papier auf den Rest des Jahres konzentriere: Je näher 2019 rücke, desto größer werde das Risiko, dass sich das US-Wachstum stärker ausdifferenziere. Maßgebliche Faktoren seien die zunehmende Straffung der FED-Politik, und die nachlassenden fiskalischen Stimuli.

Nach Erachten der Experten werde unterschätzt, wie einflussreich die jüngste wirtschaftliche Outperformance der USA verbunden mit dem schwächeren Wachstum vieler anderer Volkswirtschaften in den vergangenen Monaten gewesen sei. Dies gelte für die Entwicklung der Vermögenswerte allgemein sowie für die Underperformance der Schwellenländer im Besonderen. Der Übergang zu einer Wachstumskonvergenz, bedingt durch das sich abschwächende US-Wachstum und die Stabilisierung anderer Volkswirtschaften, sei signifikant. Die Experten würden davon ausgehen, dass Schwellenländeranlagen am stärksten davon profitieren würden - nicht zuletzt, weil die Befürchtungen hinsichtlich Handelsspannungen und einer Ansteckungsgefahr für Schwellenländer allgemein überzogen seien. Generell gehen wir davon aus, dass die Rally des US-Dollar nachlassen wird, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management.

Aktien würden die bevorzugte Anlageklasse der Experten von Goldman Sachs Asset Management bleiben, auch wenn sie nach der Erholung in den USA und aufgrund der voraussichtlichen Aufwertung des Euro nicht mehr ganz so optimistisch für Industrieländeraktien seien wie in ihrem Ausblick zur Jahresmitte. Der anhaltende Konjunkturaufschwung und ein solides Gewinnwachstum dürften die Renditen stützen.

Aus strategischer Sicht bleiben wir gegenüber Staatsanleihen weiterhin pessimistisch, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Sie würden glauben, dass die Märkte das Ausmaß der Zinserhöhungen durch die US-Notenbank in den kommenden zwölf Monaten nicht vollständig einpreisen würden. Allgemeiner betrachtet würden die Märkte auch unterschätzen, in welchem Maße die niedrigen Anleiherenditen zyklisch bedingt seien und weniger auf langfristigeren Faktoren beruhen würden. Es dürfte allerdings noch eine Weile dauern, bis sich dies in den Daten widerspiegele und die Märkte ihre Einschätzung entsprechend anpassen würden. Auf taktischer Ebene würden die Experten erwarten, dass sich die Renditen zehnjähriger US-Anleihen zum Jahresende hin in einer engen Spanne bewegen würden.

Da die Fundamentaldaten der Unternehmen und das Makroumfeld ein positives Umfeld schaffen würden, ist es nach Einschätzung der Experten noch zu früh, um sich für eine deutliche Ausweitung der Spreads bei Unternehmensanleihen zu positionieren. Wir nähern uns zwar dem Punkt im Konjunkturzyklus, an dem in der Vergangenheit eine Trendwende in diesem Bereich einsetzte, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Die Experten würden es aber für unwahrscheinlich halten, dass es im Jahr 2018 noch so weit komme. (11.10.2018/ac/a/m)







 
 
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