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Chinas Neujahrsfest: Willkommen im Jahr der A-Aktien




13.02.18 11:23
AB

München (www.aktiencheck.de) - Zum bevorstehenden chinesischen Neujahrsfest richtet sich der Blick vieler Anleger auf chinesische Festlandaktien (A-Aktien), die bald in den MSCI-Emerging Market (EM)-Index aufgenommen werden, so John Lin, Portfolio Manager China Equities beim Asset Manager AllianceBernstein (AB).

Der zweitgrößte Aktienmarkt der Welt biete bisher weitgehend ungenutzte Chancen und Möglichkeiten. Aber seien die Anleger gewappnet?

Der Indexanbieter MSCI beginne voraussichtlich im Mai mit einer schrittweisen Integration des riesigen Onshore (Festland)-Aktienmarktes, der mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 8,3 Billionen US-Dollar allein den USA nachstehe. Zwar würden im ersten Schritt zunächst nur 222 Large-Cap-Werte einbezogen, die anfänglich rund 0,7 Prozent des MSCI Emerging Markets (EM) Index ausmachen würden. Nichtsdestotrotz sei dies ein wichtiger Schritt, um das riesige Festlandaktien-Universum Chinas in die globalen Kapitalmärkte zu integrieren. Bei einer vollständigen Einbeziehung dürften die A-Aktien nach Analystenschätzungen mehr als 20 Prozent des Schwellenländerindex ausmachen, aber der Prozess werde noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Langfristig würden nach der Indexrevision voraussichtlich rund 100 Milliarden US-Dollar an Investitionen von EM Fonds in A-Aktien fließen.

Seien EM-Anleger bereit für diesen Wandel? Manager ausländischer Investmentfonds hätten bereits ein Auge auf China geworfen und ihr Engagement in chinesischen Aktien allein im letzten Jahr um 81 Prozent erhöht, so ein aktueller Bericht der People's Bank of China. Jedoch sei dazu angemerkt: Zwar würden 87 Prozent der EM-Aktien- und Indexfonds in chinesische Aktien investieren, die meisten würden jedoch auf chinesische Unternehmen, die an der Börse Hongkong gelistet seien (Offshore-H-Aktien), und in American Depository Receipts (ADRs), US-Hinterlegungsscheine auf ausländische Aktien setzen.

Fast drei Viertel der Fonds würden keine Festlandaktien halten. Chinesische A-Aktien würden nur 14 Milliarden US-Dollar (oder 1,7 Prozent) des verwalteten Vermögens in EM-Fonds ausmachen. Und nur bei zehn Schwellenländerfonds betrage der Anteil der Festlandaktien an den Gesamttiteln mehr als 10 Prozent.

Es gebe gute Gründe, bei A-Aktien vorsichtig zu sein. Die strukturellen Ungleichgewichte in Chinas verschuldeter Wirtschaft, die Sorgen über die Wirtschaftspolitik der Regierung und das große Gewicht staatseigener Unternehmen auf dem Markt könnten unachtsamen Anlegern durchaus zum Verhängnis werden.

Wer jedoch A-Aktien ignoriere, lasse sich das volle Potenzial des chinesischen Wachstums entgehen. Zum Beispiel gebe es auf dem Onshore-Markt der A-Aktien eine Vielzahl rasch wachsender Gesundheitsunternehmen, die die alternde Generation des Landes bedienen würden. Viele Technologieunternehmen an der Börse von Shenzhen seien nicht in Hongkong gelistet und somit Offshore unzugänglich. Der Markt biete auch Zugang zu Chinas explosionsartigem Konsumwachstum und lokalen Marken, die sich bei der wachsenden Mittelschicht großer Beliebtheit erfreuen würden. Ein Beispiel: Die Kurse von Kweichow Moutai, dem Destillateur eines beliebten Schnaps, hätten sich an der Schanghaier Börse in den letzten zwölf Monaten aufgrund der steigenden Nachfrage mehr als verdoppelt.

Solche Gelegenheiten am Markt für A-Aktien zu finden, sei eine Herausforderung. Dieser Markt werde von Privatanlegern dominiert und weise deutliche Ineffizienzen auf. Den chinesischen Kleinanlegern würden häufig entscheidende Informationen über die Performance eines Unternehmens fehlen und die Verbreitung von Informationen sei im Allgemeinen nicht ideal. Es könne beispielsweise Monate dauern, bis der Markt auf Heraufstufungen von Aktien durch Analysten reagiere. Ein solches Umfeld rufe nach einem aktiven Ansatz, bei dem langfristige Fundamentaldaten und Anlagethemen eine zentrale Rolle spielen würden. Die Anleger müssten sich mit den Nuancen der wachsenden chinesischen Wirtschaft vertraut machen, die Akteure innerhalb und außerhalb der Unternehmen kennen und mit viel Geduld nach gut geführten Unternehmen suchen.

Effektives Investieren erfordere ein gründliches Verständnis von Chinas staatlich reglementierter Wirtschaftspolitik. Während die Rhetorik der Politiker in den westlichen Märkten meist vernachlässigt werden könne, lege Chinas Regierung oft die Regeln auf dem Markt fest.

Anleger müssten zudem in der Lage sein, Unternehmen zu identifizieren, denen die Bedürfnisse von Kleinaktionären weniger wichtig seien. Einige staatseigene Unternehmen würden der öffentlichen Verantwortung mehr Bedeutung zumessen als der Gewinnmaximierung. Andererseits müsse man auch mit Oligarchen rechnen, die Gewinne für andere Projekte abschöpfen könnten.

Ausländische Investoren würden sich demnächst viel stärker in A-Aktien engagieren, denn diese würden im MSCI Emerging Markets Index eine prominentere Position erhalten. Dies eröffne neue Wege für Investitionen in der größten Volkswirtschaft der Welt. Effektiv investieren könnten aber nur diejenigen, die die Risiken und Herausforderungen dieses ineffizienten Marktes wirklich verstünden. (13.02.2018/ac/a/m)







 
 
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